Sasso Bello


Publiziert von Zaza , 12. August 2012 um 10:16.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:11 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo delle Pecore 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 2500 m
Abstieg: 2500 m
Kartennummer:1292

Der unvergleichliche lorenzo hatte ja vor einiger Zeit die "Stella di Spluga" beschrieben; eine originelle Route, bei der er in mehreren Tagen all die schönen Grate und Gipfel um die Capanna Alpe Spluga herum zu kombinieren wusste. Unser Plan war hingegen, in einem Schnuz und vom Tal aus die Gipfel zwischen Sasso Bello und Pizzo dei Chènt miteinander zu kombinieren. Das sollte sich jedoch als allzu kühn erweisen.

Wir starten um 6:45 in Ovi (Lavizzara) und folgen dem recht guten Talweg ins Val Serenello bis kurz nach Corte di Fondo. Hier wählen wir den Weg auf der orografisch rechten Talseite, der nicht allzu deutlich ist, aber halbwegs direkt nach Cascine d'Alpe (verschlossene Jägerhütte) führt. Die Route durch den Bachlauf wäre sicherlich interessanter, aber wohl auch etwas aufwendiger.

Oberhalb der Hütte erreichen wir die Markierung der Via Alta Vallemaggia, der wir durch die steile Rinne bis in die Bocchetta del Sasso Bello folgen. Hier sehen wir die felsig-grasige Rampe, die es erlaubt, den ersten Abschnitt des Ostgrates des Sasso Bello zu umgehen. Wir steigen in der Nordflanke etwas ab bis zum Beginn dieser Rampe und ersteigen sie dann bis zum Grat hinauf, wo wir die Rucksäcke deponieren. Eine schöne Kraxelei führt uns nun zum Ostgipfel (P. 2290, Gipfelbuch) und dann zum Westgipfel (P. 2295). Gemäss Gipfelbuch wird der Sasso Bello ziemlich selten bestiegen, so gab es etwa im ganzen 2011 keinen Eintrag. Am meisten wird der Aufstieg über den Südgrat gewählt, während Stammgast chmblum einige Routen durch die Plattenwand erkundet hat.

Vom Rucksackdepot steigen wir südseitig ab, zuerst durch eine felsige Rinne, dann über steiles Gras. Ein kurzer Wiederaufstieg und schon sind wir zurück in der Bocchetta del Sasso Bello. Der folgende Weg zum Pizzo delle Pecore ist im Führer mit "L, III" bewertet, doch schon der erste Aufschwung scheint uns recht happig für eine L-Route. Stotzig geht es da aufwärts bis zu P. 2220, danach wird der Grat ziemlich flach und erlaubt ein schönes Kraxeln. Kurz vor dem Gipfel kommen dann die bösen Stellen. Die Dreierstelle ist arg exponiert und die von lorenzo erwähnte Umgehung finden wir auch nicht. Zur Not könnte man sich vielleicht hinauf mogeln, aber da der Weiterweg auch nicht gerade simpel aussieht, scheint uns das zu riskant und wir entscheiden uns zur Umkehr. Nach unserem Eindruck ist dieser Grat gesamthaft eher mit WS+ zu bewerten.

Also alles zurück zur Bocchetta, wobei der Abstieg vom P. 2220 nicht gerade ein Zuckerschlecken ist. Dann auf der VAVM bis in die Nähe des Passes zwischen Val Serenello und Val Cocco. Etwas oberhalb findet sich ein anderer, markanter Einschnitt im Grat. Wir steigen dort hinauf und gehen dann rechts dieses Einschnittes über ein Grasband von rechts nach links auf den NW-Grat der Cima di Broglio. Dieser ist gut begehbar, er bietet ebenso eine schöne Kletterei wie der Weiterweg zum Pizzo del Cocco und der Abstieg zum Passo del Cocco. 

So bleibt uns bei brütender Hitze noch der Abstieg durchs Val Cocco, dessen Pfad markiert und in gutem Zustand ist, vor allem unterhalb von Corte Cocco. Im Posta in Bignasco stossen wir trotzdem auf eine sehr gelungene Tour an, die uns auf drei prächtige Gipfel und in zwei der schönsten Tessiner Seitentäler geführt hat. Und die anderen Gipfel laufen uns ja zum Glück nicht davon!

Tourengänger: Zaza

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»