Bärenpfad


Published by Thömel , 2 July 2012, 23h35.

Region: World » Switzerland » Bern » Berner Voralpen
Date of the hike: 1 July 2012
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Via ferrata grading: F
Mountain-bike grading: PD - Moderate
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE 
Time: 7:30
Height gain: 2500 m 8200 ft.
Height loss: 2500 m 8200 ft.
Route:52 Km
Access to start point:ÖV bis Bahnhof Thun
Access to end point:ÖV ab Bahnhof Interlaken Ost
Accommodation:Berghaus Niederhorn, Herberge Interlaken

Vorwort
Nach dem wunderschönen Samstag, den ich mit der Familie am Sulsseeli / Lobhornhüttli verbrachte, war am Folgetag eine Biketour geplant. Die Sicht aus dem Haus um 06:00 Uhr liess zunächst die Motivation etwas absinken.Der Blick auf http://iweather.ch zeigte um 07:00 Uhr, dass die lokalen Schauerzonen just links und rechts meiner geplanten Route vorbeizogen. Mit ungebändigtem Wille sass ich 30 Minuten später im Sattel - Ziel Interlaken Ost.

Route
Das Tourli auf die Blueme ist vielfach beschrieben. Ich schlug also den mir bestens bekannten Weg über Steffisburg - Zälg - Wittiwil - Fuhren - Tannhalten - Wolfbach - Multenegg - Wolfgruebe ein und umrundete die Blueme bis zum Pt. 1316. Von hier folgt der etwas nahrhafte Aufstieg zum Turm, was aber trotz etwas Matsch noch gut ging. Die Sicht auf der Blueme war gelinde gesagt - nicht traumhaft :-) Weitere Biker und Wandersfrauen waren trotz des miesen Wetters ebenfalls unterwegs.

Nach kurzer Rast führte mich die Forststrasse Richtung Schwanden Sagi und weiter über Sagimad - Schlieregg nach Bode. Ein sehr steiles Verbindungsstück zur Strasse bei Wilervorschiss liess den Puls kräftig ansteigen. Entlang der Höhenlinie 1200m führt nun der Forstweg bis vor die Ralligstöcke. Ein Flattern am Hinterreifen liess nichts Gutes erahnen. Der Blick runter offenbarte die ganze luftleere Pracht am Hinterreifen. Für Ersatz war mehr oder weniger schnell gesorgt, die Reise konnte weitergehen. Für ein kurzes Stück führt ein Wanderweg über die "Falle" auf die andere Seite der Ralligstöcke. Hier galt es erstmals das Bike zu schultern, eine Übung für die vor mir liegenden harten Aufstiege im Grön.
Mittlerweile hatte dichter Nebel eingesetzt und die Sicht betrug oft nicht mehr als 10 - 20 Meter. Vorbei an der Gibelegg gelangte ich bei Pt. 1167 in die Fahrstrasse vom Grön her und folgte dieser bis zur Brücke beim Püfel. Gleich dahinter geht es rechts ab zum Waldrand wo der Einstieg zum Bärenpfad wartet. Zu diesem Zeitpunkt sah man den Waldrand allerdings nicht, weil sich der Nebel noch verdichtet hatte. Da ich keine Lust hatte bei Gewitter oder starkem Regen mitten im Bärenpfad zu stecken, kontrollierte ich nochmals die Schauerlage auf dem iphone. Alles paletti - für den stündigen Aufstieg sollte es noch gut reichen.
Das Bike auf den Schultern tragend nahm ich den Aufstieg in Angriff. Der Pfad zeigte sich vom Nebel etwas glitschig und die MTB-Schuhe taten das ihrige dazu. Mittlerweile wusste ich auch genau abzuschätzen, wo das Bike links und rechts rausragte und ob ich frontal oder quer laufen musste um nicht hängenzubleiben. Es verging nicht viel Zeit und ich erreichte die erste Leiter! Obwohl ich sie kannte, erschien sie mir steiler als in meinen Erinnerungen. Nach einer kurzen Trinkpause ging es also auf den Miniklettersteig :-). Klar stellte sich das Bäumchen in der Mittte dem Hinterreifen gekonnt in die Quere und ich musste doch eine Verrenkung machen um daran vorbeischleichen zu können. Der Wechsel  zu zweiten Leiter ging problemlos und bald stand ich oben. Es folgten interessante Abschnitte, wobei ich die Last des Bikes nicht mehr spürte so konzentriert war ich. An einigen Stellen galt es gut balanciert zu gehen, immerhin hatte ich ja noch eine Hand als Hilfe. Hastige Bewegungen waren tunlichst zu unterlassen, die Tiefblicke wurden imposanter. Ein letzte Traverse führte mich zur fünften Leiter ab welcher es nur noch flach zum Güggisgrat hoch ging. Geschafft - ein Zwischenziel war erreicht.

Leider zeigte sich das Wetter immer noch sehr unfreundlich, die Sicht nicht besser. Ich beschloss einen Mittagshalt im Berghaus Niederhorn einzulegen. Die Tagespasta mundete vorzüglich, das Restaurant teilte ich mit 3 Gästen! Eine Wohltat und Empfehlung an diejenigen die Entspannung suchen. Sicht Null - Essen fantastisch - was will man mehr.

Jede Rast hat ihr Ende, so auch meine. Ich folgte dem Güggisgrat bis Pt. 1918 und stieg zu Fuss Richtung Oberburgfeld ab. Auf diesem Teilstück setzte nun auch der Regen ein. Er sollte mich nicht mehr loslassen. Auf der Forststrasse über Underburgfeld übersah ich im dichten Nebel fast den ersten gespannten Viehzaun. Etwas gemächlicher fuhr ich weiter und kämpfte mich über gefühlte 100 Viehgatter und -zäune. Alle lustigerweise so zugemacht, dass ich mein Bike jeweils darüber hieven musste. Aber auch eine Herde Kühe konnte mich nicht mehr daran hindern, weiter Richtung Chüematte zu radeln. Mittlerweile goss es aus Küblen.

Bei Schwendi bog ich unter der Alphütte scharf nach links und folgte dem Forstweg. Mein Planung hatte eine Abkürzung zur Sagi entdeckt um die Höhenmeter Richtung Waldegg nicht zu verlieren. Ich hatte übersehen, dass die Forststrasse aber 80m südlich von Pt. 1477 aufhörte. Es galt nun die 40 Höhenmeter durch den steilen Wald abzusteigen und die Forststrasse darunter zu erreichen. Nach einigem Murks war auch das bewältigt und ich erreichte über Holzflüe - Bort - Halta bald einmal Habkern. Völlig durchnässt fuhr ich weiter und begann auch etwas auszukühlen. Noch war ich aber in kurzen Hosen unterwegs und stand bald vor einer Entscheidung. Harder?

Ich entschied mich für den Aufstieg und bog bei Rohräbni links auf den Feldweg nach Hindere Harder ab. Nochmals hatte ich zwei Gatter zu durchqueren und erreichte kurz darauf den Wanderweg zum Harder hoch. Das Bike geschultert kehrte die Wärme alsbald zurück und in tropischer Umgebung gings nach oben zur Hardermatte. Auf eine Einkehr im Restaurant verzichtete ich, wohlwissend, dass ich eine kleine Überschwemmung im Restaurant verursacht hätte. Nach einer letzten kleinen Zwischenverpflegung fuhr ich weiter Richtung Hardermandli hinunter. Der folgende Pfad war jedoch sehr rutschig und ich stieg zu Fuss ab bis ich auf den Forstweg beim Bleikiwald traf. Ab hier gings problemlos weiter bis zum Ziel Interlaken Ost wo ich nur 5 Minuten später unter der Dusche stand.

Fazit
Wow - was für eine Tour, was für Wetter!

Tourdaten
http://www.gps-tracks.com/gps-mountainbike-tour-bern-blueme-niederhorn-harder-E03608.html

Hike partners: Thömel

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Geodata
 11696.gpx Blueme Niederhorn Harder

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Comments (2)


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Axi says:
Sent 3 July 2012, 00h05
Wow, da mit dem Bike rauf... Das braucht Kraft :-)
Grüsse, Mark

Thömel says: RE:
Sent 3 July 2012, 22h21
Hoi Mark

Oder ein leichtes Bike :-)

Lg Tom


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