Corn Margun 3034 m - im Schneetreiben


Publiziert von Ivo66 Pro , 15. Juli 2012 um 17:05.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberhalbstein
Tour Datum:15 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:45
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 850 m
Strecke:Julierpassstrasse 2200 m - Fuorcla Alva - Crap Alv - Fuorcla Margun - Corn Margun
Kartennummer:1:25'000 Bivio

Der Corn Margun ist ein brüchiger Felsklotz zwischen Piz Surgonda und Corn Suvretta. Von den Bergen um den Julierpass dürfte er wohl einer der am seltensten bestiegene Gipfel sein; das Gebiet ist ohnehin im Sommer sehr schwach frequentiert. Im Winter bei guter Schneelage ist der Corn Margun wohl um einiges bequemer zu erreichen, als jetzt, wo die brüchigen Felsen und der viele lose Schutt frei liegen.

Genussklettern ist am felsig-gerölligen Gipfelaufbau nicht angesagt: Man muss sich im brüchigen Gelände wohlfühlen - der I. Klettergrad wird dabei nirgends überschritten. Insgesamt ist das Gelände - bis auf eine kurze Passage am letzten Teil des Gipfelgrats - nur wenig ausgesetzt. Wer aber Einsamkeit sucht in einer atemberaubenden Berglandschaft und mit den vorher geschilderten Umständen gut leben kann, der wird hier auf seine Rechnung kommen. Schon der Zustieg zur Fuorcla Margun verläuft durchwegs in einer malerischen Gegend, die vor allem im oberen Bereich durch ihre Weite, die zum Teil bizarren Felsstrukturen und die sanften Farben an eine Mondlandschaft erinnert. Immer wieder bin ich in dieser Gegend fasziniert von den verschiedenen Grautönen, dem rostfarbenen und grünlichen Geröll, die erst recht bei blauem Himmel schön zur Geltung kommen. Ein guter Grund also, diese Tour bald zu wiederholen; dann aber bei idealeren äusseren Bedingungen.

Schönes Wetter war für heute eigentlich auch angesagt, zumindest ein ganz passables Schönwetterfenster wurde am Julierpass prognostiziert. Die Südwestwetterlage, welche unseren Wetterfröschen zur Zeit das Leben schwer macht, wirbelte das Ganze wieder einmal richtig durcheinander: Statt des erhofften Sonnenscheins, mussten wir uns zuerst die Route durch dichten Nebel erahnen und als die tief hängenden Wolken der Sonne Platz zu machen schien, setzte unerbittlicher Schneefall ein. Immerhin hatte der steinige Boden in den letzten Tagen genügend Wärme gespeichert, um den Schnee nicht liegen zu lassen. Es reichte aber, um die Gipfelfelsen etwas glitschig zu machen.

Bis zur Fuorcla Margun ist der schuttige Boden übrigens sehr bequem zu begehen; man lasse sich also vom Bild auf der Landkarte nicht abschrecken. Der Aufstieg vom Parkplatz unterhalb der Passhöhe zur Fuorcla Alva ist nicht markiert, man trifft aber oft auf Wegspuren, welche über längere Strecken auch durchgehend sind. Bei Nebel wie heute ist die Orientierung dennoch nicht ganz einfach. 

Routenbeschreibung:

Julierpasstrasse - Fuorcla Alva (T2)

Von Parkplatz bei der Kurve (ca. 2200 m. ü. M.) unterhalb des Gasthauses am Julierpass folgten wir kurz dem markierten Bergweg Richtung Fuorcla d'Agnel, um diesen aber bald - nach etwa 200 m - zu verlassen. Wir stiegen in nördlicher Richtung die Hänge hoch, wo wir auf die Wegspur trafen, welche mehr oder weniger gut ausgeprägt zwischen Muot Cotschen und Corn Alv zur Fuorcla Alva hinaufführt, zuletzt durch ein breites Tal.

Fuorcla Alva - Fuorcla Margun (T3) (mit kurzem Abstecher zum Crap Alv)

Eine deutliche Wegspur führt von der Fuocla Alva in nordöstlicher Richtung am Crap Alv vorbei und endet nach einigen hundert Metern. Anschliessend folgt man weglos in gut begehbarem Schuttgelände bis zur Fuorcla Margun, der Einsattelung zwischen Piz Surgonda und Corn Margun.

Fuorcla Margun - Corn Margun (T5) (gemäss SAC-Clubführer WS-)

Von der Fuorlca Margun stiegen wir die geröllige Flanke hoch, immer möglichst in Gratnähe. Einige Felsstufen werden leicht überwunden (I). Den Westgrat erreichten wir erst unmittelbar vor einer kleinen Scharte vor dem Gipfel. Der Aufstieg zum Westgrat ist sehr brüchig und ist mit viel losem Schutt ausgestattet. Eine kurze Stelle am Grat vor dem Gipfel ist etwas ausgesetzt; der Fels ist dort aber (und nur dort...) zuverlässig.

Tourengänger: Ivo66, Lena


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Kommentare (2)


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bidi35 hat gesagt: auch bei solchen Bedingungen...
Gesendet am 15. Juli 2012 um 17:50
...kanns doch schön sein. Ämu schöne Blumenaufnahmen hat's gegeben...
Bin auch schon Mitte Juli vom Aroser Weisshorn durch 20cm Neuschnee nidsi tschaupet;-))

LG Heinz

Ivo66 Pro hat gesagt: RE: auch bei solchen Bedingungen...
Gesendet am 16. Juli 2012 um 18:26
Danke Heinz! Auch für Deine Bildkommentare. Auf die Blumen achtet man bei solchen Verhältnissen noch mehr. Zum Glück hat aber der Schnee nicht angesetzt, sonst wäre es dann vor allem am Gipfelaufbau heikel geworden.

...der letzte Wintereinbruch war das vermutlich diesen Sommer noch nicht

LG Ivo


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