Ludwigshöhe - Parrotspitze - Signalkuppe


Publiziert von Sherpa , 25. Juli 2012 um 17:29.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:16 Juli 2012
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1670 m
Unterkunftmöglichkeiten:Neue Monte Rosa Hütte Margherita Hütte

Besuch der höchsten Schweizer

Für diesen Sommer hatten wir uns ein paar der höchsten Walliser vorgenommen.
So planten wir als erstes Tagesziel die Ludwigshöhe, Parrotspitze und Signalkuppe.
Die Margherita Hütte stellte unser Nachtquartier dar.


Gestartet sind wir in Zermatt. Hier am Bahnhof nahmen wir die Bahn bis nach Rotenboden (2815m).
Von der Station Rotenboden führte der Weg der Moräne entlang bis zu Pt. 2649. Hier ist eine Eisenleiter in den Fels gebaut, welche einem den Abstieg auf den Gletscher erleichtert.

Der Weg über den Gletscher ist für den "normalen Wanderer" meiner Ansicht nach nicht zu unterschätzen. Mussten wir doch auch einige Gletscherspalten überqueren. Sonst ist der Weg gut mit Holzpfosten markiert.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Gornergletscher führte der Weg durch die Moräne hoch, teils mit Eisenstiften oder Drahtseilen gesichert, zur neuen Monte Rosa Hütte.

Bei der Monte Rosa Hütte, quartierten wir uns für die erste Nacht ein. Die Hütte faszinierte uns schon von aussen. Gespannt bestaunten wir das Innenleben. Mir persönlich hat die Hütte gut gefallen. Die Architektur im Inneren ist zweckmässig und alle Räume sind gut ausgenutzt. Die Zimmer haben reichlich Platz für Bergsteiger und Gepäck.

Wie üblich war die Hütte ausgebucht und wir waren erstaunt, wie wir im Zimmer und Esssaal genügend Platz vorfanden. Das Nachtessen war reichlich und gut. Gegen Abend machten wir noch ein paar Fotos und gingen anschliessend früh ins Bett.

Am nächsten Morgen war für uns der Tagwach um 6.00 Uhr. Andere Seilschaften waren um diese Zeit bereits drei Stunden unterwegs, nämlich zur Dufourspitze.

Nach dem Morgenessen starteten wir um 7.00 Uhr in Richtung Grenzgletscher.
Der Weg führt von der Hütte durch Blöcke auf die Moräne zum Gletscher, dafür benötigten wir 30 min. Der Weg ist mit Steimanndli markiert, welche aber in der Dunkelheit nicht einfach zu finden war.

Auf dem Grenzgletscher angekommen, seilten wir an und machten uns in Richtung Ludwigshöhe auf. Als die Sonne aufging war das  Wetter fantastisch. Wir querten den Gletscher in Richtung Liskamm Nordwand. Die Spaltenzone auf ca. 3400 Meter umgingen wir in einem leichten Linksbogen und peilten den Pt. 3753 an. Hier umgingen wir die Spalten in einem leichten Rechtsbogen und erreichten um das Monterosa-Plateau auf 4100 Meter.

Leider zogen zwischenzeitlich Wolken auf und das Wetter machte langsam zu. Wind zog auf und die Sicht verschlechterte sich zunehmend. Auf 4200 Meter war die Sicht nur noch ein paar hundert Meter weit. Wir beschlossen, solange die Sicht nicht schlechter wird, die Ludwigshöhe 4341m zu erreichen. Beim Aufstieg auf die Ludwigshöhe blies heftiger Wind und die Sicht wurde immer schlechter. Als wir den Gipfel der Ludwigshöhe um 10.05 Uhr auf 4341m erreichten, erlebten wir unser erstes white out. Die Sicht war hier oben gleich Null und wir sahen nur noch weiss. Wir blieben nicht lange auf dem Gipfel, machten nur schnell ein Foto und stiegen sofort wieder ab. Bei der einzigen steilen Stufe haderte eine andere Seilschaft beim Abstieg. Wir überholten und erreichten nach wenigen Minuten dank der guten vorhandenen Spur wieder das Plateau auf 4200m.

Das weitere Ziel war die Besteigung der Parrotspitze 4432m. Doch aufgrund der Wetterlage legten wir das Ziel vorerst buchstäblich auf Eis und peilten die Signalkuppe an. Etwas unterhalb des Seserjoch klarte plötzlich der Himmel auf und die Wolken verzogen sich ein wenig. Wir nutzten diese Aufhellung und konnten doch noch die Parrotspitze 4432m erklimmen. Der Wind war noch immer ziemlich stark und kalt. Wir hüllten unser Gesicht unter unsere Kapuzen und senkten die Köpfe um möglichst wenig von der Kälte abzubekommen.
Glücklich kamen wir nach wenigen Höhenmeter um 11.35 Uhr auf der Parrotspitze auf 4432m an. Hier hatte ich schon Anzeichen einer Erfrierung an einem Nasenflügel.

Leider machte das Wetter wieder zu und wir mussten schnell wieder vom Gipfel runter auf die Aufstiegsspur zur Signalkuppe.

Diese fanden wir dank GPS gut und wir konnten jetzt auf die Margherita Hütte aufsteigen. Über das Seserjoch erreichten wir in einem langen Rechtsbogen die Margherita Hütte, welche wir erst wenige Meter vor dem Gipfel der Signalkuppe sehen konnten. Die letzten Meter zur Hütte haben noch einmal alles abverlangt, waren unsere Körper doch von der Kälte und der Höhe etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.

Glücklich erreichten wir um 13.15 Uhr die Signalkuppe 4554m. Hier oben gingen wir sofort in die Margherita Hütte an die Wärme und bezogen unser Zimmer. Dank des Sturms und der schlechten Sicht, blieb uns nichts anderes übrig, als es uns unter den Decken im Bett gemütlich zu machen und  vor uns her zu schlummern.

Zum Abendessen verliessen wir unser  Bett und machten es uns im warmen Essraum gemütlich. Einige Kameraden merkten schon die Höhe, hatten Kopfschmerzen oder es war ihnen übel. Mir ging es zu meinem Erstaunen ziemlich gut. Immer wieder deckten wir uns mit reichlich zu Trinken ein, was in dieser Höhe zu einem guten Wohlbefinden beiträgt.

Der Hüttenwart zauberte uns ein wahnsinns Menu! Zuerst Pasta als Vorspeise. Ich wurde davon schon satt. Als Hauptgang gab es Pouletschenkel mit Spinat und als Dessert feinen Kuchen. Also hier möchte ich dem Hüttenwart ein Kränzchen winden.
Was der hier oben auf den Tisch zaubert ist schon eine feine Sache!

Nach dem Essen verkrochen wir uns ziemlich rasch auf das Zimmer. Wir mussten unserem Körper möglichst viel Ruhe gönnen, erholt sich dieser auf der enormen Höhe nur sehr langsam bis gar nicht.

Die Nacht war nicht wirklich ein Highlight! Ich habe kaum geschlafen und sogar das drehen im Bett war eine Anstrengung.
Froh war ich als dann der Morgen erwachte.

Weiter geht der Bericht hier: *Dufourspitze - Zumsteinspitze - Nordend
 


Tourengänger: Sherpa


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