Sperone di Ponte Brolla "Quarzader"


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 17. November 2007 um 17:43.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:10 November 2007
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: 6a (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Ponte Brolla

Der Sperone di Ponte Brolla mit der Route „Quarzader“ oder "Quarzo" ist wohl die meistbegangene Plaisir-Kletterroute des Tessins, wenn nicht der Schweiz.  Zu Recht ist der Klassiker häufig überlaufen, auch wir hatten das schöne Stück Fels an einem Novembersamstag nicht ganz für uns alleine.

Überraschend schöne Kletterei in der Vorzeigeroute von Ponte Brolla

 Die Kletterei ist im Plaisir Süd oder dem neuen, sehr empfehlenswerten SAC-Kletterführer „Ticino et Moesano“ von Glauco Cugini beschrieben. Hier darum nur die wichtigsten Infos.

Zustieg in gut 20 min von Ponte Brolla Statione bzw. vom Parkplatz ca. 300 m nach der Brücke. Durch den Wald an der Zielscheibe vom Schiessplatz vorbei und im Zickzack hoch.

Die Route gliedert sich in zwei Teile: 6Seillängen plattige Reibungskletterei, danach 5 Seillängen an
einem etwas steileren Pfeiler. In der Einstiegsplatte kann auf die Route „Zombi, vai dove vuoi 4c“ ausgewichen werden, was wir auch taten - diese ist etwas einfacher, aber weniger abwechslungsreich als die originale "Quarzo". Die Kletterei ist typisch im Tessiner Gneisplatten-Stil und sehr schön strukturiertem Fels. Mit einem 60m Seil können immer zwei Sl zusammengehängt werden, 50m ist dafür zu knapp.
Der zweite steilere Teil bietet vorwiegend grossgriffige Pfeilerkletterei, in der Schlüsselseillänge (6a, 5b p.a.) an einer riesigen, fantastischen Quarzader.

Abstieg über Fusspfad, roten Punkten folgend zuerst etwas aufsteigen, dann durch ein lauschiges Tälchen (oft nass und sumpfig) zur Strasse zurück.

Wichtiger Hinweis: An Ostern, Pfingsten oder ähnlichen vertikalen Volksfestdaten lohnt sich ein Einstieg kaum – ausser man ist sehr geduldig und hat einen ganzen Tag Zeit. Sonst reichen 4 Stunden für einen gemütlichen Kletternachmittag. Der Sporn bekommt in der Nebensaison erst ab 12 Uhr Sonne.

Einziger Wehrmutstropfen an diesem föhnigen Novembertag: Nicht die anderen 4 Seilschaften, sondern ein böhiger Nordföhn, der uns im oberen Teil fast vom Fels blies. Zum Glück konnte man sich an unzähligen, soliden Borhaken festbinden...
Die Fotos stammen von drei Begehungen im November 2007, Mai 2010 und Juni 2016.

Allen, die es etwas ruhiger und abgeschiedener mögen, empfehle ich die Klettergebiete im Onsernone, die wir am Sonntag besuchten. Im Sektor Paleria gibt es neben dem leichteren Klassiker „Ad un angelo caduto del cielo" (5c, letzte Sl 6c+)“ vor allem um den 7. Grad einige Knacknüsse – wer glaubt, 6b zu beherrschen, sollte sich mal die ersten Seillängen von „Lo penso positivo“ anschauen!


Tourengänger: Alpin_Rise

Galerie


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