Steinernes Meer mit Großem Teufelshorn und Viehkogel


Publiziert von steindaube Pro , 8. Juli 2012 um 10:40.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Berchtesgadener Alpen
Tour Datum: 8 Juni 2009
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 3 Tage
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Schiff nach Salet
Unterkunftmöglichkeiten:Wasseralm, Kärlinger Haus
Kartennummer:AV-Karte Nr. 10/1 (Steinernes Meer)

Recht früh im Jahr habe ich mich für drei Tage auf gemacht ins Steinerne Meer, das um diese Zeit noch mit viel Schnee, wenigen Menschen und einmaligen Begegnungen mit Tieren glänzen kann.

1. Tag: Mit dem Schiff über den Königssee nach Salet. Von dort vorbei am Obersee über den Röthsteig (teilweise drahtseilversichert) auf die Wasseralm. Dort einen guten Teil des Gepäcks zurückgelassen und gleich noch aufs Große Teufelshorn. Mit den großen Mengen Altschnee war Orientierung und Trittsicherheit wie auch in den folgenden Tagen schon streckenweise gefordert. Vor mir war offenbar dieses Jahr noch niemand oben. Zurück an der Wasseralm die traumhafte Abendstimmung genossen und ein Foto von einer Hirschkuh mit ihrem Kalb schießen können.

2. Tag: Von der Wasseralm vorbei an der Blauen Lacke, dem Schäferhüttchen und über die Lange Gasse hinauf zu Niederbrunnsulzen und weiter zum Funtensee. Oft noch durchgehende Schneedecke die aber erfreulich tragfähig war. Die Orientierung ist um diese Zeit durch den vielen Altschnee nicht ganz einfach, da die meisten Markierungen durch den Schnee verdeckt sind. Wer sich in der Gegend nicht gut auskennt ist mit einer 1:25000er-Karte und Kompass sicher nicht schlecht beraten. Eine ordentliche Karte schadet übrigens im Steinernen Meer auch im Sommer nichts! Ich habe schon mehr als einmal Wanderern erklärt dass Sie in die komplett falsche Richtung laufen... nicht überall gibt es z.B. Wegweiser.

Beim Funtensee angekommen habe ich noch einen Abstecher auf den Viehkogel unternommen wo ich zwei Österreicher getroffen habe. Einen Mann mit seiner Frau. Die Dame war seit wenigen Tagen 90 Jahre alt und die Tour quasi das Geburtstagsgeschenk! Aufwärts waren die beiden natürlich nicht allzu schnell unterwegs, trotzdem war ich tief beeindruckt. Vom Viehkogel abgestiegen bin ich nicht auf dem Normalweg sondern vom Viehkoglnieder östlich Richtung Schabgasse/Schafgasse/Staubgasse (alles drei übliche Bezeichnungen) und dann weglos nördlich bis nordöstlich haltend durch die steilen mit Felswänden durchsetzten Imbenwände zurück zum Kärlingerhaus. Endgültig platt war ich, als einige Stunden später die beiden Österreicher aus der selben Richtung kamen, sie sind das gleiche mühsame Gelände abgestiegen wie ich. So will ich mit 90 Jahren auch drauf sein...

3. Tag: Aufgrund deutlicher Wetterverschlechterung habe ich mich entschlossen relativ direkt abzusteigen und zwar über Trischübel durchs Wimbachgries. Es nieselt schon leicht. Als ich mitbekomme, dass eine Frau mit drei Töchtern dafür aber praktisch keiner Bergerfahrung den gleichen Weg nehmen möchte, biete ich an mit ihnen gemeinsam zu gehen was sie gerne annehmen. Der Steig der kurz vor der Saugasse abzweigt und nach Trischübel hinüberführt war zu dem Zeitpunkt nämlich recht verfallen (hölzerne Steighilfen zum Teil nicht mehr vorhanden) und das ganze noch im Nassen ist nicht ganz ohne. Interessant übrigens, dass der Vater der Familie mit den jüngeren drei Töchtern im Tal geblieben ist... Den Weg Richtung Trischübel haben wir langsam aber recht problemlos bewältigt. Dort habe ich mich verabschiedet und bin flott ins Gries und durch dieses zur Wimbachbrücke abgestiegen.

Fazit: Das Steinerne Meer hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz und das selbst wenn man keine oder wenige Gipfel macht. Früh im Jahr muss man sich auf große Mengen Altschnee (dafür aber keine großen Massen Menschen) einstellen. Dadurch kommt man langsamer voran und kann sich schlechter orientieren.

Unter Umständen kann auch der Abbruch einer Tour notwendig werden, z.B. wenn der Schnee nicht tragfähig ist. Nach stundenlangem Spuren im tiefen Schnee sind im Steinernen Meer schon Menschen an Erschöpfung gestorben...


Tourengänger: steindaube


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