Linkerskopf über Heubaum


Publiziert von Mandinka , 5. Juli 2012 um 18:55.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:24 Juni 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 6:00

Viele Allgäu-Liebhaber kennen die von Touristenschwärmen verschonten Berge und Gipfel. Es gibt gibt sie nah und fern von Oberstdorf und sie sind es nicht wegen übermäßiger Schwierigkeiten. Manchmal führen alte und für Nichtkundige schwer auffindbare Jägerwege zu ihrem Gipfel (wie z.B. am Kegelkopf). Oder aber sie thronen als einsame Könige zwischen den großen Namen gut umbeworbener Touri-Berge. Einen >>geheimen<< Tipp gebe ich heute einmal der hikr-Gemeinde mit auf den Weg (vielleicht kennen ihn schon manche, aber hielten ihn bewusster Weise geheim :-)
 
Der Linkerskopf (2.459m) ist der höchste Grasberg der Allgäuer Alpen. Viele Bergfreunde sehen den Linkerskopf nur von der Seite. Entweder beim Vorbeimarsch an der Enzian- und Rappenseehütte. Oder von den Gipfeln des Heilbronner Weges. Bestiegen wird er eher selten. Vom Normalweg, also von der Enzianhütte die Grasflanke empor, hin und wieder einmal...aber über den Heubaum (Habaum) und den langen Nordrücken nahezu überhaupt nicht. Bei insgesamt 4 Begehungen habe ich noch nie jemanden auf dieser Tour getroffen.
 
Der Weg zum Heubaum ist nicht ganz einfach zu finden, zumindest wenn man von nichts und niemandem etwas weiß. Das allerdings kann man ändern: Man geht den Weg über Einödsbach, weiter in Richtung Enzianalpe. Hier kommt man nach etwa einer halben/dreiviertel Stunde zur Petersalpe. Von hier ab verlässt man den Wanderweg und geht direkt vor der Alpe nach links, also wieder zurück in Richtung Norden. Meistens ist ein Gatter gespannt, das man überklettern kann. Von hier ab folgt man der unbewaldeten Fläche/Weide, über eine Anhöhe und dann leichts rechts haltend eine weiteren Hang hinauf von dem man schon die steile Grasflanke sieht. Diese Grasflanke geht dann direkt hinauf auf den zum Heubaum führenden Grat. Das steile Gras ist nicht ganz ohne, es ist hilfreich im oberen Drittel in den Wald hinein zu queren, wo man an Wurzeln etc. besseren Halt findet. 
Ist dieser Teil geschafft folgt der Gang immer in Richtung Linkerskopf. Hier sind auch deutliche Wegspuren zu erkennen. Die Wiesen hier oben sind phänomenal und man ist absolut ungestört mit einzigartigen Ausblicken auf die Gipel um das Bacherloch (Trettachspitze, Mädelegabel, Hochfrottspitze,...). Etwa im letzten Drittel des Grates, bevor man auf den Normalweg des Linkerskopf gelangt, schnürt sich der Grat ziemlich zusammen. Links und rechts des Pfades sind die typischen steilen Allgäuer Grasflanken und ein klein wenig Unbekümmertheit über die beidseitigen steilen Abgänge sollte man schon mitbringen. Anderfalls verzichtet man lieber auf diesen zugang zum Berg. 
 
Der letzte Teil des Weges bis zum Gipfel verläuft entlang Normalweges. Es geht weiter am linken Rand der westseitigen Grasflanke. Bis man auf eine einfache, mit Drahtseil gesicherte Kletterstelle gelangt (geht aber auch ganz gut ohne). Der Normalweg ist im gesamten etwas mühsam, durch das lose Geröll und seine monotone Wegführung. Der Gipfel dafür wieder umso toller. Wer oben ist kann entweder über den Normalweg wieder absteigen und wer sich traut, nimmt den Übergang zur Rotgundspitze. Hier sei allerdings angemerkt: Nicht ganz ohne!

Tourengänger: Mandinka


Galerie


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