„Erstbegehung“ am Svinafellsjökull


Publiziert von Delta Pro , 27. November 2007 um 07:45.

Region: Welt » Island
Tour Datum:19 Juli 2007
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Zeitbedarf: 2:30
Aufstieg: 600 m

Ein Moränenboulder hoch über Gletschern und Wanderung auf einen zerrissenen Bergkamm, wohin sich selten ein Wanderschuh verirrt.
 

Der Svinafellsjökull stürzt in wilden Kaskaden vom Hvannadalshnukur, seines Zeichens höchster Berg Islands, herunter. Ein wilder Bergkamm trennt die Gletscherzunge vom breiteren, ruhigeren Skaftafellsjökull. Die Felszacken aus brüchigem Gestein locken den Alpinwanderer an. Der Einstieg in die Gebirgswelt des namenlosen Bergkammes kann beliebig gewählt werden: mühsam und abenteuerlich durch Moränenschutt (auf einer neu eröffneten und hier erstmals beschriebenen Route ;-) ) oder angenehmer durch steiles Gras.
 

Vom Parkplatz unweit der Zunge des Svinafellsjökulls auf dem ausgetretenen Weg nach rechts zur Gletscherzunge. Der Weg führt noch rund zweihundert Meter dem Gletscher entlang und verliert sich dann im Moränenschutt. Wer hier schon genug vom Schutt hat, kehrt am besten um. Sonst frohen Mutes rein ins Gewühl! Felsabbrüche verhindern einen direkten Aufstieg nach links oben. Man quert immer leicht aufwärts haltend gegen eine auffällige, grasige Bresche in den Felswänden. Die Moränen sind teilweise recht steil und – wie nicht anders zu erwarten – lose... Schliesslich geht es durch steiles Gras und Moos durch die Bresche aufwärts. Schafe kommen hier offenbar ab und zu durch, Menschen eher nicht ;-)

In flacherem Gelände aufwärts gegen den Bergkamm, welcher aus bröckligem Sedimentgestein besteht und daher kaum zu einer Überschreitung einlädt. Rechts (östlich) der Felswände stetig in steilem Gras und Schutt ansteigend erreicht man einen markanten Sattel. Wer sich in den nächsten Jahren dorthin verirrt, wird gar noch einige Steinmännchen (Schweizer Machart) finden. Im Sattel ist Endstation. Ein Umgehung der nächsten Felstürme scheint nicht möglich, eine Gipfelbesteigung scheitert am brüchigen Gestein. Egal – auch ein schönes Ziel mit beidseitigem Blick in die Gletscherwelt.
 

Abstieg zuerst auf dem gleichen Weg, dann rechtshaltend über den grasigen Rücken und am Schluss durch steiles Gras direkt runter zum Parkplatz. Einige Felsstufen erfordern etwas Vorsicht; am besten immer den Pfaden der Bergsteiger-Schafe folgen. Der Svinafellsjökull lässt sich im untersten Teil auch ohne Steigeisen gut begehen und lohnt einen Abstecher.


Tourengänger: Delta, sglider

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