Umrundung der Insel Pellworm (33 km)


Published by Jonas* Pro , 5 June 2012, 21h42.

Region: World » Germany » Norddeutsches Tiefland
Date of the hike:30 May 2012
Mountain-bike grading: F - Easy
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 2:30
Height gain: 89 m 292 ft.
Height loss: 89 m 292 ft.
Route:32,91 km
Access to start point: Pellworm
Access to end point: Pellworm
Accommodation:Hotels und Gasthäuser in der Umgebung
Maps:Kompass WK 712 Husum-St.Peter-Ording

Pellworm ist eine nordfriesische Insel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Es ist die drittgrößte nordfriesische Insel. Ihre Ausdehnung beträgt sieben Kilometer in West-Ost- und sechs Kilometer in Nord-Süd-Richtung. Sie besteht aus dem Westteil der ehemaligen Insel Strand, die 1634 in der Burchardiflut zerstört wurde. Pellworm, Nordstrand und einige der Halligen sind Bruchstücke der ehemaligen Insel. Heute liegt Pellworm im Schnitt etwa einen Meter unter Normalnull und ist somit durch den Klimawandel mit ansteigenden Meerespegeln in seiner Existenz bedroht. Die Insel wird daher von einem 8 Meter hohen und 25 Kilometer langen Deich geschützt. Die Gemeinde Pellworm umfasst neben der Insel Pellworm auch die kleinen Halligen Südfall und Süderoog. Die Insel Pellworm gliedert sich in Köge: Alter Koog, Bupheverkoog, Großer Koog, Großer Norderkoog, Hunnenkoog, Johann-Heimreich-Koog, Kleiner Koog, Kleiner Norderkoog, Mittelster Koog, Süderkoog, Ütermarkerkoog und Westerkoog. Nicht eingedeichte Gebiete liegen im Norden (Norderhallig oder Norder-Hallig) sowie beim Ostersiel im Osten. Es gibt darin 14 Ortsteile. Die Geschichte von Pellworm wurde durch Deichbau, Landgewinnung und Sturmfluten geprägt. Die frühesten bezeugten Sturmfluten in den Jahren 1216 und 1230 kosteten im Gebiet von Nordfriesland Zehntausende das Leben. Zwischen dem 15. und 17. Januar 1362 ging der später sagenumwobene Hafenort Rungholt in einer Sturmflut (Grote Mandränke) unter, und es bildete sich die Insel Strand. Am 1. November 1436 trennte die Allerheiligenflut Pellworm von Nordstrand ab. Eine weitere Sturmflut 1480 zerriss Pellworm in zwei Teile. Dieser Schaden konnte durch große Anstrengungen beseitigt werden und 1550 waren Pellworm und Nordstrand wieder vereinigt. Doch die Burchardiflut am 11. und 12. Oktober 1634 trennte Pellworm endgültig von Nordstrand ab. Dabei ertranken allein auf Pellworm etwa 1.000 Menschen. Ursache für die Katastrophe war unter anderem der massive Torfabbau in der Region, der zu einer Absenkung des allgemeinen Landpegels führte. Zudem hatten sich die Strömungsverhältnisse im Wattenmeer verändert. Von 1635 bis 1637 wurden die wichtigsten Köge der Insel wieder neu bedeicht. Das Gebiet dieser Köge wird auch als Alt-Pellworm bezeichnet. Es folgten weitere Eindeichungen 1657, 1663, 1672 und 1687. Dabei wurden Kleiner Norderkoog, Westerkoog, Ütermarkerkoog, Hunnenkoog, Süderkoog und Großer Norderkoog zurückgewonnen. Danach wurden nur noch 1790 und 1939 zwei weitere Köge eingedeicht. Sturmfluten von 1697, 1701, 1703, 1717, 1718, 1719, 1720, 1729, 1743 und 1756 zerstörten wieder Teile der Insel. Die Schäden konnten aber rasch beseitigt werden. Das Elend auf der Insel wuchs aber wegen der hohen Belastung durch Deichbau und -sicherung. Zwei Sturmfluten von 1789 und 1794 verschlimmerten die Lage der Bevölkerung. Die letzte Sturmflut, die Pellworm fast komplett überschwemmte, war die Februarflut am 3. und 4. Februar 1825. Auch heute kann es auf Pellworm unter Zusammentreffen aller ungünstigen Voraussetzungen zu einer den Deich überspülenden Sturmflut kommen. Die Fluten von 1831, 1911, 1936, 1962, 1976 und 1981 konnten die Insel nur deshalb nicht gefährden, da der Deich immer wieder erhöht wurde: Die letztgenannten drei Sturmfluten waren höher als die Flut von 1825. Aber auch der immer tiefer und breiter werdende Heverstrom und seine Seitenarme gefährden die Insel. Man konnte noch vor einigen Jahren die Norderhever zwischen Pellworm und Nordstrand bei Niedrigwasser durchwaten. Heute ist die Norderhever dort sechs bis neun Meter tief. Erwogen wurde, einen überflutbaren Damm von Pellworm nach Nordstrand zu errichten, der den Sandabtrag vermindern soll. Dieser Plan wird aber derzeit ebenso wenig verfolgt wie der eines befahrbaren Dammes zum Festland.

Wahrscheinlich seit dem 8. Jahrhundert, spätestens aber um das Jahr 1000 wanderten die Friesen aus dem Raum der Rheinmündung in die nordfriesische Inselwelt ein und gelangten damit auch nach Pellworm.Zurzeit gibt es noch 650 Haushalte auf Pellworm; die Zahl ist seit langem rückläufig. Die Bevölkerung von Pellworm ist vorwiegend evangelisch-lutherisch. Es gibt zwei Kirchen für die evangelisch-lutherische Bevölkerung: Die Alte Kirche (St. Salvator) im Westen am Deich und die Neue Kirche in der Mitte der Insel. Heute wird auf Pellworm wie in den meisten ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins als Umgangssprache der Insulaner zumeist Niederdeutsch gesprochen; eine Verständigung auf Hochdeutsch ist aber problemlos möglich. Die nordfriesische Sprache wurde auf der Insel vermutlich im späteren 18. Jahrhundert aufgegeben, als zahlreiche Neusiedler aus Holland und Süddeutschland auf die Insel kamen und die meisten Friesen Pellworm verließen. Nur wenige Spuren des Friesischen haben sich im Pellwormer Niederdeutsch erhalten. Neben dem besonders in den Sommermonaten dominierenden Tourismus ist auch die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Insel. Es gibt keinen Sandstrand, jedoch einige befestigte Badestellen auf der Insel. Trotz der Bedeutung des Tourismus für die Insel ist Pellworm weitaus weniger vom Fremdenverkehr geprägt als etwa Amrum oder Sylt. Ein Wirtschaftszweig für die Gemeinde Pellworm ist die Nutzung erneuerbarer Energien. So gibt es in der Gemeinde zahlreiche Windkraftanlagen, das 1983 errichtete Hybridkraftwerk Pellworm und eine Biogasanlage. Pellworm ist durch eine regelmäßige Fährverbindung der Neue Pellwormer Dampfschiffahrtsgesellschaft (NPDG) via Strucklahnungshörn auf Nordstrand mit dem Festland verbunden. Seit dem Bau des Tiefwasseranlegers vor Tammensiel (1992) ist der Fähranleger tidenunabhängig, so dass Fährverkehr nach einem regelmäßigen Fahrplan möglich ist. Zusätzlich gibt es im Südosten Pellworms den Hafen Tammensiel, der gleichzeitig bei Niedrigwasser zur Entwässerung der Marscheninsel genutzt wird. Tammensiel wird als Fischereihafen für die Pellwormer Krabbenkutter genutzt und auch von Sportbooten angelaufen. Bei hohem Wasserstand laufen die Fähren von Nordstrand gelegentlich diesen Hafen an. Der Pellwormer Leuchtturm ist in Sockel, Turmschaft und Laternenhaus dem Leuchtfeuer Hörnum sehr ähnlich, allerdings etwas höher als dieser. Auch die Anstriche sind fast gleich, einziger Unterschied sind zwei Bullaugenfensterreihen im mittleren, weiß bemalten Turmsegment, in Hörnum ist es eine Reihe. Das Leitfeuer hat eine Tragweite von 15,9 bis 22,3 Seemeilen und markiert einen Teilbereich des Fahrwassers der Norderhever. Die zwei Quermarkenfeuer zeigen Kursänderungspunkte in der Norderhever und der Süderaue. Der Pellwormer Leuchtturm von 1906 im Süden der Insel kann besichtigt werden. Der 38 Meter hohe Turm ruht auf 127 bis 14 Meter tiefen Eichenpfählen und wiegt 130 Tonnen. Auf dem Leuchtturm befindet sich ein Standesamt – bei seiner Eröffnung das erste deutsche Standesamt auf einem Leuchtturm. Auf der Insel gibt es ein gut ausgebautes Straßennetz und einige wenige Fahrradwege. Die im Rundverkehr über die Insel verkehrende Buslinie 1091 der NPDG sichert den ÖPNV, an Ferientagen verkehrt diese aber nur als Rufbus. Weitere Fahrten verkehren täglich von Tammensiel zum Fähranleger, auch an Ferientagen. Ein kleiner Flughafen ist für Privatflugzeuge bis zwei Tonnen geeignet. Ein kleines Schiff fährt in den Sommermonaten von der Hooger Fähre im Nordwesten der Insel fast täglich zur Hallig Hooge. Von dort werden auch Ausflugsfahrten zum Norderoogsand und zu den Seehundsbänken angeboten. Im Rungholt-Museum Bahnsen präsentiert seit 1980 der watterfahrene Heimatforscher Hellmut Bahnsen Funde aus dem Watt. Das Wattenmuseum Liermann am Schütting stellt die Funde aus 50 Jahren Postgang des Halligpostboten Heinrich Liermann aus. Wahrzeichen der Insel ist die Turmruine der Alten Kirche - der geziegelte Turm dieses mittelalterlichen „Friesendomes“ stürzte bereits 1611 zu einem großen Teil in sich zusammen, da der weiche Wattboden seinem Gewicht nicht gewachsen war. Der erhaltene Rumpf ragt 26 Meter empor, der ursprüngliche Bau war mindestens doppelt so hoch. In der Turmruine nisten regelmäßig Turmfalken. In der Alten Kirche, die in den 2000er Jahren renoviert wurde, befindet sich die einzige in Schleswig-Holstein erhaltene Schnitger-Orgel des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger; sie stammt aus dem Jahr 1711 und ist für ihren Klang so berühmt, dass Virtuosen aus zahlreichen Ländern nach Pellworm reisen, um dort Schallplatten und CDs aufzunehmen. Jedes Jahr im Sommer finden mittwochs Konzerte statt. Die Nordermühle ist ein 1777 errichteter einstöckiger Galerieholländer mit durchlaufendem Achtkantständer, Segelflügeln und Steert. Die Kappe ist festgesetzt, die Flügel sind windgängig, die Einrichtung ist jedoch nicht mehr vorhanden. Die Mühle wurde seit der Restaurierung 1995 bis 2008 als Restaurant genutzt, nach dem Umbau 2009 ist sie in drei Ferienwohnungen aufgeteilt. Das Hybridkraftwerk Pellworm wurde nach und nach ausgebaut und dient heute als Ausflugsziel und Demonstrationskraftwerk mit Besucherzentrum. Im Nordwesten der Insel befindet sich eine leicht zugängliche Vogelkoje, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Sie weist das einzige Gehölz der Insel auf und wird nicht mehr zur Jagd genutzt. (Auszug aus Wikipedia)

Eine Insel wie Pellworm erkundet man am besten mit dem Fahrrad. Dieses kann man sich bei den örtlichen Fahrradverleihen preiswert ausleihen. Da es sich bei der hier vorgestellten Tour um eine Rundtour handelt, ist auch der Startpunkt egal. Größere Schwierigkeiten sollten nicht auftreten, der starke Gegenwind ist normalerweise das einzige Problem. Die Umrundung ist ohne Zweifel sehr lohnenswert und zudem sehr ruhig (unterwegs nur 5 Personen begegnet).

Ich starte bei bewölktem und windigem Wetter in Tilli, einem kleinen Örtchen auf der Insel Pellworm. Von dort aus geht es erstmal auf dem Süderkoogsweg in Richtung Leuchtturm. Hat man diesen erreicht, ist es nicht mehr weit zum Deich. Nachdem man diese 8 Höhenmeter überwindet hat, folgt man dem Radweg, welcher kurz danach nach links, bzw. rechts abzweigt. Nun muss man sich entscheiden, ob man die Rundtour im oder gegen den Uhrzeigersinn durchführen will. Ich wähle den Weg gen Westen, also im Uhrzeigersinn. Die nächsten 9 km hatte ich dafür mit starkem, böigem Gegenwind zu kämpfen. Die Landschaft außerhalb des Deiches ist nicht gerade abwechslungsreich. Der Radweg scheint kein Ende zu nehmen und die vielen Schafe sehen auch alle gleich aus ;-) Schließlich wird der Anglerteich passiert und kurz darauf der Ortsteil Tammwarft. Es geht weiter auf dem Radweg, vorbei an der Alten Kirche mit der imposanten Turmruine, bis auf der rechten Seite einige kleine Seen (sog. Pütten) auftauchen. Nun ist es nicht mehr weit bis zum nächsten Ziel, der Hooger Fähre. Hier, im nordwestlichen Teil der Insel, fahre ich über den Deich wieder auf den Radweg direkt am Ufer entlang und genieße nun endlich Rückenwind. Nach ca. drei Kilometern wird die einzige Windmühle auf Pellworm erreicht. Jedoch ist die 1777 errichtete Nordermühle nicht mehr in Betrieb. Nach einiger Zeit gelangt man zu einer Infotafel, auf der einige den Vogelschutz betreffende Informationen aufgelistet sind. Um die Vögel nicht bei der Rast und Brut zu stören, wechsel ich wieder auf den Radweg, welcher südlich des Deiches verläuft. Dieser wurde scheinbar erst vor kurzem befestigt. Der Bupheverkoog wird nun durchquert, die Vogelkoje rechts liegen gelassen und es wird schließlich wieder auf den äußeren Radweg gequert. Einige Windräder "verzieren" hier den Deich. Nach rund drei Kilometern ist auch schon der Hafen Pellworms erreicht. Der Hauptort der Insel, Tammensiel, wird schließlich verlassen und die Fahrt wird nach Süden fortgesetzt. Ich mache schließlich noch einen kurzen Abstecher (ca. 3 km zusätzlich) zum Fähranleger. Der Weg dorthin ist nicht windgeschützt, weshalb besonders die Rückfahrt zur Insel sehr mühsam war. Es folgen nur noch wenige Fahrminuten am Meer entlang, ehe der Leuchtturm und im Anschluss der Ausgangspunkt Tilli erreicht wird.

Durchschnittsgeschwindigkeit : 12,66 km/h (inkl. Fotopausen)

Hike partners: Jonas*

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 11136.kmz Pellworm

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Comments (16)


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heluka Pro says: Schöne Fotos
Sent 5 June 2012, 22h25
von einer mir unbekannten Welt. Deutschland wäre ja nicht sooo weit von hier - und vermutlich auch mal eine Reise wert!
Gruss Heini

Jonas* Pro says: RE:Schöne Fotos
Sent 6 June 2012, 16h44
Meiner Meinung nach lohnen sich die 9-10 Stunden Fahrt auf jeden Fall!

Vielen Dank und Viele Grüße
Jonas

bidi35 Pro says: ganz tolle Aufnahmen...
Sent 5 June 2012, 22h29
...hast du da nach Hause gebracht...gratuliere...

LG Heinz

Jonas* Pro says: RE: ganz tolle Aufnahmen...
Sent 6 June 2012, 16h44
Dankeschön!

Henrik Pro says: Prädikat Ausgezeichnet!
Sent 5 June 2012, 22h30
Da lässt du uns an einem Leckerbissen gütlich werden - Text und Bild ein Guss bzw. Genuss!

Danke und GLG

Henrik

Jonas* Pro says: RE:Prädikat Ausgezeichnet!
Sent 6 June 2012, 16h45
Vielen Dank!

ADI Pro says:
Sent 5 June 2012, 23h04
Hallo, Jonas!

Äußerst stimmungsvolle und professionelle Bilder!
Da kann ich nur gratulieren und staunen.


VLG vom ADI

Jonas* Pro says: RE:
Sent 6 June 2012, 16h47
Besten Dank!

trainman says:
Sent 5 June 2012, 23h33
Interessanter Bericht und feine Landschaftsbilder aus einer mir unbekannten Gegend,gratuliere!
Beste Grüsse trainman

Jonas* Pro says: RE:
Sent 6 June 2012, 16h48
Na dann wird's mal Zeit, sich dort oben umzusehen! ;-)
Danke!

alpstein Pro says:
Sent 6 June 2012, 06h24
Ich schließe mich meinen "Vorrednern" an.

Leider habe ich es immer noch nicht geschafft, mal Urlaub an der Nordsee zu machen.

Beste Grüße
Hanspeter

Jonas* Pro says: RE:
Sent 6 June 2012, 16h45
Keine Angst, die läuft ja nicht weg ;-)

ABoehlen Pro says:
Sent 6 June 2012, 06h53
Ciao Jonas

Schön, mal etwas aus dieser Gegend hier auf Hikr zu sehen. Berge sind schön, aber das platte Land hat auch seinen Reiz! Gratuliere zum informativen Bericht und den abwechslungsreichen Bildern.

Viele Grüsse
Adrian

Jonas* Pro says: RE:
Sent 6 June 2012, 16h48
Das sehe ich genauso!
Vielen Dank!

MaeNi Pro says:
Sent 6 June 2012, 08h14
Schöne Eindrücke aus einer Region, die wir so gar nicht kennen...Danke!

LG
N&M

Jonas* Pro says: RE:
Sent 6 June 2012, 16h50
Gern geschehen!
Die Nordsee ist wirklich mal eine Reise wert ;-)


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