Monné de Cauterets 2724 m


Publiziert von pizflora , 22. Juli 2012 um 10:12.

Region: Welt » Frankreich » Pyrénées
Tour Datum:10 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: F 
Zeitbedarf: 6:00
Abstieg: 1800 m

Mit den beiden auf Botanik spezialisierten Parkwächtern der Sektion Cauterets des Parque Nationale des Pyrenées Occidentales machen wir uns auf Exkursion auf den Monné, von welchem historische Artenlisten der Gipfelflora aus dem vorletzten Jahrhundert existieren. Der Kontakt zwischen unserem Forschungsprojekt und dem Nationalpark kam auf vielen Umwegen zustande, und wir freuten uns, dass die Parkwächter tatsächlich Zeit und Möglichkeiten haben, kruzfristig solche Touren zu begleiten.

Wir sind die ersten Passagiere von Gondelbahn und Sessellift, welche uns von unter der für die Region typische Hochnebeldecke auf ca. 2300m in die Sonne bringen. Wir steigen entlang der Piste N haltend etwas ab und umrunden einen Felskopf (Soum de Grum) um nach Touyarolles zu gelangen. Von da halten wir uns NW zur Brèche de Bayelle, welche in der IGN 25000er Karte wohl als P. 2659 eingetragen ist. Der Aufstieg zum Pass ist ein sehr steil, felsdurchsetzter Grashang und etwas ausgesetzt, und bei Nässe absolut nicht zu empfehlen. Das dominante Gras (Festuca eskia, Gispet in Französisch) ist die ideale Mischung aus stachlig und rutschig, sehr viel mühsamer als unser Curvuletum!

Auf dem Pass halten wir uns rechts, queren oberhalb der Seen durch auf den nächsten Pass (auf der Karte nicht kotiert) und steigen von da auf steilem Geröll richtung Cau de Liarets etwas ab, queren an den Fuss des Monné Gipfels und steigen da über plattig-grasige Hänge wieder auf richtung Gipfel. Auf den letzten Metern muss man vielleicht die Hände noch etwas aus den Hosentaschen nehmen, aber eigentlich ist die ganze Geschichte weniger steil, aus sie zugegebenermassen von weitem aussieht. Trotzdem, als Parkwächterin würde ich wohl nicht 4 "dahergelaufene" Botaniker, von denen ich nicht viel mehr weiss als dass sie Alpenpflanzen studieren, auf so eine Tour mitnehmen!!

Der Gipfel besteht aus einem sozusagen hoizontalen, etwa 100m breiten Grat, welcher zwei fast gleich hohe Gipfelpunkte verbindet und gegen Cauterets steil abbricht, nach N etwas weniger steil abfällt. Einige Meter unterhalb des Gipfels gibt es einen kleinen Weg, welcher die Gipfel verbindet, wenn man nicht auf dem sehr einfachen aber luftigen Grat gehen mag. Vom NE Gipfel steigt man ein paar m in einer nicht ausgesetzten Rinne ab, bevor man auf einen rel. guten Wanderweg trifft, auf dem vor 100Jahren die Badegäste und Sommerfrischler von Cauterets auf Maultieren auf den Berg geleitet wurden.

Einen viel langweiligeren Abstieg kann man sich nicht vorstellen, vor allem, da wir nach einem "grand bleu Tag" schon ab ca. 2300m in die West-Pyrenäen Nebelsuppe eintauchen und nach kurzer Zeit pflotschnass vom Niesel sind. Der Abstieg von 1800m hm kann abgekürzt werden, wenn man in einer grösseren Gruppe mit 2 Autos unterwegs ist und eines in Cambasque auf 1250m abstellt. Aber ehrlich gesagt, die letzten 300hm directemang entlang des Bachs (Gaube de Lis) machen den Kohl auch nicht mehr fett und sind in 30min geschafft.

Super Aussicht auf dem Berg, interessante Geologie, seltene Pflanzen und superkompetente Begleitung durch die Parkwächter Etienne und Thomas. Ein interessanter und für beide Seiten sehr lehrreicher Tag. Und nicht zuletzt: Aufnahme der Gipfelflora, ca. 130 Jahre nach Vallot, der damals auch eine Exkursion mit zusammengewürfelten Botanikern der Französischen Botanischen Gesellschaft an diesen Ort führte - nicht ganz unähnlich unserer eigenen Exkursion.

Tourengänger: pizflora


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