Gemsfairenstock (2972.1 m) - ein Jahr später zum zweiten
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Fast auf den Tag genau ein Jahr später wiederholten wir die Tour vom März 2011 - weil in bester Erinnerung. Für heute Samstag waren die Wettervorhersagen (noch) vielversprechend. Die prognostizierten frühlingshaften Temperaturen veranlassten uns um 4 Uhr aus dem Bett zu fallen. Schliesslich wollten wir sowohl im Aufstieg wie im Abstieg eine tragende Schneedecke resp. Spur vorfinden. Deshalb wählten wir auch diesen Fast-Dreitausender. Wir wussten, dass die Fisetengratbahn den Betrieb heute bereits um 6 Uhr aufnimmt - vermutlich in Erwartung eines Ansturms. So schlimm war es denn auch wieder nicht; allerding - alleine waren wir nicht, wie sich später zeigte. Um 6.45 Uhr und ohne Wartezeit erwischten wir eine 6er-Gondel - allerdings liess uns eine Sechsergruppe junger Leute den Vortritt (nochmals Dankeschön!). 8 Minuten später Start bei der Bergstation der Bahn (2036 m), direkt hoch Richtung Fisetenpass. Mehrere Spuren, sowohl für Ski und Schneeschuhe zur Auswahl, führten uns Richtung Grat und dann Richtung SW Ober Orthalten (ca. 2230 m), immer in respektvollem Abstand zum verwächteten Grat. Gut zu erkennen, dass dieses leicht ansteigende und SW-ausgerichtete Gelände offensichtlich permanent dem Föhn ausgesetzt ist. Nach 45 Minuten erreichten wird das spektakuläre Rund Loch (2287 m); im Gegensatz zum März 2011 war der volle „Durchblick“ möglich. Auf dem folgenden Streckenteil bis zur von weitem sichtbaren Steilstufe blies uns ein starker Föhn ins Gesicht. Kalt war es dennoch nicht (0 Grad ). Im Bereich Ob. Sulzbalm bei ca. 2560 m dann die heute unschwierige (weil nicht vereiste), aber doch etwa 35 Grad steile Schlüsselstelle (heute WT3). Regelmässig - und diesmal nicht zu schnell - stiegen wir in regelmässigen Schritten und auf guten Spuren Richtung Langfirn hoch. Die Route führte heute erst etwas westlich haltend hoch, die drei Kehren auf dem Langfirn liessen uns diesen Teil der Strecke kürzer erscheinen. Kommt hinzu, dass sich unsere Disziplin auszahlte, die Tour langsam anzugehen (Senior, 64, dankt Doris, 56). In der Querung des Langfirn (ca. 320 m, Neigung ca. 27 Grad) fordert uns, wahrscheinlich deshalb, weil uns der Blick zum bereits stark „bevölkerten“ Gipfel motiviert (so wie wir das auch den jeweils letzten Metern auf Hüttenzustiegen kennen). Nun die letzten 40 Hm, und schwups zeigt sich der wirklich schönste Glarner, Tödi (rom. Piz Russein, 3614 m). Auf den Gipfel dann unter all den Gipfelstürmern - und was findet Glückskind Doris im Schnee? Einen glitzernden Fünfliber! Unglaublich, und eine kleine Umfrage zeigte, dass ihn niemand vermisste. Die Schweizer Berghilfe wird sich freuen. Dank Windstille und bei angenehmer Temparatur (geschätzt um die null Grad) geniessen wir Leckereien aus dem Rucksack und natürlich das einmalig schöne Panorama. Die meisten der vielen Türeler wählten die Abfahrt auf den Claridenfirn hinunter, um von dort wieder aufzusteigen Richtung Clariden und dann die Abfahrt über Chammlijoch und Iswändli auf den Klausenpass hinunter zu geniessen. Vom Gipfel besonders spektakulär der Blick zum Bocktschingel (3079 m), wo von blossem Auge ein paar Gipfelstürmer auszumachen sind (Respekt!). P.S.: während ich diesen Bericht verfasse, erinnere ich mich an denjenigen von
MaeNi, siehe hier. Nach ausgiebigem Gipfelgenuss der Abstieg auf gleicher Strecke den gut eingeschneiten Langfirn hinunter (keine Spalten sichtbar) - ab und zu wählten wir die Direttissima, so zum Beispiel oberhalb der Steilstufe. Der Abstieg hier ist dann kein Problem, wenn man geduldig und Schritt um Schritt (prüfend!) absteigt. Bald erreichten wir wieder das Rund Loch, welches wir nun ostseitig über eine Schneebrücke umgingen. Der Rest ist schnell erzählt: fast schon gemütlich und jedenfalls zufrieden erreichen wir etwas nach zwölf Uhr die Bergstation der Fisetengratbahn. Trotz an der Wand angebrachter Mitteilung einer Mittagspause von 12 bis 13 Uhr kam auch schon eine Gondel und trug uns sicher zurück zum Urnerboden hinunter. Der freundliche Mann bei der Talstation meinte, dass er heute einen Spitzentag erlebte, was unschwer sichtbar war am mittlerweile vollbesetzten (gebührenfreien!) Parkplatz (ich schätze mal 80 Fahrzeuge…). Das war wieder einer dieser tollen Tourentage… Und noch etwas: auf der Rückfahrt nach Linthal war die Passstrasse an einigen Stellen mit Schneerutschen „verschüttet“, immerhin aber einspurig zu passieren.
Lawinengefahr für unsere heutige Tour:
Laut SLF Stufe 1 gering. Trockene Lawinen können vor allem noch im extremen Steilgelände ausgelöst werden. Ältere und lokal frische Triebschneeansammlungen sollten v.a. an exponierten Stellen vorsichtig beurteilt werden. Die Gefahrenstellen sind im Hochgebirge etwas verbreiteter. Gleitschneelawinen und im Tagesverlauf feuchte Rutsche an steilen Ost-, Süd- und Westhängen unter rund 2600 m sind möglich. Vorsicht unter Gleitschneerissen.
Parameter:
Strecke: 8.2 km
Aufstieg: 972 m
Abstieg: 969 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 12 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 16 Min.
Lawinengefahr für unsere heutige Tour:
Laut SLF Stufe 1 gering. Trockene Lawinen können vor allem noch im extremen Steilgelände ausgelöst werden. Ältere und lokal frische Triebschneeansammlungen sollten v.a. an exponierten Stellen vorsichtig beurteilt werden. Die Gefahrenstellen sind im Hochgebirge etwas verbreiteter. Gleitschneelawinen und im Tagesverlauf feuchte Rutsche an steilen Ost-, Süd- und Westhängen unter rund 2600 m sind möglich. Vorsicht unter Gleitschneerissen.
Parameter:
Strecke: 8.2 km
Aufstieg: 972 m
Abstieg: 969 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 12 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 16 Min.
Hike partners:
Renaiolo
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