Piz Tschierva


Publiziert von schimi , 13. August 2012 um 23:02.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Berninagebiet
Tour Datum:18 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Bernina-Gruppe   Piz Bernina   Palü-Gruppe 

Die Nacht war warm und das Frühstück war gut. (Bircher Müsli). Als wir losgehen ist es noch fast komplett dunkel. Man kann den Tag schon erahnen, aber die Stirnlampen sind noch absolut nützlich für die nächsten Minuten. Ich gehe gleich am Ende der Gruppe und schalte mein Kunstlicht möglichst schnell ab. Nach sehr kurzer Zeit schon habe ich mich an die fast dunkle Landschaft gewöhnt.

Einige Minuten oberhalb der Hütte führt unser Weg an eine felsige Steilstufe, die durch Eisentritte und eine Kette zu einem leichten Klettersteig umgewandelt wurde. Unser Bergführer sichert die etwas unsicheren Wanderer hinauf aber alle merken schnell, dass dies eher der Psychologie als der Physik geschuldet ist. Aber wie auch immer; die Sicherheit ist das Wichtigste im Gebirge. Oberhalb der Steilstufe geht es auf schmalem Pfad weiter und langsam haben alle die mobilen Straßenlaternen gelöscht.

Der Biancograt präsentiert sich gerade im Schein des ersten Sonnenlichts, während wir immer noch in der Dämmerung auf das Gletschervorfeld zuwandern. Ein sehr schönes Gebiet mit, vom ehemaligen Gletscher herrlich glatt gehobelten Felsen, weckt das Kind im Manne in mir. Ich genieße es, wo es mir gefällt über die Felsen nach oben zu turnen; sieht man den Weg doch sowieso kaum hier.

Einige Minuten später kommen wir an den wenig steilen Gletscher, von dem ein kühle Briese an uns vorbei ins Tal streift. Wir machen uns "gletscherfertig" und steigen den harten und festen Gletscher nach oben. Wir gehen nicht hinauf bis zur Forcla Tschierva sondern wenden uns schon etwas früher nach links und verlassen den Gletscher an einer Stelle, die uns zum direkten erklimmen der Geröllhalde günstig erscheint.

Die Felsen dort sind groß und liegen weitgehend fest ineinander gefügt, so wie sie sich irgendwann mal "hingelegt" haben. Wir turnen meist geräuschlos nach links oben in Richtung Kamm. Oben angekommen haben wir einen schönen Ausblick auf den Piz Boval und die anderen nördlich vorgelagerten Gipfel. Hinter dem Kamm beginnt gleich der Gletscher, der an der Nordseite des Berges hinunterzieht, Wir können teils im noch harten Firn und teils in flachem Felsgelände problemlos nach oben wandern bis zu unserem schönen Aussichtsgipfel.

Der Wind ist stramm und die Aussicht ist es auch. Vor allem hinab zum Bergrestaurant Roseg ist es sehr steil und beeindruckend tief. Schon tags zuvor, als wir unten im Restaurant saßen haben wir die Felswand hinauf zum Piz Tschierva als "nicht für uns gemacht" einsortiert. Der Blick hinüber zum Piz Morteratsch ist fesselnd. Wir sehen mehrere Seilschaften, wie sich sich langsam aber stetig dem Gipfel nähern.

Als Weg nach unten wählen wir unsere Aufstiegsroute. Uns so gibt es nicht mehr viel zu berichten. In der Hütte nehmen wir ein kleines Vesper zu uns und sorgen für flüssigen Nachschub für den weiten und sonnigen Weg hinaus zum Restaurant Roseg, von wo wir mit der Pferdekutsche nach draußen, nach Pontresina fahren wollen.

Die Kutschfahrt dauert etwa eine Stunde und ist ein echter Genuss. Der Umstieg auf die Rätische Bahn ist ein leichtes, da uns das Kutschentaxi bis direkt an den Bahnhof Pontresina bringt. Mit der Bahn fahren wir hinauf zur Station Diavolezza, wo wir sogleich in die große Seilbahn umsteigen können. (Kleiner Tipp am Rande: Wer zwei Nächte im Berghaus Diavolezza übernachtet, fährt mit der Seilbahn umsonst hinauf und wieder hinunter.)

Im Berghaus Diavolezza genießen wir eine heiße Dusche und ein vorzügliches Abendessen.

Tourengänger: schimi


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