Katzenkofel 2912m


Publiziert von Kik Pro , 3. August 2012 um 17:19.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:19 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Kartennummer:Tabacco 1:25'000 Nr. 035

Nach den guten Erfahrungen der letzten Woche sind wir wieder pünktlich am Treffpunkt der Touri-Gipfeltour mit Günther. Heute solls nur auf einen mittelschwierigen Berg gehen. So warten da weitere 11 Gipfelaspirantinnen und –aspiranten und Günther hat zur Verstärkung eine Kollegin mitgenommen, Ruth.
 
Wieder starten wir in Rein, und wieder gleich mit hohem Tempo. In einer Stunde sind wir bei der prächtig gelegenen Durra Alm. Deren Schiefertafel verspricht Köstliches, wir schieben den Genuss  aber bis zum Abstieg auf. „Unser“ Gipfelziel ist nicht sichtbar. Von nun an gibts keinen Weg mehr, auch keine Spuren. Zwei junge hiesige Mädchen laufen direkt hinter Günther. Sie haben genug Schnauf, um auch bei diesem Tempo während des ganzen Aufstiegs zu diskutieren, wofür ich sie beneide.
 
Wir gehen hinter der Alp etwa 50 hm gerade den Hang hoch, dann nach Westen (links) auf einer Art Rampe bis zur Baumgrenze bzw. einer Verflachung auf etwa 2250m. Von dort führt die Route über Heidelbeeren, Alpenrosen und Wacholdersträucher ziemlich senkrecht den steilen Grashang hoch, einem schwachen Rücken folgend. Ab etwa 2400m sind Blockinseln im Kraut eingelagert, das Gelände wird flacher. Hier wird es dem ältesten Teilnehmer zu viel, er verspricht zu warten. Mit ihm bleibt auch ein junger italienischer Tourist zurück, sein Schuhwerk ähnelt den Badelatschen von Kopfsalat (nur beherrscht er die Lauftechnik damit weniger gut). Die Marschrichtung wechselt ab ca. 2500m auf WNW. Das Gras zwischen den Blockfeldern wird spärlicher und nun wird es auch für den älteren Hund eines Herisauer Ehepaars zu anspruchsvoll, der Mann bleibt mit Hund zurück, mit ihm ein weiterer Teilnehmer: Zäh chlini Chraxlerli....?

Noch immer sieht man den Gipfel des Katzenkofels nicht. In der Geröll- und Schneemulde südlich seines Ostgrates peilen wir eine Schuttrinne an, die direkt östlich unterhalb des Gratabsatzes 2810m auf den Grat führt. Nach einer kleinen Stufe wird endlich das Ziel sichtbar, ein schuttiger Doppelgipfel mit Kreuz. Ein paar Schritte unter uns sitzt ein Einheimischer mit Feldstecher und wundert sich über die angekommene Prozession. Hierher verirrt sich sonst kaum jemand. Der letzte Anstieg ist schnell geschafft, der mit 2912m kotierte Gipfel des Katzenkofel erreicht. Wir haben die knapp 1300 Höhenmeter inklusive zweier Pausen in gerade 3 Std. überwunden. Der Zwillingsgipfel nördlich daneben ist 10m höher, der lockere Bruch dient uns als Vorwand, es bleiben zu lassen (d.h. wir haben nur den Kofel bestiegen, die Katze nicht). Hier liegen uns das obere Ahrntal und das Reintal zu Füssen, Zillertaler und Rieserfernergruppe präsentieren sich wie im Prospekt, aber so klar wie gestern ist es nicht.

Der Abstieg erfolgte auf dem Aufstiegsweg, da die meisten mit dem Auto gekommen sind; man könnte ebenso gut ins Ahrntal absteigen. Die Schuttrinne erfordert etwas Vorsicht bei einer so grossen Gruppe.  Um 13 00 sind wir schon wieder bei der Durra Alm, wo wir auf die verlorenen Schäflein treffen. Sie führen uns bereits kundig in die hiesigen Spezialitäten ein (u.v.a. erstklassiger Topfenstrudel), wofür wir uns nun reichlich Zeit nehmen können.
Fazit: die Gipfelwanderungen des Ahrntaler Touristenbüros erfordern eine gewisse Kondition und sind alles andere als Null-Acht-Fünfzehn.

Tourengänger: Kik

Galerie


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