Touren auf Lanzarote (1/6): Atalaya de Femés (608 m)


Published by johnny68 Pro , 5 March 2012, 20h13.

Region: World » Spanien » Kanarische Inseln » Las Palmas de Gran Canaria
Date of the hike:13 February 2012
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: E 
Time: 2:00
Height gain: 300 m 984 ft.
Height loss: 300 m 984 ft.
Route:Femés - Atalaya

Für den zweiten Teil meiner Ferien auf den Kanarischen Inseln war ich auf Lanzarote.
 
Allgemeine Bemerkungen
 
Von Lanzarote habe ich einen zwiespältigen Eindruck. Die Insel läuft Gefahr, im Massentourismus zu ersticken. Es wird an allen Ecken und Enden gebaut. Die Neubauquartiere mit Ferienbungalows sind meistens äusserst eintönig und rasch verwahrlost. Man hat das Gefühl, die Bauherren erstellen ihre Überbauungspläne, indem sie auf dem Computer eine Seite  „T“ oder „I“ oder „E“ ausdrucken und danach auf den zu überbauenden Grundstücken 50, 100 oder 300 gleich aussehende Häuschen hinstellen, alle in kleinstem Abstand zueinander.
 
An einigen Orten treten sich die Touristen auf den Füssen herum. Insbesondere der Nationalpark Timanfaya ist überlaufen. Man kann nur beim Restaurant auf der „Islote de Hilario“ aussteigen. Für die Besichtigung des Parks muss man einen Bus benützen, den man auf der Tour nicht verlassen kann. Ich rate vom Besuch dieses Nationalparks ab.
 
Lanzarote ist erstaunlicherweise voll in britischer Hand. In den Touristenorten am Meer wähnte ich mich einige Mal in Torquay oder Paignton: es hat alles für die Engländer, von Porridge und Afternoon Tea bis zum Bingo. Man hört praktisch nur englisch. Die Gästeschar auf Gran Canaria oder Teneriffa ist viel internationaler.
 
Trotzdem fand ich auf Lanzarote abseits ausgefahrener Routen interessante Wandermöglichkeiten. Die Wege sind recht gut ausgeschildert. Berge hat es ziemlich viele, wobei sie meistens gleich aussehen (es gibt hier mehr als 100 Vulkane). Im Norden der Insel beim höchsten Punkt 672 m (welcher militärisches Sperrgebiet ist) kann man aber eine richtige Bergtour unternehmen, wenn man unten am Meer bei Caleta de Famara startet.
 
Wälder sucht man auf Lanzarote vergebens. Nur in der Nähe von Haría gibt es einen kleinen Kiefernwald. Die Natur ist sonst vom Vulkanismus, insbesondere von den Vulkanausbrüchen im 18. und 19. Jahrhundert geprägt. ¼ der Insel verschwand damals unter einer Lava-Schicht, die auch heute noch dominiert. Wer vulkanische Erscheinungsformen schätzt, ist hier richtig. Es lassen sich verschiedenste Stadien von Vulkanismus studieren. Der Vulkansand wird für Äcker genutzt. Der Weinbau erfolgt auf solchem Sand. Die Weinstöcke werden durch kleine Mäuerchen vom kalten Wind geschützt.
 
Der Wind bläst ständig und überall. Die Insel ist flach, so dass der Nordostpassat ungehindert darüber hinweg brausen kann. Eine windgeschützte Südküste wie auf Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera oder La Palma sucht man hier vergebens. Der Wind schafft auf der andern Seite schöne Wolkenformationen.
 
Atalaya de Femés
 
Um eine Übersicht zu erhalten, wählte ich für meine erste Tour den höchsten Vulkan im Süden der Insel. Der Aufstieg kann von Femés oder Yaiza (das sauberste Dorf Spaniens!) aus gemacht werden. Die Höhendifferenz beträgt 300 – 400 m. Der Anstieg ist leicht und verläuft über Feldwege/-strässchen. Oben auf dem Berg hat es Funkantennen.
 
In Femés gibt  es eine gute Käserei, wo man auch degustieren kann (Quesería Rubicón) – sehr zu empfehlen.

Hike partners: johnny68

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Comments (2)


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MicheleK says: Timanfaya
Sent 9 March 2012, 01h16
Hallo Johnny,
das der Timanfaya NP ueberlaufen ist mag wohl stimmen - bedenke aber dass es sich um ein einzigartiges Gebiet handelt. Dass man nicht raus kann ist voellig richtig da man sonst das spezielle Oekosystem und Besiedlungsstruktur stoeren wuerde. In Timanfaya kannst du live die Kolonisierung von Flechten beobachten wie du sie nirgend so siehst - Evolution live....
ich habe auch die vielen (englischen) Touris bemerkt (im sueden weniger...) aber auf Lanzarote musst du ja nur querfeldein gehen und schon bist du mutterseelenallein inmitten einer absolut wilden Landschaft...

Saludos,
Michele

johnny68 Pro says: RE:Timanfaya
Sent 9 March 2012, 19h51
Hallo Michele
Vielen Dank für deine Zeilen. Mir hat es auf Lanzarote sehr gefallen. Die Szenerie ist einzigartig und attraktiv, und ich habe wirklich wunderbare Wanderungen machen können. Als Naturfreund habe ich natürlich das Biologie-Labor der Vulkangegend eingehend studiert. Wie sich die Natur das Gelände wieder zurückerobert, ist faszinierend.

Zum NP Timanfaya:
Ich habe bei meinem Besuch (Anfahrt ungefähr um 10.00 h) offenbar einfach Pech gehabt. Der Besuch bestand eigentlich nur aus Kolonnen-Stehen. Schon bei der Anfahrt stand auf der Hauptstrasse eine lange Auto-Kolonne, die in den NP abbiegen wollte, was zu gefährlichen Wende- und Überholmanövern führte. Das Kassenhäuschen war temporär zu, weil sich schon zu viele Leute oben befanden. Obwohl bei der Kasse nur sehr wenig PW's rein gelassen wurden, dafür aber umso mehr Busse, war dann oben ein riesen Park-Chaos. Man stand auch hier wieder Kolonne, um endlich einen Parkplatz zugewiesen zu erhalten. Meine Frau musste dann nach der Warterei aufs WC, wo ebenfalls ellenlange Kolonnen anstanden. Dann mussten wir in einer langen Schlange anstehen für die Car-Rundfahrt. Endlich im Car, fuhr dieser in einer Car-Schlange sehr rasch durch den Park; ich würde sagen, in 20 Minuten war er durch. Man sah nicht sehr viel. Zurück beim Restaurant, war das Park-Chaos noch viel grösser. Die PW's standen fast bis zum Kassenhäuschen hinunter Kolonne. Rasch verliessen wir diesen Ort wieder, um zu Fuss auf die Montaña de la Caldera Blanca zu gehen, wo es dann in der Tat äusserst interessant und angenehm war.

Ich habe im Nachhinein erfahren, dass die Eintrittsgebühr in den Park (pro Person 8 Euro, die ich gerne entrichtet habe) die grösste Einnahmenquelle des Cabildo de Lanzarote (Regionalregierung) ist. Nicht verwunderlich, bei diesem Andrang, der offenbar jeden Tag das ganze Jahr so gross ist. Meines Erachtens müsste man wie bei der Besteigung des Teide, der Masca-Schlucht oder des Barranco del Infierno den Zustrom kontingentieren. Dann könnte man auch etwas länger in diesem NP verweilen. Aber dies vermindert natürlich die Einnahmen.....
Kurz: dieser Besuch des NP hat mir gar keinen Spass bereitet.

Gruss und weiterhin interessante Touren wünscht Dir
Johnny


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