Piz Polaschin 3013 m - wieder Schneefall statt Sonnenschein


Publiziert von Ivo66 Pro , 22. Juli 2012 um 18:49.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:22 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1070 m
Abstieg: 1070 m
Strecke:Julierstrasse - P. 2011 - Muttaun - Chavagl dal Polaschin - Südostgrat - Piz Polaschin - Südgrat - Lej da la Tscheppa - Muttaun - Julierpassstrasse
Kartennummer:1:25'000 St. Moritz

Die Wetterprognosen waren heute für das Oberengadin durchs Band vom feinsten: Viel Sonnenschein und vorwiegend blauer Himmel war vorausgesagt worden; genau das Richtige, um wieder mal dem hübschen Piz Polaschin einen Besuch abzustatten. Dazu kühle Temperaturen; genau das Richtige für sportliches Alpinwandern.

Recht hatten sie, die Wetterfrösche: Es war kühl... und das war es dann auch schon, denn die restlichen Voraussagen waren Wunschgedanken und wie schon seit Wochen folgte das Wetter auch heute seinen eigenen Gesetzen. Aus dem zu Beginn tatsächlich blauen Himmel fiel plötzlich Schnee und dies fast andauernd, nur zwischendurch öffnete sich ganz kurz mal ein Schönwetterfensterchen, um gleich wieder zu schliessen. Stets war für reichlich Nachschub an neuen Schneewolken gesorgt und der Schneefall endete erst, als wir im Abstieg etwa die Höhenlinie auf 2400 m. ü. M. passierten - der Schneefall ging dann in Regen über.

Was auch den ganzen Tag anhielt, war die gute Laune, denn was ist schon Schnee und Regen, wenn man dafür einen ganzen Tag in dieser herrlichen Bergwelt unterwegs sein darf. Die Schneegraupelkörner meinten es dann auch gut und verschwanden meist kurz nach dem Aufprall auf dem vielen Geröll in den Ritzen zwischen dem Schutt.

Wir durften heute Maveric in die Schönheiten der Engadiner Bergwelt einführen; er wählte dann für den Aufstieg gleich die Hardcore-Variante über den Nordostgrat (T6, ZS, III) und stieg diesen vermutlich (und dies ist Ernst gemeint) in Weltrekordzeit hoch: 1 Stunde 45 Minuten anstelle der im SAC-Clubführer vorgegebenen 4 Stunden. Lena und ich wählten die leichteste Variante für den Gipfelzustieg über den Südostgrat, wobei wir noch den Chavagl dal Polaschin - eine kleine Felsbastion im Gratausläufer - einbauten und so ebenfalls noch zu etwas Kletterfreuden gelangten.

Der Abstieg über den Südgrat erfolgte dann im recht dichten Schneetreiben, stellte aber auch keine ernsthaften Schwierigkeiten dar, da der Untergrund trotz der vom Himmel fallenden Feuchtigkeit recht solid, sprich nicht rutschig, blieb.

Die Tour auf den Piz Polaschin ist - vor allem natürlich bei schönem Wetter - eine sehr zu empfehlende Bergtour. Sie bietet viel Abwechslung, wunderbare Ausblicke und durchaus auch etwas Felskontakt, wenn man auch mit sehr viel Schutt und Geröll zu Recht kommen muss. Immer wieder ein Ausflug wert ist der wunderschöne Bergsee, Lej da la Tscheppa (auch direkt aus dem Engadin in knapp 2 Stunden auf einem guten Bergwanderweg erreichbar). Dieser recht grosse See liegt auf einer aussichtsreichen Terrasse und bietet viele schöne Plätzchen zum Verweilen, wobei vor allem eine Felsplatte zu erwähnen ist, die als Liege dienen kann und sanft abfallend direkt in den kalten See leitet.

Routenbeschreibung:

Siehe auch hier . Es wäre wohl auch möglich, direkter von Muttaun zum Chavagl dal Polaschin aufzusteigen und so fast den ganzen Südostgrat zu überklettern. Diese Variante werden wir nächstes Mal näher anschauen bzw versuchen, zu begehen, denn der Piz Polaschin ist immer ein Besuch Wert.

Der Zustieg auf den Südostgrat ist steil und führt vorwiegend durch Schutt, aber auch grasige Abschnitte. Am bequemsten empfand ich heute den feinen Schutt, der - da etwas feucht - ziemlich kompakt war. Die schwierigeren Stellen am Grat kann man stets umgehen und im oberen Teil kann man eigentlich nicht von einem Grat, sondern eher von einem Bergrücken sprechen.

Der Südgrat ist etwas anspruchsvoller; der markante Vorgipfel wird auf der Südseite in steilem Schutt umgangen.


Tourengänger: Ivo66, Lena, Maveric


Galerie


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Kommentare (7)


Kommentar hinzufügen

bidi35 hat gesagt: irgendwann...
Gesendet am 22. Juli 2012 um 19:08
...wird es ja auch mal an einem Wochenende schön sein...sonst musst du dir ernsthaft Gedanken machen über ein Frühpensionierung;-)))
...trotzdem..schöne Bilder und interessante Tour...

LG Heinz

alpstein Pro hat gesagt: RE: irgendwann...
Gesendet am 22. Juli 2012 um 19:28
ich will jetzt kein Überbringer schlechter Nachrichten sein, aber die langfristigen Prognosen sehen für nächstes Wochenende nicht besonders gut aus ;-)

Ivo66 Pro hat gesagt: RE: irgendwann...
Gesendet am 22. Juli 2012 um 22:12
...ja, aber wenn schon die Kurzfristprognosen, d. h., das Wetter für die nächsten 4 Stunden, nicht stimmen: Was ist denn von Langfprognosen zu halten? ;-)

Ivo66 Pro hat gesagt: RE: irgendwann...
Gesendet am 22. Juli 2012 um 22:08
...gemäss Prognosen ist es ja immer schön. Ich will gar nicht wissen, was wir zu erwarten haben, wenn die Prognosen mal schlecht sind ;-)

Nein, im Ernst: Man muss zufrieden sein, mit dem, was man hat.... und die Pensionierung kommt noch früh genug, auch wenn bei mir dann das Rentenalter wohl bei 70 liegen wird.

LG Ivo

bidi35 hat gesagt: RE: irgendwann...
Gesendet am 22. Juli 2012 um 23:13
zum Trost (!)...mich plagen im Moment massive Rückenschmerzen...bei dem Superwetter, das für die nächsten Tage angesagt ist...tatenlos zu Hause sitzen...dabei wären wunderbare Wanderungen auf dem Programm gestanden...auch das kann halt passieren...auch wenn man pensioniert ist und die Tage auslesen kann;-((((

LG Heinz

Ivo66 Pro hat gesagt: RE: irgendwann...
Gesendet am 23. Juli 2012 um 21:19
:-( Das tut mir natürlich Leid. Ich wünsche Dir gute Besserung und bald wieder schöne Wanderungen - der Sommer ist noch lang, und der Herbst kommt auch noch...

LG Ivo

bidi35 hat gesagt: RE: irgendwann...
Gesendet am 23. Juli 2012 um 21:20
danke Ivo


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