Versuch Dom (4545m) als Skitour


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 22. Dezember 2007 um 21:28.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:13 Juni 2004
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Ski Schwierigkeit: S+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 2600 m
Abstieg: 2600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Randa
Unterkunftmöglichkeiten:Domhütte

Als kleines Weihnachtspräsent hier der Bericht einer Tour, die ohne Gipfelerfolg endete - sind diese Touren nicht gerade diejenigen , welche uns oft am intensivsten in Erinnerung bleiben? Ich wünsche allen Autoren und Lesern auf Hikr.org besinnliche Weihnachten und glückliche, unfallfreie Bergerlebnisse im 2008!

Der Dom ist vor allem im Sommer als dankbare, relativ leichte aber lange Hochtour bekannt. Darüber hinaus ist der höchste rein helvetische Viertausender im Frühsommer ein excellenter Skiberg - von der Domhütte an aufwärts. Zuerst müssen die Ski allerdings fast bis zur Hütte aufgebunden bleiben: 1500 hm Skitragen ist angesagt.

Lange, unkonventionelle und schweisstreibende Skitour in der beeindruckenden 4000er Atmosphäre der grossen Walliser.

Nach dem wir den Morgen noch oberhalb von Zermatt mit einer Uni-Exkursion verbracht haben, verabschieden wir uns Mittags nach Randa. Von dort die Ski buckelnd durch lichten Lärchenwald und über Gerollhalden zum Aufschwung der Festiflue. Dieser teils mit Drahtseilen gesicherte Aufschwung sollte mit Vorteil bereits aper sein, sonst wirds mühsam. Etwas ausgesetzt hinauf (T4), bis es vor der Domhütte wieder etwas flacher wird. Dort kann mit Fellen aufgestiegen werden. Wir verzichteten jedoch darauf, da nicht mehr durchgehend Schnee vorhanden war. Trotz Ski auf dem Rücken brauchen wir nur etwas mehr als 3 Stunden für den Aufstieg, wir sind zuversichtlich was den nächsten Tag angeht.

Auf der Hütte sind wir nicht alleine. Einige Italiener und Franzosen mit Ultraleicht-Tourenausrüstung sind ebenfalls im gemütlichen Winterraum einquartiert.
Nach kurzer Nacht Start um etwa halb Vier. Kurz nach der Domhütte können die Felle montiert werden. Auf den Felstigletscher und bei Sonnenaufgang mit Harscheisen dem nördlichen Gletscherrand bis an den Fuss des Festijoch. Ski aufbinden und mit Steigeisen und Pickel den Fixseilen entlang und über einen mässig steilen Firnhang ins Joch (WS+). Vorsicht wegen Steinschlag. Problemloser Abstieg auf den Hohbärggletscher. Nach dem der Tag noch wolkenlos begonnen hat, ziehen bei der Querung unter der Seracs Neblefetzen rein... wir gehen frohen Mutes weiter, auf ca. 4000m stehen wir in dichtem Nebel. Nachdem weitere Partien aufgeschlossen haben, gehen wir gemeinsam noch etwa 50hm weiter. Die Italiener zücken ihre roten Fähnchen, um die Route zu markieren. Bald sehen aber auch sie ein, dass es praktisch unmöglich ist, eine vernünftige Spur durch die Spaltenzone der Dom Nordflanke zu legen. Ausserdem wird uns langsam sehr kalt. Lange Gesichter überall, es wird umgedreht. Leider ist auch die Abfahrt wenig genüsslich, da der gesamte Festigletscher noch beinhart gefroren ist - nichts mit Firnabfahrt vom Dom. Prompt reisst es bei der Ankunft in der Hütte wieder auf. Tja... Auch die Aussicht auf den Fussabstieg von der Hütte nach Randa ist wenig erbaulich, doch auch das bringen wir hinter uns. Rückfahrt mit der SBB quer durch die sommerliche Schweiz, auf der Lötschberg Südrampe grüsst die Mischabelgruppe ein letztes Mal... Ein letzter Wermutstropfen: Wir hatten keine Kamera dabei - zum Glück gibts viele sehr gute Aufnahmen der Tour bei Schlumpf, Sputnik oder Cyrill.

Aufgrund der sehr langen Tragepassagen und Umkehr vor dem Gipfel eine aussergewönliche Tour, an die ich mich noch lange erinnern werde.

Tourengänger: Alpin_Rise

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