Üetzgi; Berglaufen vor den Toren der Grossstadt


Publiziert von Runner Pro , 2. Mai 2012 um 00:47.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum: 1 Mai 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Albiskette - Höhronen   CH-ZH 
Zeitbedarf: 3:00
Aufstieg: 1117 m
Abstieg: 786 m
Strecke:Sihlwald - Albishorn - Cholbenhof - Denzlerweg - Uto-Kulm
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit S4 ab HB Zürich; man beachte den Fahrplan bzw. die Anschlüsse in Langnau-Gattikon!
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Uetlibergbahn (ab / zum HB Zürich)

Unten Laufen sie (Sihltaler Frühlingslauf) und am Nachmittag gehen in der Stadt die traditionellen Pflastersteinweitwurfmeisterschaften über die Bühne – Zürich ist eine sportliche Stadt! Ich schliesse mich dem mit einem kleinen Berglauftraining an und da trotz Föhn noch bis in tiefe Lagen Schnee liegt, suche ich mir ein Terrain in der nähern Umgebung. Ich entscheide mich für den guten alten Üetzgi.
Mit den ÖV gelangt man bequem zur Station Sihlwald. Von dort geht es gleich zügig den Hang hoch zuerst Richtung Schnabellücke und dann links auf einem wenig spektakulären aber nichts desto trotz schönen Waldweg zum Albishorn. Das Restaurant wäre heute geöffnet, für eine Kaffeepause ist es aber noch zu früh. Stattdessen geniesse ich ein erstes Mal das Panorama über den Zürichsee und das Unterland.
Weiter geht es auf dem Gratweg leicht kupiert über den mit 915 m.ü.M  höchsten Punkt der Albiskette, den Bürglen, die Schnabellücke mit der gleichnamigen Burg,  (von welcher allerdings nicht viel mehr als ein paar Mauerreste übrig geblieben sind), zur Hochwacht mit dem 30 Meter hohen Holzturm. Auch von hier oben geniesst man einen wunderbaren Rundblick. Leider spielt das Wetter nicht ganz mit, dafür bleibts entgegen den Wetterfrosch- bzw. unkenrufen weiterhin trocken und warm. Nach kurzem Genuss setze ich den Lauf Richtung Üetzgi fort und überquere dabei u.a. die Albispassstrasse, welche dem Bild vor dem Restaurant entsprechend auch bei den schweren Bike-Jungs sehr beliebt zu sein scheint. Mit seinen maximal 8% Steigung gehört er nicht zu den spektakulären Pässen, weist aber immerhin eine Höhe von 791 m.ü.M auf. Höhenkrank wird man davon nicht.
 Ich strebe nun der Buechenegg mit dem gleichnamigen Restaurant und dem Häxehüsli, einem beliebten Ausflugs- und Familienrestaurant mit Witz und Charme zu. Wehe dem der von der Haushexe ins Visier genommen wird! Bis zur Felsenegg suche ich mir wo immer möglich kleine Trails neben dem offiziellen Wanderweg, welcher grösstenteils auf breitem gekiestem oder gar gepflastertem Untergrund verläuft. Bei der Felsenegg - von Adliswil her führt eine Seilbahn hoch - angekommen überlege ich mir kurz einzukehren um einen Kaffee mit Nussgipfel zu geniessen. Der Blick Richtung Fallätsche erinnert mich jedoch daran, dass ich noch nie im Teehüsli eingekehrt bin und so Laufe ich weiter, vorbei an der Burgruine Baldern zum gleichnamigen, leider nicht mehr unterhaltenen Restaurant. Von hier ginge eine recht steiler Weg ab nach Leimbach. Ich werde diese Route möglichst bald von Leimbach her angehen… 
Vor den Folenweid dann biege ich rechts ab und laufe runter zum Teehüsli, wo ich mir auf der Terrasse mit Blick in die Fallätsche ein Glas Most und einen Biber genehmige. Die fünf Franken welche ich dafür zu löhnen habe, runde ich auf sechs auf – ist ja für einen guten Zweck, sprich den Verein, welcher das Teehüsli unterhält – dasselbe hätte im Uto-Kulm wohl ohne Trinkgeld mehr gekostet und ins Teehüsli muss alles raufgeschleppt werden! Ich beobachte während meiner Pause zwei Leute auf der Traverse rüber zur Glecksteinhütte. Muss ich mal ausprobieren…
Nach dieser Verpflegung gehe ich nun das Dessert des heutigen Läufli an; ich will mir noch den Denzlerweg, welcher in hikr. schon ausführlich beschrieben wurde,  „reinziehen“. Dazu steige ich zunächst zur Manegg ab und laufe rüber in den Cholbenhof. Von dort ist der Denzlerweg recht gut markiert. Es gibt eine oder zwei Stellen, bei denen ich überlege ob ich links oder rechts weitergehen soll, treffe jedoch die richtigen Entscheidungen bis zum Abzweiger „Staffel – Kulm“. Leider wähle ich den rechten Weg, welcher mich nicht zu der kurzen Ausstiegsleiter unterhalb der Aussichtsplattform führt. Als ich meinen Irrtum bemerke, bin ich quasi schon oben – also nochmals zurück zu besagter Verzweigung und hoch zur Leiter. Von unten betrachtet wähnt man sich an einer Burgmauer. Der „Ausstieg“ überrascht die oben anwesenden Ausflügler ungemein; „da chunt öper…! Jköstlich! Ich nehme anschliessend den Turm gleich mit und verziehe mich alsbald in Richtung Uetzgi-Bähnli, denn hier oben ist die halbe Stadt anwesend. Alles in allem ein schönes Läufchen in der Nähe und doch mit viel Natur gesegnet… Distanz: ca. 21.5km, Zeit für Wanderer: ca. 6 3/4-Std.

Tourengänger: Runner


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Kommentare (2)


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WoPo1961 Pro hat gesagt:
Gesendet am 2. Mai 2012 um 16:15
Hi Runner,
die Pflastersteinweitwurfweltmeisterschaft hat mir gut gefallen... also, die Formulierung meine ich jetzt.Wobei, glaube ich, auch wir diese Weltmeisterschaft austragen und DAS gleichzeitig in mehreren Städten!!
Ziehe respektvoll meinen Schweizhut, wenn ich lese, das du laufend 1100 Höhenmeter bewältigst in 3 Std, da will ich garnicht mehr losjoggen, weil mir die Beine vom Lesen schon wehtun.
Grüße aus dem hohen Norden
WoPo

Runner Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 2. Mai 2012 um 20:38
:-D... halb so wild. Hab's nochmals nachgemessen (Tool: SchweizMobil). Sind diesmal 1120 HM. Aber bei der Zeit hab' ich euch etwas "beschissen" wie ich feststellen muss. Ich bin um 09.52 losgelaufen und um 13.20 am Bahnhof auf dem Uetliberg eingetroffen. Sind mithin also 3h30m... ;-)). Wenn Du mal in der Nähe bist kannst Du dich melden. Dann erkunden wir den westlichen Teil des Zürcher Hausberges. Hat interessante Weglein, auch zum WANDERN...


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