Überschreitung Chrachenhorn (2891m) - das Dessert


Publiziert von Bergamotte Pro , 26. März 2012 um 22:43.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum:25 März 2012
Ski Schwierigkeit: ZS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 1275 m
Abstieg: 1275 m
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Ducan
Kartennummer:1217 / 258S (R. 517a/b)

Für unseren dritten und letzten Tag in Monstein haben wir einen ganz besonderen Leckerbissen aufgehoben: die Überschreitung des Chrachenhorns. Im Vergleich zu seinen bekannten Nachbarn erhält der Gipfel eher wenig Besuch - völlig zu Unrecht, wie selbst der Klappentext vom Südbündner Skitourenführer weiss.

Die Strecke von Monstein (1619m) über Oberalp (1913m) zu den Hütten von Fanezmeder (2222m) kenn ich mittlerweile im Schlaf. Während die Routen aufs Älplihorn und ins Ducangebiet die Ebene von Bodmen ganz durchqueren, ziehen Chrachenhorn-Aspiranten bald rechterhand zum Rüggschboden hoch. Dass man die Spur mit Bedacht legt, zeigt eine frische Lawine - offenbar ausgelöst von Türlern, welche vom Rücken viel zu direkt abgefahren sind.

Der weitere Routenverlauf ergibt sich von selbst. Man folgt dem bis 35° steilen Rücken bis P. 2517, wo der eigentliche Grat des Chrachenhorns beginnt. Nun wieder etwas flacher alles dem Gratverlauf folgend bis an den Gipfelaufschwung, kurz vorher eine leicht ausgesetzte Stelle meisternd. Wer direkt vom Gipfel abfahren möchte, schultert nun die Skis. Wir deponieren, da wir eine (heute) attraktivere Abfahrtsvariante entdeckt haben.

Der verbleibende Fussaufstieg (knapp 50Hm) ist unschwierig und kaum ausgesetzt. Auf dem Chrachenhorn (2891m) ist es heute herrlich windstill und warm, so dass ich kaum mehr aufbrechen möchte.

Die Abfahrt direkt vom Gipfel durchs Couloir erscheint uns wenig attraktiv, da eng und durch kleine Lawinenkegel erschwert. In die sehr steile SW-Flanke (35-40°) stechen wir stattdessen ca. 40m unterhalb des Skidepots. Die Bedingungen in der Flanke präsentieren sich geradezu ideal, eine ZS+ heute deshalb nicht untertrieben.

Bei Inner Chrachen flacht das Gelände wieder ab. Vorbei an den Nordflanken von Chrummhüreli und Gipshorn ziehen wir talabwärts Richtung Inneralp (1877m) - ein Wechselbad aus Pulver und Deckel. Der Waldweg zurück nach Monstein präsentiert sich wie gehabt: ruppig und/oder dreckig.

SLF mässig, Tour mit Ernie


Fazit: Mit dieser Tour hab ich das Monsteiner Quartett komplettiert (Älplihorn, Büelenhorn, Gletscher Ducan, Chrachenhorn). Eigentlich ist das Schade, denn dem Charme dieses Dörfchens bin ich vollständig erlegen. Doch wer sagt, dass Monstein nur im Winter spannende Touren zu bieten hat!?


Tourengänger: Bergamotte

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