Lenzerhorn der wahre König von Lenzerheide


Publiziert von TeamMoomin , 17. August 2012 um 21:56.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Lenzerheide
Tour Datum:10 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m

Nachdem gestern der Auftakt mit dem Piz Julier fürs Graubündenwandern geglückt war, wollten mein Cousin und ich mich nun am wahren König von Lenzerheide dem Lenzerhorn versuchen.  Vom Tal aus schon von weitem zu sehen versprach auch er ein toller Aussichtsberg zu werden und das Wetter spielte auch noch mit, was will man mehr?

So standen wir um 6.00 Uhr nach einer angenehmen Nacht in der Jugendherbege Valbella auf und assen erstmal ausgiebig Frühstück. Danach ging es via Wanderweg durchs Dorf und langsam ansteigend in Richtung Lenzerheide auf der rechten Talseite empor.

Hier kann man immer wieder diverse Abkürzungen nehmen indem man dirket über die Downhill Pisten der Mountainbiker aufsteigt, ABER man sollte dies nur am ganz frühen Morgen machen wenn diese sicherlich noch nicht unterwegs sind denn am Tag gleicht dies einem Suizidkommando! Ausserdem muss man dann gut Acht geben dass man wieder den Richtigen Einstieg findet, da es zwischen Valbella und Lenzerheide jenste Zufahrts- Forststrassen etc. hat.

Kurz nach dem Punkt 1570 biegt man bei der Dieschen Seura nach links bergwärts ab bis man dann den Bergweg erreicht. Diesem folgt man dann immer im Zick Zack empor bis zur Alp Sanaspans. Hierbei  kommt man an einem schönen Wasserfall vorbei welcher bei der "Brötlistelle" bei ca. 1850 über einen kleinen Seitenweg erreicht werden kann.

Bei der Alp angekommen gabs erstmal ein grosses Rivella und ich zeigte meinem Cousin was ein Shorly ist, wobei er ziemlich begeistert von diesem Mischgetränk war. :-)

Frisch gestärkt ging es nun über die Almwiese bis zum Punkt 2243, wobei man doch ab und zu einen Blick auf die Füsse werfen sollte, da der Wanderweg hier von arg vielen Murmeltierlöchern gespickt ist. Ab 2243 gehts dann über einen eher schuttigen Grashang hinauf auf den Kamm welcher anschliessend in einer Halbmondform zum Gipfel führt.

Bei diesem Aufstieg beklagte sich mein Cousin das erste mal über seinen rechten Fuss bzw. dessen Achillessehne welche Ihn schmerzte, daher liesen wir es langsam angehen und machten beim Punkt 2489 nochmals eine kleine Pause. Von hier aus sieht das nächste Stück gar nicht so einfach aus, aber der Wanderweg schlägt dem Gelände ein Schnippchen und verläuft total einfach auf einem Grasband hinter der Felskulisse durch.

Am Ende dieses kleinen Weges hinter den Felsen hindurch kommt nun der erste Felsaufschwung zum Vorgipfelplateau, und hier war für mein Cousin leider Schluss. Sein Fuss schmerzte und er fühlte sich nihct mehr wirklich trittsicher so dass er beschloss hier eine Rast zu machen und etwas zu schlafen während ich allein auf den Gipfel gehen sollte.

NAchdem ich mich vergewissert hatte, dass er alles hatte, inklusive Schmerztabletten, und es für Ihn wirklich ok ist dass ich einen Abstecher zum Gipfel mache versprach ich baldmöglichst zurück zu kehren und machte mich an den Aufstieg.

Der erste Felsaufschwung besteht aus grösstenteils viel Schutt und man braucht die Hände eher selten da es keine wirklichen Kletterstellen drin hat. Danach quert man wieder in einfacherem Gehgelände hinüber zum Hauptgipfel wo man dann doch ab und zu seine Hände braucht. Die kleine Schlüsselstelle ein etwas griffarmer Felsklotz ist mit einer Minikette entschärft und stellt so auch kein Problem dar (geht auch gut ohne Kette). Auf den letzten Metern kommt dann noch eine hübsche Kraxelei im I Grad wobei hier die Hauptschwierigkeit darin besteht, dass etwa 70% des Gesteins eher lose ist und man also besser schuat wo man hinsteht bzw. wo man hinlangt.

Und dann war ich auhc schon auf dem Gipfel, und was man da für eine Aussicht kriegt toll. Das ganze Tal der Lenzerheide, Aroser Rothorn, Erzhorn, Piz Ela etc. etc. wirklich ein lohnender Wanderberg was die Ausscht anbelangt!

Der Grat hinüber zum Piz Mosch sieht auch toll aus, sicherlich euch ne Tour wert. So genoss ich die Aussicht und ass eine Kleinigkeit, etas später kam dann noch ein netter Wanderer aus Bern am Gipfel an und wir unterhileten uns noch nett. Danach war es Zeit für den Abstieg wobei man aufgrund des Schotters einige Stellen ziemlich rasant runterschlittern kann, nur hinfallen sollte man nicht.

So kam ich sehr zügig bei meinem Cousin an dem es unterdessen schon wieder viel besser ging, wahrscheinlich waren die letzten Tage etwas zuviel für Ihn gewesen, und so machten wir uns via Schotterweg, welcher kurz vor dem P 2547 abzeigt wieder an den Abstieg.

Im Tal gabs dann nochmals viel zu trinken um all die ausgeschwitzte Flüssigkeit zu kompensieren und dann hiess es auch schon wieder Abschied nehmen von Graubünden.

Fazit: Eine schöne Bergwanderung mit toller Aussicht sowie einem beeindruckenden Wasserfall, auf jedenfall eine Reise Wert. Man sollte einfach Acht geben da der Schotter teilweise sehr rutschig ist und der Gipfelaufbau sehr viel loses Gestein hat.
Für mich ist ganz klar der Kanton Graubünden werde ich sicherlich noch einige male ein Besuch abstattten, denn es warten dort noch unzählige tolle Gipfel auf mich.


Tourengänger: TeamMoomin

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