Dent d'Oche


Publiziert von TomClancy , 14. August 2012 um 21:51.

Region: Welt » Frankreich » Haute-Savoie » Massif du Chablais
Tour Datum: 8 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: F 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Via Bernex und Trossy zum Restaurant La Fétuières

Nach einigen Bade- und Faulenzertagen am Genfersee kann ich's einfach nicht mehr lassen: ein Berg muss her! Schon von weitem fällt einem in Thonon-les-bains der Dent d'Oche auf. Er steht mit seinen Kalkzähnen so markant am Horizont, dass er meinen Blick immer wieder fesselt. Mein Rucksack ist noch gepackt vom geplanten Wetterhornausflug, der leider wegen des Wetters ins Wasser gefallen ist und so ist der Entschluss schnell gefasst: heute geht es in die Berge!

Mit dem PW fahre ich via Bernex und Trossy auf einer gut ausgebauten Strasse bis zum Restaurant La Fétiuère. Dort hat es genügend Parkplätze, obwohl ich heute etwas spät dran bin. Gleich von Beginn weg weisen mir die französischen Wegweiser den Weg nach oben. Die Wege sind gut ausgebaut und so komme ich schneller als angegeben voran. Schon bald verlässt man kurz vor der Alp Chalets d'Oche den Wald und ist ab nun auf der Südseite des Dent d'Oche der Sonne ausgesetzt. Der schwache Wind bringt nur wenig Kühlung. Ein guter Wanderweg bringt nicht nur mich, sondern Dutzende von Wanderfreunde Richtung Gipfel. Kurz nach der Abzweigung zum Col Rebollion auf 1920m wird das Gelände etwas ernsthafter. Es ist aber alles in einem problemlosen T3/T4-Bereich. Heiklere Stellen sind mit Ketten gesichert und manchmal sogar mit Drahtbügeln klettersteigartig ausgerüstet. Was es hier nicht alles zu bestaunen gibt:  Der Mann, der sich mit dem Krückstock hoch müht (Respekt!), die Leute, die beinahe schreckgelähmt von Mitwanderen Schritt für Schritt nach dem Hüttenbesuch wieder in die grausliche Tiefe gelotst werden müssen, vor Angst schreiende Kinder, die am Seil von zwei Erwachsenen hoch gezerrt werden (wie die wohl wieder runter kommen?), oder ganze Gruppen, die angstschweissgebadet auf dem Hosenboden Dezimeter für Dezimeter ins Tal rutschen. Welcher Teufel hat wohl die alle geritten, hier hochzukommen?

Nach einer kurzen Rast beim wunderschön gelegenen Réfuge d'Oche bessert sich die Situation. Ab hier hat es nur noch Bergwanderer, die diesen Namen auch verdienen. Schon beim Réfuge hat mich die Aussicht begeistert, aber der Blick vom Gipfel ist nun wirklich phänomenal. Durch seine Lage über dem Genfersee kann man nun wirklich wie in der SWISS MINIATURE die ganze Genferseeregion 1800 Meter tiefer bewundern. Da die umliegenden Berge nicht höher sind, hat man ein phänomenales Panorama. Ich geniesse für eine halbe Stunde die Ruhe und die Wärme. Nach einem kleinen Picknick mache ich mich auf den Abstieg Richung Col de Planchamp. Die ersten 150 Meter führen kettengesichert dem Grat entlagn, dann geht es steil nach unten. Kurze Stellen des Weges sind etwas rutschig, hier kommt dann mein Pickel zum Einsatz, da ich keine Stöcke mitgenommen habe. Aber meistens ist der Weg sehr gut zu begehen. Ich treffe auch drei Steinböcke an. Einer scheint blind zu sein, denn er hat die Augen voller Schorf und er schleicht sich unsicher mit dem Bauch dem Boden entlang. Als ich dies dem Älpler melde, gibt mir dieser die Auskunft, dass sich diese Krankheit selber ausheilt und die Tiere wieder gesund werden. Die anderen beiden Tiere scheinen gesund zu sein. Sie lassen sich durch mich nicht beim Fressen stören und ich freue mich, sie ausgiebig beobachten zu können. Bald schon komme ich beim Col de Planchamp an. Via Lac de la Case und Chalets d'Oche geht es zügig wieder hinunter nach La Fétuière, wo mein braves Auto auf mich wartet. Schon bald tauche ich wieder in die turbulente Campingwelt ein, während in meinem Rücken der markante Dent d'Oche im rosaroten Abendrot verschwindet!

Tourengänger: TomClancy

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