Berner Haute Route oder durch das Herz der Berner Alpen vom Jungfraujoch zum Grimselpass


Publiziert von passiun_ch , 12. Mai 2013 um 15:52. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:14 Juli 2011
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   CH-BE 
Zeitbedarf: 4 Tage
Aufstieg: 1560 m
Abstieg: 2680 m
Strecke:Jungfraujoch-Konkordiahütte-Grünhornlücke-Finsteraarhornhütte-Oberaarjochhütte-Berghaus Oberaar
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Interlaken - Lauterbrunnen - Kl. Scheidegg - Jungfraujoch
Zufahrt zum Ankunftspunkt:(Berghaus Oberaar) - Grimselpass - Meiringen - Interlaken
Unterkunftmöglichkeiten:Konkordiahütte (2850 m.) Finsteraarhornhütte (3048 m.) Oberaarjochhütte (3256 m.) Berghaus Oberaar (2350 m.)

Wenn ein Tourmitgänger einen erstklassigen Tourenbericht schon veröffentlicht hat, ist es schwer dem noch etwas hinzuzufügen oder gar noch einen draufzusetzen und ohne diese Tour hätte ich auch nie Renaiolo und Doris kennengelernt.
Renaiolo ist es auch gewesen der mich zu den Hikrn gebracht hat und es sich zu einem neuen und schönen Hobby entwickelt hat, man kann dann immer wieder auf die schönen Tage zurück blicken und beim Schreiben hat man irgendwie die jeweilige Tour praktisch vor Augen.

Ausgangspunkt und Treffpunkt der Tour war das Jungfraujoch, da ich meinen Urlaub im Oberwallis verbrachte, benutzte ich einen Frühzug durch den neuen Lötschbergtunnel.
Das Wetter war leider grau und verregnet und keine Berge weit und breit zusehen. Man stellt sich eine Fahrt auf's Jungfraujoch halt anders vor als nur in die graue Nebelsuppe zuschauen.
Es gab dann aber einen Lichtblick, andere würden sagen "Passiun_ch-Wetter", es begann kurz aufzureißen und die Sicht auf Mönch, Jungfrau und den Aletschgletscher bis zum Konkordiaplatz wurde frei, bevor es später wieder etwas zu zog. Die anderen Tourteilnehmer kamen erst später oben an und keiner glaubte mir das das Wetter schon besser war, gut das man heutzutage die Beweise in der Kamera schon sieht.
Nach der Begrüßung unseres Guides folgte eine kurze Einweisung und dann ging es auch schon los. Meine persönliche Herausforderung dieser Tour waren die Eisentreppen hinauf zur Konkordiahütte. An einer steilen Wand so hoch, dann auch noch mit Gitterrost zum Durchschauen in die Tiefe, das sorgte bei mir für ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Aber das wusste ich ja schon vorher, um ein gewisses Gefühl dafür zu bekommen ging ich ein paar Tage davor den Thermalquellensteg in Leukerbad, ich weiß kein Vergleich, aber für mich zur Beruhigung ganz gut.
Außerdem nutzte ich zur Akklimatisierung eine Tour in Saas Fee zur Britanniahütte, so daß ich mich gut vorbereitet fühlte. Doch meistens kommt es anders als man denkt, so lag dann die gesamte Treppe im Nebel bzw. in den Wolken und alle Bedenken waren verflogen bzw. auf den anderen Morgen verschoben.

Ach ja der erste Tag, wir gingen vom Jungfraujoch über den oberen Teil des Aletschgletschers hinab zum Konkordiaplatz. Am Anfang noch etwas steiler, flachte die Strecke später doch merklich ab. Aus konditioneller Sicht war der erste Tag bis auf die Treppen in luftiger Höhenlage keine große Herausforderung.  Es ist aber schon beeindruckend am Konkordiaplatz mehrere hundert Meter Eis unter den Füßen zu haben.
Am nächsten Morgen war die Nacht um 4:30 Uhr zu Ende und der Blick aus demFenster versprach ein sonniger Tag zu werden. Also nicht wie rein in die Klamotten und hinaus ins Freie, und da war er nun der Konkordiaplatz in all seiner Pracht.
Um 6:00Uhr machten wir uns auf den Weg zur Finsteraarhornhütte. Es ging die Eisentreppe wieder hinunter an den Rand des Konkordiaplatzes, um dann rechts den Grüneggfirn hinauf zu laufen.
Im unteren Bereich erst leicht ansteigend geht es dann später zur Grünhornlücke doch recht steil und kräftezehrend hoch, wir legten öfters mal eine Verschnaufpause ein und ich war froh als wir dann oben waren.
Auf der Grünhornlücke sticht sofort das mächtige Finsteraarhorn ins Auge. Der Blick geht dann hinab zum Fieschergletscher und auf der anderen Seite des Übergangs zurück zum Konkordiaplatz mit Blick zur Lötschenlücke.
Wir legten an diesem herrlichen Plätzchen eine ausgiebige Rast ein und genossen das famose Panorama.
Im Tal des Fieschergletschers lag noch Nebel, so daß wir unser Tagesziel, die Finsteraarhornhütte noch nicht sehen konnten. Wir stiegen von der Grünhornlücke hinab zum Fieschergletscher und so langsam lichtete sich der Hochnebel und als wir am Gletscherrand ankamen konnten wir dann auch die schöne Finsteraarhornhütte sehen. Vom Gletscher geht es gut 100 Höhenmeter hinauf zur Hütte, auf einem mit Ketten und fixen Seilen gesicherte Weg. Als wir zur Mittagszeit ankamen genossen wir erstmal die herrliche Hüttenterasse mit dem grandiosem Panorama bei herrlichem Sonnenschein, einfach nur traumhaft. 
Die Finsteraarhornhütte ist eine hervorragend ausgestattete Hütte auf dem neusten Stand, ein Highlight für mich waren die bis zum Boden reichenden Fenster in den Schlafräumen, sehr gastfreundlich und wir genossen ein hervorragendes Abendessen.
Wie auch schon am Vortag auf der Konkordiahütte waren auch auf der Finsteraarhornhütte für Mitte Juli nur recht wenige Gäste anwesend, so daß wir uns doch recht breit machen konnten.
Am nächsten Tag war Abmarsch um 6:00 Uhr bei herrlichem Wetter. Unten am Fieschergletscher montierten wir dann wieder unsere Steigeisen und gingen über den spaltenreichen Gletscher hinab zum Rotloch, wo der Galmigletscher einmündet. Von dort wird der Blick frei zu den Walliser Alpen, mit der Weissmies -und der Mischabelgruppe. Leider zogen am südlichem Himmel schon die ersten Wolken auf und somit bestätigte sich der Wetterbericht mit der am Nachmittag angekündigten Wetterverschlechterung. Wir verließen nun den Fieschergletscher und stiegen mal mehr mal weniger steil über den Galmigletscher und später dann über den Studergletscher hinauf in Richtung Oberaarjochhütte. Die letzten Höhenmeter zum Oberaarjoch ging es dann recht steil rauf und auf einer am Fels verankerten Leiter zur gleichnamigen Hütte.
Puuuhhhh geschafft, auch weil sich das Wetter doch merklich verschlechtert hatte und somit das Matterhorn von der Oberaarjochhütte nicht zu sehen war geschweige denn die anderen Gipfel.
Die Hütte war in einem schlechten Zustand und der Hüttenwart nicht zu beneiden und kein Vergleich zu den vorherigen Hütten. Er war Einzelkämpfer und vieles sah vernachlässigt aus, dazu kamen noch Probleme mit der Strom -und Wasserversorgung.
Als wir gegen 12:30 Uhr ankamen waren wir bis dato die einzigsten Gäste, jedoch war die Hütte zum Abend hin fast ganz voll und Hüttenwart Reto Flepp hatte so seine Schwierigkeiten, wir waren gespannt auf das Abendessen.
Dank der großen Unterstützung von Doris, der Frau von Renaiolo, im Verkauf, waren dann doch alle Gäste zufrieden. Ach so, das Abendessen, ja das war zu unserem Erstaunen richtig gut und lecker, also kochen kann er.
Nachdem anstrengenden Tag ging es früh zum Schlafen, oder auch nicht, denn die Nacht wurde aufgrund des schlechteren Wetters recht unruhig.
Das Wetter sollte am nächsten Tag im Laufe des Vormittages sich noch verschlechtern, so daß wir uns um 6:00 Uhr an den langen Abstieg machen wollten. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, denn die Hüttentechnik versagte mal wieder und so gab es dann kein stärkendes Frühstück sondern die Reste aus unseren Rucksäcken und das bei Kerzenschein. Kann auch schön sein !
Es fing mittlerweile an zu Nieseln als wir uns dann gegen kurz vor 7 auf den Weg machten.
Über den Oberaargletscher ging es hinunter zum gleichnamigen Stausee im Grimselgebiet. Der Abstieg zog sich dann doch zeitlich in die Länge, da immer mal wieder im oberen Bereich jemand in kleine Spalten bis an die Oberschenkel "versackte". Auf einem Wanderweg und bei leichtem Regen liefen wir entlang des Stausees bis zum Berghaus Oberaar. Dort kehrten wir zur Mittagszeit ein und beschlossen den Weg bis zum Grimselpass nicht mehr zu laufen. Wir bestellten uns ein Alpentaxi das uns nach Meiringen brachte. Mittlerweile regnete es Bindfäden und da mein Ausgangspunkt in Brig war, stieg ich am Grimselpass aus und wartet dort auf das Postauto nach Oberwald um anschl. mit der MGB nach Brig zu fahren.

Ein erlebnisreiches Gletschertrekking in einer fast schon arktischen Landschaft, mit einem Guide bei dem der Genuss im Vordergrund stand und nicht die Leistung.

Einen besonderen Dank auch noch an Doris und Ruedi, denn aufgrund dieser Tour haben wir uns kennengelernt und die beiden sind fleißig dabei einen "Schweizer" aus mir zu machen.

Uf wiederluege :-))

Tourengänger: Renaiolo, passiun_ch


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