Hohe Gaisl(3146m) - ein Südtiroler Traumberg


Publiziert von ADI , 8. März 2012 um 01:09.

Region: Welt » Italien » Venetien
Tour Datum:29 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Plätzwiese-SO Schlucht-Gipfel
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem PKW über die Fahrstrasse von Schmieden/Außerprags kommend hoch zum P Plätzwiese. P war damals kostenlos
Unterkunftmöglichkeiten:Hohe Gaisl Hütte/Plätzwiesen(1993m) oder diverse Möglichkeiten im Tal
Kartennummer:Kompass Nr. 57 Bruneck-Toblach 1:50000

Die genau auf der Landesgrenze von Südtirol(Trentino) und Venezien gelegene Hohe Gaisl gilt allgemein als der Dolomiten 3000er mit dem schwierigsten Normalweg.
Schon immer hat mich dieser Berg fasziniert und nicht in Ruhe gelassen.
Die Italiener nennen ihn "Croda Rossa d'Ampezzo".

Hier geht nix unter III bis IV, kombiniert mit brüchigem Gelände und so manchen ausgesetzten Stellen.
Einen Klettersteig gibt's hier Gott sei Dank auch (noch?) nicht.
Ein wunderschöner, alpiner Berg mit faszinierender Aura.
Er wird von Richard Goedeke in seinem Buch 3000er in den Alpen aus "der Gruselberg" bezeichnet(AD+, IV). Selten angegangen und noch seltener erfolgreich bestiegen....wer nicht reichlich alpine Erfahrung hat, sollte lieber die Finger davon lassen.

Es gibt verschiedene Normalwege zum Gipfel:
Aufstieg von NW(Grohmannroute) und die von Osten(Innerkoflerroute);
wir sind von SO angestiegen, mit einer IV-er Variante im unteren Teil.

Ganz so schlimm ist die Sache nicht, obgleich das Gelände hier alles andere als trivial ist.
Doch die Innerkoflerschen Erstbegeherzeiten sind hier auch schon lange vorbei, mittlerweile wurde der Berg auf unserer Normalroute auch schon mit roten Punkten versehen, eine sehr gute 25m-Abseilpiste(mit Sicherungsketten) ist eingerichtet, welche einen gefahrlosen Abstieg garantiert.

Außerdem war ich an diesem Tag mit Christoph Hainz unterwegs, einem Bergsteiger der Spitzenklasse, zu Südtirol's Kletterelite zählend, wenn nicht gar der beste Extremkletterer Südtirol's überhaupt.

IIIer und IV-er Gelände ist für diesen Mann Wandergelände, er fühlt sich erst ab dem VIII. Schwierigkeitsgrat so richtig gefordert!

Gute Voraussetztungen für ein Erreichen des sicherlich nicht einfachen Gipfels.

Es sollen hier an dieser Stelle Bilder sprechen, sie sagen oft mehr als Worte......

Erstersteigung:  20. Juni 1870 über die Westschlucht durch den Engländer R.Whitwell mit den Führern Santo Siorpaes(1832-1900) und C. Lauener.
1883 gelang dem Sextener Führer Michael Innerkofler(1844-1888) mit seinem Klienten J.v. Schlögel Ehrenkreuz der Ostwand-Normalanstieg.

Tourengänger: ADI

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (11)


Kommentar hinzufügen

bergclaus hat gesagt: Das sind
Gesendet am 8. März 2012 um 07:11
die Touren, auf die man besonders stolz sein kann.
Nur eine erlesene Auswahl von "normalen Alpinisten" kommt in den Genuss, derartige Touren erfolgreich zu unternehmen.
Immerhin war ich schon mit meinen Kindern auf dem Strudelkopf und habe zur Hohen Gaisl hinübergeschaut.
Gratulation zu dieser Tour bei natürlich absoluten Kaiserwetter.
Gruß von Claus

ADI hat gesagt: RE:Das sind
Gesendet am 8. März 2012 um 07:19
Hallo, Claus!

Schön wieder mal von Dir zu hören, ich hoffe es geht Dir und Deiner Familie gut.
Ja, das sind so Touren, die man sicher nicht vergisst.
Bin damals ganz spontan los, da der Wetterbericht ein paar Toptage gemeldet hatte.
Muß jetzt mal in die Sextener auf die Dreischusterspitze und auf den Hohen Zwölfer; logischerweise nur bei AKW....;-)

Beste Grüße aus München!
VLG auch an Deine liebe Frau,
Gunter

83_Stefan hat gesagt:
Gesendet am 8. März 2012 um 07:19
Wow, immer mal wieder packt er so ein grandioses Schmankerl der Sonderklasse aus, der ADI. Ich gratuliere dir herzlich. Solltest du nochmal dort hochsteigen, sag Bescheid ;-) !

gero Pro hat gesagt:
Gesendet am 8. März 2012 um 15:09
Danke, lieber Gunter, für diesen Bericht, auf den ich so lange gewartet hab.
Großartig, ein Berg der Extraklasse - und dann am Seil eines Könners, das ist ein besonderes Schmankerl.
Nur .. ein Markenzeichen vom ADI vermisse ich ... auf dem Gipfel ... Du weißt schon!

Gruß, der Georg

Tef Pro hat gesagt:
Gesendet am 8. März 2012 um 20:56
Servus Adi,
wirklich eine Hammertour, da kann man nur den Hut ziehen! Gratuliere!
Du kennst aber auch jeden, oder :-)

beste Grüße
Tef

ADI hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. März 2012 um 08:10
Hey!

Danke für die Blumen!
Ein paar kenn' ich schon, die meisten aber noch nicht...ich arbeite aber hart daran...wie Ihr auch!

VLG, ADI ;-)

Schnuerli hat gesagt:
Gesendet am 9. März 2012 um 14:11
Tolle Tour und danke für den Bericht!
Interessant zu sehen, dass dein renommierter Führer (Christoph Hainz) mit Zustiegsschuhen in diesem "Wandergelände" unterwegs war. Ich selber benütze den Aku Arriba GTX - in kombinierten Fels-/Gras-/Schrofengelände. Bin damit sehr zufrîeden und bis jetzt sehr sicher unterwegs gewesen. Auch Kletterstellen bis 5a liegen (für mich) mit diesen Schuhen drin.

Bhüeti und Gruss vom
Schnuerli ("wilder Hund")

ADI hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. März 2012 um 17:36
Hallo, Schnuerli!

Freut' mich, daß Dir der Bericht gefallen hat.
Ja, der Christoph war hier nicht gefordert, ich schon etwas.
Wenn man ein guter Kletterer ist, dann passen diese Patschen wohl.
Ich war damals auch überrascht über seine Leichtschuhe, aber der Mann klettert soo gut...er kann es sich leisten.

Beste Grüße aus München, ADI

Kalkmann hat gesagt:
Gesendet am 9. März 2012 um 19:22
Hut ab! Gratuliere!
Am Bild 33, eine kleine Fehler, es ist nicht Dreischusterspitze ,er ist nicht im Bild,nur Schsterplatte sieht sich links. Dort ist es Elfer(3092m), mit Sextner Rotwand Rotwand ein bisschen links.
Sehen Sie, wie sorgfältig studierte ich die Route?

Beste Grüße, Kalkmann

ADI hat gesagt: RE:
Gesendet am 11. März 2012 um 14:27
Danke Kalkmann, Du kennst Dich gut aus.
Ich hab's korrigiert!

VLG, ADI

kardirk hat gesagt:
Gesendet am 12. März 2012 um 19:43
Klasse Bericht.
Habe den Berg vor ein paar Jahren schon von unten bewundert, als ich mit meinen Langlaufski in der Gegend war und war der Meinung, da mußte mal rauf - nach Deinem Bericht werd ich mich wohl mit Deinen schönen Bilder begnügen müssen, ist wohl doch eine Stufe zu hoch für mich.

VG
Dirk


Kommentar hinzufügen»