Großer Traithen (1852 m) - 6 Gipfel am Sudelfeld


Published by Jonas* Pro , 13 August 2012, 17h38.

Region: World » Germany » Alpen » Bayrische Voralpen
Date of the hike:12 August 2012
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 4:30
Height gain: 1056 m 3464 ft.
Height loss: 1375 m 4510 ft.
Route:14,40 km
Access to start point: Unteres Sudelfeld Parkplatz
Access to end point: Bayrischzell
Accommodation:Berghotel Sudelfeld, Walleralm, Speck-Alm, Hotels und Gasthäuser in der Umgebung
Maps:Kompass WK 008 Bayrischzell-Schliersee

Der Große Traithen ist mit 1852 m einer der höheren Gipfel in den Bayrischen Voralpen. Aufgrund des Panoramas, das man an klaren Tag von dort genießen kann, wird er häufig bestiegen. Die meisten Gipfelaspiranten wählen dabei die Rosengasse oder das Obere Sudelfeld, die beide bequem per Pkw erreichbar sind, als Startpunkt; aus dem Tal steigen vergleichsweise nur wenige Wanderer hinauf.
Um Zeit zu sparen und den langweiligen Aufstieg auf der Skipiste zu vermeiden, der mir bereits bestens bekannt war, fuhr ich mit dem Bus der Wendelstein-Ringlinie (Fahrplan) vom Bayrischzeller Bahnhof bis zum Unteren Sudelfeld auf 1110 m, wo ich um kurz vor 12 Uhr mittags, nach 4,5 Stunden Bus- und Zugfahrt, ankam. 


Zunächst geht man wenige Meter an der B 307 entlang, ehe ein schöner Pfad links in den Wald abzweigt. Diesem folgend, wird wenig später das Berghotel Sudelfeld erreicht. Dort hält man sich links und steigt auf einem beschilderten Wanderweg Richtung Mittleres Sudelfeld auf. Rund 15 Minuten danach gelangt man auf die geteerte Straße, welche zum Oberen Sudelfeld führt, das ich nach insgesamt 30 Minuten Gehzeit vom Unteren Sudelfeld (laut Wegweiser 1 h) erreichte. Kurz vor Speck- und Walleralm verließ ich die Straße und querte mit etwas Höhenverlust eine Wiese. Wenig später befindet man sich auf dem Normalweg zum Vogelsang. Auf Höhe des Kitzlahnerkopfs geht es auf gut sichtbaren Steigspuren einen Hang hinauf. Von den meisten Wanderern werden diese jedoch nicht beachtet - stattdessen folgen sie dem normalen Wanderweg, der eine große Kurve macht und schließlich mit dem weniger begangenen Pfad gemeinsam bis zu den Gipfelfelsen des Vogelsangs führt. Vom Gipfelkreuz geht es im Anschluss ein Stück nach Osten, ehe sich der Pfad wenig später teilt. Die einfache und normale Variante leitet den Wanderer unterhalb des Grats entlang, während die zweite Route direkt am Grat verläuft. Ich wählte dort die letztere Variante, da mir der Normalanstieg bereits von meiner letzten Wanderung auf den Kleinen Traithen vor zwei Jahren (Bericht) bekannt war. Zunächst geht es noch ohne Schwierigkeiten, aber etwas ausgesetzt, voran. Auf halbem Weg ist ein langgezogener Latschengürtel zu meistern. Ziemlich mühsam  gestaltet sich der Weiterweg: Von nun an gilt es, über, unter und auf den Ästen der Latschenkiefern sich möglichst elegant und effizient fortzubewegen, bis nach 5-10 Minuten die rettenden Spuren, hinab durch nasses und steiles Gras, in den markierten Wanderweg münden. Alles in allem lohnt es sich nicht wirklich, diese Variante auszuprobieren. Schließlich wird es schrofiger und auch rutschiger; der Weg macht eine Kehre und die Kraxelei beginnt. Drahtseile und Eisenklammern erleichtern auf den letzten Höhenmetern die Kletterei. Bergerfahren, trittsicher und schwindelfrei sollte man hier schon sein. Wenn man auch die letzte Kletterstellen bewältigt hat, ist es zum Gipfel nicht mehr weit. Nach gerade mal 1 1/4 h (laut Wegweiser 2 1/4 h) erreichte ich das Gipfelkreuz auf dem Kleinen Traithen und verpackte das Gipfelbuch in einer schönen, roten FCB-Tüte ;-) Anschließend gönnte ich mir eine Rast, ehe ich mich gegen 13:15 Uhr frisch gestärkt auf den Weg zum 130 m höheren Nachbarn, dem Großen Traithen, machte. Es folgt zunächst ein Abstieg (ca. 50 Höhenmeter), vorbei an der Fellalm, in den Sattel zwischen den beiden Gipfeln. Durch unschwieriges, felsiges Gelände ist der Gipfel nach 20 Minuten und ca. 200 HM erreicht. Leider versperrten auch hier die Wolken die Sicht in die Ferne, dafür wurden besonders nähere Gipfel durch das Wolkenschauspiel gekonnt in Szene gesetzt. Da der Gipfel gut besucht war und ich noch den Abstieg nach Bayrischzell vor mir hatte, verließ ich den Großen Traithen um kurz vor 14 Uhr und stieg über den Aufstiegsweg bis zum Fellalmsattel. Dort wendet man sich rechts, geht durch ein Gatter hindurch und folgt den obersten Pfadspuren Richtung Nordosten. Wenig später gelangt man an den Einstieg zum sog. Stopselzieher, einem steilen Steig durch eine Rinne (Stellen I-). Da ich allerdings noch auf einen der beiden Jägerwandgipfel wollte, folgte ich dem Grat und unterquerte einen Stacheldrahtzaun, um schließlich festzustellen, dass hier - ohne Kettensäge - definitiv kein Durchgang ist. Also ging ich wieder zurück, stieg über eine Wiese ab und versuchte mich am Hauptgipfel der Jägerwand. Nach einem Latschenkampf (die Brauntönung der Schuhe gab's gratis dazu), gelangte ich auf eine freie Wiesenfläche. Laut Handy-GPS wären es von dort nur noch wenige Meter bis zum 1609 m hohen Gipfel gewesen. Nach langer Suche fand ich sogar einen Mini-Durchschlupf durch die Latschen (trotzdem LKK 4!), an dem ich jedoch scheiterte. Daher ging's wieder hinab und über den Hang zurück Richtung Stopselzieher. Der Pfad durch die Rinne ist nicht allzu schwer, jedoch eine rutschige Angelegenheit. Hat man das steilste Stück überwunden, wird im Anschluss der Hang (einige Geröllfelder) gequert. Später folgt ein kurzer Anstieg durch lichten Bergwald, ehe man direkt am Oberen Sudelfeld ankommt. Dort wird noch schnell der Sudelfeldkopf mitgenommen, ehe es gleich danach über Wiesengelände hinab zum Mittleren Sudelfeld geht. Der kurze Aufstieg zum letzten Gipfel des Tages, dem 1255 m hohen Waldkopf, verläuft über schönes Almgelände. Weglos, aber unschwierig, wird im Anschluss auf einem Wiesenhang (viele Silberdisteln) Richtung Nordwesten abgestiegen, bis man sich wieder auf dem Wanderweg zwischen Unteren und Oberen Sudelfeld befindet. Am Berghotel Sudelfeld folgt man den Beschilderungen (die veranschlagten 50 Minuten sind extrem übertrieben) nach Bayrischzell und wandert in rund 20 Minuten über den breiten Schotterweg, der im Winter als Skipiste dient, hinab. Hat man den Schwebelift erreicht, spaziert man in südwestlicher Richtung auf der Sudelfeldstraße weiter, passiert die Kuranlage und das Rathaus. Nach 4,5 h erreichte ich den Bahnhof in Bayrischzell und fuhr wieder beinahe 4 Stunden zurück.

Hike partners: Jonas*

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Geodata
 12359.kmz Traithen

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Comments (2)


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Gemse Pro says:
Sent 13 August 2012, 18h50
Man merkt noch deine Jugend, alle Zeiten unterbieten :-)
Es wird Zeit dass du 18 wirst und ein eigenes Auto bekommst, damit du deine Wanderungen auch geniesen kannst.
Zur Zeit ist es nur ein Hetzen mit der Zeit, damit den Zug wieder erreichst :-(
Trotzdem ein toller Bericht und gute Bilder.
Wie werden deine Bilder erst, wenn du noch mehr Zeit hast. :-)))

Jonas* Pro says: RE:
Sent 13 August 2012, 19h01
Ach, es ist doch viel schöner, etwas flotter unterwegs zu sein! Dann kommt einem sogar noch ein erfrischender Wind entgegen ;-)
Trotz des Tempos kann ich meine Wanderungen immer genießen!
Ich hätte auch erst um 19:35 Uhr mit der BOB losfahren können und wäre noch rechtzeitig daheim angekommen.
Aber du hast schon recht - wenn man länger am Berg ist, kann man natürlich auch länger genießen!


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