Via Alta delle 12 Valli: V.Rierna, V. di Bri,Val Iragna (Camana), Val Lodrino


Publiziert von jimmy Pro , 6. August 2012 um 12:05.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:24 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Poncione Rosso   Gruppo Madöm Gross 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 1920 m
Abstieg: 950 m
Strecke:Tecc Stevan-Val Rierna -Stabbio di Cima-Motaroi di Bri-Cassina della Froda-P.2336-Campo-Cima Scarglioi-Piano dei Laghetti-Scengio dell Ovigh-A.Vacarisc-A..Negheisc-Orello del Merlo-A.del Venn-A.dei Laghetti
Kartennummer:1293

Nun folgt die „Königsetappe“: Nach 1000 m Aufstieg durch Wald, Erlen, Himbeeren, Brennesseln und brusthohe Blackenfelder endlich freie Grasflanken, listige Querungen durch steile Flanken, fantastische Weitsicht über die „Stirn“ der nächsten 4 Täler, während sich auf deren Scheitel über uns die Via Alta Verzasca schlängelt.
Alles auch wieder bei sicherem Hochdruckwetter, das nur leichte abendliche Schauer über der fernen Adulakette zulässt.
Vorerst gilt es die Abzweigung ins Val Rierna auf ca 1140 m nicht zu verpassen, bald stösst man aber auf einen feinen, durchgehenden, in den Erlen ausgeholzten, aber leider noch nicht gemähten Pfad ( Brennesseln!), der steil dem Bach entlang, dann in weitem Zickzack bis zur mittlerweile neu renovierten Cassina Nuova (geschlossen) führt. Znünipause und Flüssigkeit nachfüllen!
Kontinuierlich ansteigend erreichen wir dann über die Ruinen von Stabbio di Cima und eine breite Schulter die Motaroi di Bri auf ca. 2200m. Tiefblick ins Valle di Bri und auf den „Wasserfallweg“ zur Cassina della Froda  *Wilde Rundtour in der Leventina: Valle di Bri – Motaroi di Bri – Valle Rierna  .
Wieder eine Terrasse, die hinüber, auf ca.2120m weglos den Kessel von Froda querend, zu Punkt 2336 führt.
Nun fällt der Blick ins hinterste Val Camana (Iragna) und der Poncione Rosso schiebt sich als Leuchtturm für die nächsten Stunden ins Bild. Zu Füssen der Cima Lunga liegt das aufgewärmte Seelein P. 2242, das zu Bade lädt. Vorerst quert noch eine gute Wegspur den steilen Hang über der Alpe Ghereresc dorthin.
Unter der Bassa querend, die von hier als imposante Felswand erscheint, lässt sich dann problemlos zur Cima Scarglioi queren, deren Grat wir auf 2250 m erreichen.
Nun geht’s auf Schafwegen schräg abwärts über den Piano die Laghetti zum Beginn des Scengio dell’Ovigh.
Dieses breite, nur sanft abfallende Band, eingebettet in die N-Wand der Cima di Vacarisc, führt ansteigend unter tropfenden Felswänden, kürzer als erwartet, hinauf auf den Grat, der nahe der Cima di Stüell in das Val di Lodrino hinüber gequert wird. Pflanzenreichtum und tropfender Fels prägen diesen Abschnitt.
Der Abstieg zur Alpe di Vacarisc ist dann ausgesetzt und erfordert volle Aufmerksamkeit, ist aber logisch und vorerst sogar durch Pfadspuren vorgegeben.
Nach weiteren 100 hm Abstieg ist die Alpe Negheisc mit seinem Rifugio erreicht.
Hier zeugen Bänder und Fähnchen vom Wettlauf, der jährlich von Lodrino über die Forcarella di Lodrino nach Lavertezzo ausgetragen wird. Wir aber sind froh, die schweren Rücksäcke ablegen und uns in der gemütlichen Hütte nach einem stärkenden Abendmahl zur Ruhe legen zu können!
 
Abends beginnt es leicht zu regnen, so dass am nächsten Morgen das hohe Gras zu ersten Mal nass ist, als wir früh aufbrechen, um den Kessel von Venn anzupeilen. Die Morgensonne trocknet aber rasch die letzte Feuchtigkeit, so dass wir uns schon bald wieder nach Abkühlung sehnen.
Oberhalb Pasturescia wieder ein Verhauer: schon sind wir 40m zu tief zur Alp abgestiegen und müssen wieder zurück, bis wir auf den feinen Pfad stossen, der auf 1760 m nach SW abzeigt. Als dieser vor der Alpe della Pianca steil durchs Gras anzusteigen beginnt, ist er plötzlich mit sporadischen gelben Markierungen versehen, so dass die Alpe del Venn recht gut gefunden werden kann.
Über uns schwingt sich der elegante NE-Grat des Poncione del Venn in die Höhe, der von unserem Freund Christoph Blum erschlossen wurde und dank seiner Erwähnung im Wildclimb-Führer jährlich einige Male begangen wird (5a obl.). Der Vergleich mit der Badile-Kante scheint vor allem bei Blick von der Seite, wie er sich auf dem Grat oberhalb der Alpe dei Laghetti bietet, zwingend.
Hier beschliessen wir, etwas ausgelaugt vom Kampf durch Busch und Gras und angesichts der Länge des noch vor uns liegenden Wegs, einen Ruhetag einzulegen.
Dieser ist ausgefüllt mit Wiederherstellung der Wasserversorgung und einer ausgiebigen Hüttenreinigung (Essenreste, von Mäusen verzettelt, haufenweise Mäusegägeli, herabgebröckelter Verputz).
Das bescheidene Rifugio ist nun wieder zu empfehlen und harrt der diesjährigen Besucher, die es nicht vorziehen, auf der davorliegenden herrlichen Terrasse mit Tiefblick ins Valle di Drosina zu zelten.
Ein Abendausflug ohne Ballast führt mich noch nach Pitei hinauf, von wo sich ein grandioser Blick in den Kessel von Piotta mit seinem Poncione, der gleichnamigen Alp und den Hütten von Picoll bietet.
Weitere 2 Tage, ohne einem Menschen zu begegnen, liegen hinter uns. Ticino selvaggio!

Tourengänger: jimmy, lucama


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Kommentare (1)


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Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 15. Oktober 2013 um 15:27
welch wilde Gegend - schön, euren Wegen zu folgen!

lg Felix


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