Pfulwe über den neuen (unbrauchbaren?) Höhenweg


Publiziert von Mistermai , 19. Juli 2012 um 18:17.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:18 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:Täschalp-Täschhütte-Pfulwe-Sunnegga (17km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV bis Täsch, dann entweder langer Hüttenzustieg oder Taxi / Autostopp bis Täschalp
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Unterkunftmöglichkeiten:Täschhütte

Kurzfristig entschlossen (die guten Wetterprognosen hatten überzeugt) machten wir uns zu dritt auf, um von der Täschalp über die Pfulwe nach Zermatt zu laufen. Dabei wollten wir den neuen Höhenweg von der Täschhütte zur Pfulwe beschreiten.
 
So reisten wir am Dienstag mit den ÖV nach Täsch und von dort per Autostopp (Studententaxi ;-)) auf die Täschalp. Dabei erfuhren wir übrigens, dass die Pfulwe auf Mundart „Pflue“ ausgesprochen wird.
Der Aufstieg zur Täschhütte war dann nicht wirklich sehr interessant, da er grösstenteils auf einem Feldweg erfolgt. Die Aussicht war auch noch nicht sehr gewaltig, der Himmel bedeckt.
 
Die Täschhütte war dann erstaunlich gut belegt, geschätzte 2/3 der Hütte gefüllt. Doch wirklich anfreunden mit dieser Hütte konnte ich mich nicht: Hauptsächlich aus finanziellen Gründen.
Die Täschhütte kann ab der Täschalp mit geländegängigen Fahrzeugen erreicht werden, ist also nicht auf Hubschrauber-Versorgung angewiesen und trotzdem sind die Preise eher höher als in vergleichbaren Hütten. Selbst der Marschtee wird für 5CHF/l verkauft und das Wasser ab Hahn ist angeblich nicht trinkbar (?). Will man also anstatt Marschtee einfaches Wasser (ohne Kohlensäure) muss man dieses für 12CHF/Flasche kaufen…
Das Essen war gut (relativ viel Fleisch), auf Nachschlag wartete man jedoch vergebens…
 
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf und beschritten den neuen Höhenweg. Wobei Weg vor allem auf den ersten 2-3km übertrieben ist. Meist begeht man Grasgelände ohne wirkliche Wegspuren. Jedoch ist alles gut markiert. Das Höhenprofil des Weges ist dann jedoch eher Höhenweg-untypisch. Der Weg macht ein ständiges Auf und Ab.
 
Die Krönung kommt dann beim 4. grösseren Bach. Die Brücke die darüber führte hat es weggespült und das überqueren ist an heissen Tagen sehr gefährlich und erfordert ziemlich viel Sprungkraft. Wer sicher gehen will, muss ca. 100hm dem Bach entlang absteigen und kann ihn dort über eine Wasserfassung überqueren. Der Wiederaufstieg auf der anderen Seite ist dann sicherlich T4. Dieses Hindernis ist auch der Grund, warum der Hüttenwart der Täschhütte bereits wieder sämtliche Wegweiser für den Höhenweg entfernt hat.
In der Endabrechnung schlug der Höhenweg mit 350hm rauf-runter zu buche, etwas viel für meinen Geschmack...
 
Im Endeffekt war dieser Höhenweg unter diesen Umständen definitiv kein Zeitgewinn.
Der Aufstieg zum Sattel bei der Pfulwe ist dann wieder wie erwartet: Etwas Schnee und viel Geröll. Ab dem Sattel führt dann eine gut erkennbare Wegspur hoch zum Gipfel. Die Aussicht bei wolkenlosem Himmel war dann gigantisch. 4000er wohin das Auge sieht…
 
Der Abstieg Richtung Zermatt erfolgt dann zuerst über grosse Geröllbrocken und ohne wirkliche Wegspur bis hinunter zur Gletschermoräne. Die Markierung ist dabei inkonsistent, von unten gibt es  eine Weiss-Blau-Weiss Markierung, was ich etwas übertrieben finde.
 
Der Abstieg nach Zermatt kann durch Bergbahnen etwas entschärft werden. Wir liefen bis Sunnegga und nahem von da das Standseilbähnchen hinunter nach Zermatt.
 
Insgesamt ist es sicherlich eine tolle Wanderung, mit atemberaubender Aussicht in die Gletscherwelt über Zermatt. Die Tour wäre durchaus auch als Tagestour (konditionell anspruchsvoll) durchführbar, für uns war dies jedoch nicht möglich, da die ÖV-Verbindungen aus der „Üsserschwiiz“ keinen ausreichend frühen Start ermöglichen…

Tourengänger: Mistermai, fricker


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