Wiwannihorn via Steinadler


Publiziert von Tasaio , 13. Juli 2012 um 09:32. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 7 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: S-
Klettern Schwierigkeit: V+ (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 530 m
Abstieg: 530 m
Strecke:Wiwannihütte -> Wiwannihorn --> Hütte

Nachdem ein paar von uns schon im letzten Jahr auf der Wiwannihütte waren, das ganz große Gipfelglück aufgrund des schlechten Wetters aber leider ausblieb, war klar dass wir dieses Jahr wieder kommen würden. Aber auch diesmal war das Wetter nicht ideal, bei unserer Ankunft am Freitagabend regnete es und es lies Schlimmes für den Hauptklettertag am Samstag erwarten. So gestaltete sich der eigentlich relativ kurzweilige Anstieg zur Wiwannihütte vom Parkplatz am Fuxtritt dann doch noch als zumindest nervlich anstrengender als erwartet. An der Hütte angekommen schaffte es das freundliche Hüttenpersonal uns mit einem sehr leckeren Nachtessen doch noch in gute Stimmung zu versetzen. Danach ging es bald ins Bett, das Beste für den nächsten Tag hoffend.

Und wir wurden nicht enttäuscht, am Samstagmorgen war das Wetter fantastisch und das Wiwannihorn rief geradezu nach uns. Nach einem ebenfalls sehr guten und großzügigen Frühstück brachen wir gegen 09:45 in Richtung Einstieg zur Steinadler Route auf. Von der Hütte und auch auf dem ganzen Weg ist der Einstieg dank eines charakteristischen Risses links davon gut auszumachen und wir hielten zielstrebig darauf zu.

Um 10:15 stiegen wir in die Route ein und absolvierten schnell die mit 4b/4a/4a bewerteten ersten drei Seillängen bis zu einem kleinen Grashang, den es nach links zu queren galt. Nach einer kurzen Stärkung stiegen wir in die erste Schlüssellänge (5a) der Route ein, eine superschöne Plaisir-Plattenkletterei, die sich noch in der nächsten Seillänge fortsetzen sollte. Danach hat man die Wahl, ob man lieber direkt (5c) weiter aufsteigt, oder lieber erst nach links quert und dann über eine kleine Rippe aufsteigt (5a/4c). Wir entschieden uns für letztere Variante. Jedoch war die Querung nach links recht luftig und der Weg nicht immer offensichtlich (Haken waren nicht einfach zu finden). Aber irgendwie hat es dann doch geklappt. In der Zwischenzeit war es sehr neblig geworden und wir wussten das der Rückzug aus der Route problematisch ist (was hauptsächlich daran liegt, das sie nicht gerade nach oben verläuft, sondern sich quer durch die Wand zieht). Da der Himmel, wenn er mal auftauchte, allerdings immer noch wolkenlos blau war, entschieden wir uns zum Weitergehen. Die nächsten Seillängen absolvierten wir ohne größere Probleme und letztendlich fanden wir uns am Beginn des Südostgrates wieder.

Hier hat uns die Topo ganz schön durcheinandergebracht. Dort sind zwei weitere Seilängen (3c) angegeben. Diese existieren auch, jedoch nicht direkt als Anschluss an die eigentliche Steinadlerroute, sondern es handelt sich um Grataufschwünge/Türme, die später am Grat folgten, dazwischen sind so gut wie keine Haken vorhanden. Da uns das nicht ganz klar war,  sicherten wir zunächst wie gewohnt weiter und waren überrascht auf einmal auf mobiles Sicherungsgerät (hatten wir gottseidank dabei) zurückgreifen zu müssen um die Route abzusichern. Im Nachhinein hätten wir diese Passagen auch gut als alpine Seilschaft gehen können, denn es war maximal unterer 3er Bereich...hier haben wir sehr viel Zeit verloren. Aber wenigstens hat das Wetter mitgespielt und mittlerweile war der Nebel verzogen und die Sonne lachte uns an. Um 16:30 standen wir schließlich auf dem Gipfel des Wiwannihorns und konnten den fantastischen Rundumblick genießen und insbesondere den freien Blick auf das majestätische Bietschhorn.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast machten wir uns an den Abstieg über die Normalroute "Trittji"  in der Südwand, die wir als alpine Seilschaft abstiegen. Sichern war nur an wenigen Punkten wirklich notwendig. Danach ging es über Geröll und Schnee zurück zur Wiwannihütte, wo wir pünktlich zum Nachtessen eintrafen. Nach dem Essen wurde noch analysiert was uns die Zeit gekostet hat (die Route ist mit 3-5 Stunden angegeben, wir haben mehr als sechs gebraucht).  Am Ende kamen wir zu der Schlussfolgerung das wir sehr viel Zeit durch die Verwirrung am Grat und viel zu schwere Rucksäcke verloren hatten...naja man lernt halt nie aus.

Über den letzten Klettertag gibt es wenig zu berichten, denn das schlechte Wetter kam wieder und hatte den Morgen voll im Griff. Schweren Herzens entschieden wir uns daher vorzeitig abzusteigen.

Tourengänger: Tasaio, da_miche


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Kommentare (2)


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Nicole hat gesagt:
Gesendet am 13. Juli 2012 um 12:50
Danke für den ausführlichen Bericht und die Hinweise - den Steinadler habe ich eben auch im Visier ;-)

LG
Nicole

Tasaio hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. August 2012 um 16:19
Bitte...die Route lohnt sich auf jedenfall,...alein schon wegen dem Panorama :)


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