Aconcagua-Normalweg


Published by Nordeifler , 21 February 2012, 21h59.

Region: World » Argentina
Date of the hike: 6 February 2012
Mountaineering grading: PD
Waypoints:
Geo-Tags: RA 
Time: 17 days
Height gain: 4012 m 13159 ft.
Height loss: 4012 m 13159 ft.
Access to start point:Von Mendoza über RN 7 nach Puente del Inca, kurz danach Abzweigung zum Parkeingang Horcones
Accommodation:Einfache Hotels in Puente del Inca, Mittelklassehotel in Los Penitentes (während der Besteigungssaison hat nur eines in diesem Skiort offen)

21. 1. 2012 Flug von Frankfurt über Madrid und Santiago nach Mendoza
22.1. Übernachtung in Mendoza
23.1. Gipfelpermit in der Parkverwaltung, Gaskartuschen und noch etwas Proviant besorgt, mit einem der Anbieter obligatorischen Toilettennutzungsvertrag geschlossen, Maultiertransport und ein paar Abendessen im Basecamp gebucht, dann Fahrt über RN 7 nach Los Penitentes (2500 m).
24.1. Gepäck für die Mulis, 51 kg Ausrüstung, ein großer Teil davon Nahrung, nach Puquios, einer Häuseransammlung zwischen Los Penitentes und Puente del Inca, gebracht. Dann bis Horcones gefahren, 2950 m.
Ab nun gehts zu Fuß weiter, ca. 3 Stunden mit Tagesrucksack bis zum ersten Camp, "Confluencia" auf 3400 m. Nur eine Flußkreuzung über den Rio Horcones nötig und darüber geht eine Brücke. Hier und in Plaza de Mulas haben wir uns noch Abendessen beim Anbieter "Aconcaguatrek" geleistet, bevor dann die Tütenkost unumgänglich wird.
25.1. Wie fast alle, zumindest diejenigen, die kein Lungenödem kriegen wollen, Tagestour zur Plaza Francia (4200 m) mit Blick auf die gewaltige Südwand gemacht und zurück zu Confluencia. Da Stephanie keine Kopfbedeckung trug bekam sie abends sehr heftige Kopfschmerzen, deshalb verschieben wir unsere Weiterreise zur Plaza de Mulas um einen Tag.
26.1. Es gibt in dieser Stein- und Geröllwüste leider nur 2 Wege: Zur Paza Francia und eben zur Plaza de Mulas. Statt nur zu rasten, beschließen wir voller Begeisterung zur besseren Akklimatisation noch mal die gleiche Tour wie am Vortag zu machen . 
27.1. Weiterweg zur Plaza de Mulas, Gepäck wird um 7 Uhr von den Mulis abgeholt. Der Weg ist noch nicht sehr spannend. Zuerst eine Stufe von ca. 100 Hm, dann schier endlos, jedenfalls stundenlang, nahezu horizontal durch das breit ausgewalzte Horconestal, am Ende wieder eine endlich steilere Stufe, die leider für einige der Mulis offensichtlich zu steil war, es liegen ein paar Kadaver herum, dann ist das Basecamp Plaza de Mulas (4300 Hm) erreicht.
Hier stehen immerhin nicht so viele Zelte wie wir erwartet haben, eher 100 als 300, mindestens die Hälfte sind Großzelte der Veranstalter mit  Matratzenlagern und Esszelten.
Die Szenerie ist jetzt beeindruckend. Man erkennt den weitern Aufstieg über Plaza Canada bis Nido de Condores gut, dann verschwindet der Weg hinter der NW-Kante, die Traverse Richtung Canaleta ist wieder gut zu erkenn, diese nicht gut, der (nördliche) Hauptgipfel wieder gut.
28.1. Obligatorischer Ruhetag.
29.1. Morgens sind am Gipfel des Aconcagua eindrücklich große Schneefahnen zu sehen, ist sicher kein Gipfeltag für diejenigen, die von ihrer Akklimatisation her soweit wären. Berichte über extreme Stürme am Aconcagua sind bekannt, teils mit bösem Ende.
Wir besteigen den Cerro Bonete, 5000 m. Wind ist hier kein Thema. Sieht vom Basislager durchaus ein ganzes Stück entfernt aus und der Gipfelbereich erscheint recht steil, so daß man verwundert ist, daß es dann doch nur steiles Gehgelände bleibt. Vom Gipfel haben wir eine schöne Übersicht über die gesamte Westwand des Aconcagua und ein tolle Rundsicht auch auf die chilenische Seite. Wir treffen eine größere Gruppe österreichischer Bergsteiger, die uns berichten, daß vor ein paar Tagen mehrere Zelte von einem Hochlager mitsamt Inhalt im Sturm davon wehten. Sie beteuern, daß dies nicht an schlechter Sicherung des Zeltes lag und empfehlen, das Zelt grundsätzlich wieder abzubauen oder zumindest das Gestänge herauszuziehen, bevor man aufbricht. Später hören wir von Anderen, daß in einer anderen Sturmnacht, in der die Zelte, mit den menschlichen Gewichten beschwert, zwar nicht davon geflogen, aber gerissen sind.  Immerhin ist uns das Problem extremer Winde vor Kauf der Ausrüstung bekannt gewesen und mit unserem "Mountain 25" von The North Face haben wir uns für ein Modell entschieden, daß als sturmtauglich gilt. Ich bringe leider nicht in Erfahrung, was das für Zelte waren, die gerissen sind. Wir probieren aus, ob das Herausziehen des Gestänges und damit flach legen für unser Zelt praktikabel ist und entscheiden uns dagegen. In den Hochlagern nehmen wir uns später stattdessen sicher mindestens 1 Stunde zum verteuen des Zeltes mit großen Steinen, die wir gerade noch schleppen  bzw. verrücken können. Vor dem Gipfelgang habe ich dann zusätzlich ins Zelt noch mehrer Steine gelegt. Das ging bedeutend schneller, als das Zelz abzubauen. Das Ganze mag verwundern, aber die Bergsteiger, deren Zelt davon flog und die deshalb auch keine Gipfelchance mehr bekamen, vermittelten nicht den Eindruck von Naivität oder Unerfahrenheit und wir wollten ihr Schicksal natürlich nicht teilen.
30.1. Wir bringen Nahrung und Gas in die Hochlager Plaza Canada und Nido de Condores, steigen aber wieder ab und schlafen wieder im Basecamp.
31.1.
Ruhetag.  
1.2. Wir steigen zur Plaza Canada auf. Nur 3 Zelte, das Basislagerfeeling verliert sich, nachts heftiger Sturm, die Böen peitschen aus Norden auf das Vorzelt. Wir trauen uns nicht einzuschlafen, ich öffne mehrfach den Reißverschluß, die Steine halten die snowflaps des Vorzeltes zum Glück auf dem Boden, irgendwann schlafen wir dann doch so einigermaßen.
2.2. Ruhetag
3.2. Aufstieg zum Nido de Condores, banger Moment, ob das Materiallager unbeschadet ist, aber da fehlt nichts. (ist übrigens total verbreitet, überall liegen Platiksäcke rum, z.T. Nahrungsdepot, z.T. wohl eher Abfall)
4.2. Ruhe- bzw. Akklimatisationstag.
5.2. Aufstieg zum Campo Berlin (5930m) Die mittlerweile meist genutzte Alternative wäre Plaza Colera, welche 40m höher liegt und sauberer ist, aber Berlin soll windgeschützter sein. Es stehen hier 3 kleine Holzhüttchen, deren Schlafplätze so aussehen und riechen, daß die meisten lieber ihr Zelt aufschlagen, so wie wir.
6.2. Wir wollen um 5 Uhr starten, ganz frühes Aufbrechen, wie oft in den Alpen, ist hier nicht üblich, einerseitsgibt es keine Spalten, über denen der Schnee nachmittags faul werden könnte und andererseits ist es vor Sonnenaufgang schon wirklich sehr kalt. Ich habe nur im Innenzelt gemessen, da waren es -4, aber schon im Vorzelt ist es deutlich kälter: Beim Kochen im Vorzelt schlägt sich Wasserdampf nieder und wird innerhalb von Sekunden zu Reif.
Jeder 1-1,5 l trinken, ein paar Plätzchen in den Magen befördern und nebenbei die Anziehprozedur ziehen sich dann doch hin, wir starten um 5Uhr 35. Man kann von Berlin entweder realtiv direkt und steil nach oben gehen, oder nach links, weniger steil über Plaza Colera. Ich bin für Letzteres, aber Stephanie hält das für Zeitverschwendung und findet den Weg nach oben. Nach 1 Stunde haben wir zum ersten mal im Leben die Gelegenheit horizontal in eine Gewitterwolke im Osten zu schauen, der Blitz erscheint nicht als zackige weiße Linie sondern läßt die ganze Wolke wie einen Fuerball rot glühen. War´s das? Nein, die Wolke ist ca. 50 km entfernt, über uns, im Westen und Norden ist der Himmel völlig klar, nach Süden hin allerdings kaum einzusehen. Vor 2 Tagen hatte ich abends genau an der gleichen Stelle ein Gewitter beobachtet bei klarem Himmel über Nido und der war dann auch so geblieben. Also gehen wir weiter und beobachten die Entwicklung. Es gibt auch andere Dinge, die Zweifel aufkommen lassen: Wir haben beide eiskalte Zehen, der Wind ist wieder so stark, daß einzelne Böen mich zum Gegenstemmen zwingen. Zusätzlich unangenehm ist, daß nicht einmal die Windrichtung konstant ist, da wir halb im Lee sind und dementsprechend Turbulenzen auftreten. Gut, der Weg ist hier nicht steil, es besteht keine Absturzgefahr, aber wie ist das später in der Traverse?
Schließlich setzt der Wind meinen Augen ziemlich zu, die fangen wieder mal an zu tränen und zu schmerzen. "Vidisic" Augengel und Wechsel der Gletscherbrille (gegen 8Uhr erreichten uns die ersten Sonnenstrahlen und ich setze sofort die erste Brille auf) zu meinen 30 Jahre alten 2 Monokeln, die weitgehend abschließen, bringt deutliche Besserung. Die Sonne gewinnt etwas Kraft und die Zehen werden zumindest nicht mehr kälter. Um 9Uhr sind wir dann an der Ruine Refugio Independencia (6370m) , hier kommt erstmals die Sonne richtig gut bzw. in passendem Winkel hin und es ist auf einmal alles viel angenehmer. Der Unterschied in der Temperatur zwischen Sonnenschein und Mondschein ist in dieser Höhe viel deutlicher. Meine Zehen werden jetzt rasch warm, der restliche Körper ist es sowieso, Stephanies Zehen bleiben fast den ganzen Tag kühl, aber immerhin nicht bedrohlich.
Wenige Meter oberhalb von Independencia ist der Portezuelo del Viento, dahinter beginnt die Traverse. Dort angekommen bin ich überzeugt, daß wir es schaffen: Der Wind kommt von SW, wir sind so hoch, daß er an keinem vorgelagerten Hinderniß mehr verwirbelt wird und völlig konstant ist, so daß seine 50-60 km/h nichts Gefährliches haben, sie würden uns zudem eher an den Hang drücken. Der erste Teil der Traverse ist ziemlich horizontal, geht also schnell, Richtung Canaleta wird es dann 30-35° steil. Es liegt bereits seit längerem eine Schneedecke mit idealer Konsistenz, die Steigeisen greifen ohne jede Anstrengung.
Und so bleibt es die ganze Canaleta, die damit deutlich entschärft ist.
Trotzdem ist das Steigen in der dünne Luft heftig. An diesem Tag bewegen sich ca. 30 Bergsteiger in Richtung Gipfel. Alle machen immer wieder kurze Pause. Es sieht aus, als ob sich 30 alterschwache Schnecken nach oben quälen. Ich finde schließlich für mich den besten Rhytmus, indem ich nach einem Schritt jeweils 3 x ein- und ausatme, wobei auch der einzelne Atmezug um ein mehrfaches tiefer ist als üblich. Langsam, aber immerhin stetig (zuletzt nur 100m/h) kommen wir dem Ziel näher, das dann schließlich immerhin genau da ist, wo wir es schon seit Stunden sehen, nicht erst dahinter und dann  nochmals dahinter wie leider oft genug. Um 1415 haben wir das Giflelpateau erreicht.
Wir bleiben 1h, der Rückweg geht fast viermal so schnell. Gewarnt wird oft vor Verhauern beim Rückweg und ca. 200m unter Independencia stehen in der Tat ein paar Ratlose und fragen uns nach dem Weg. Eigentlich hielten wird den für eindeutig, aber stimmt andererseits, ist es nicht merkwürdig, daß man keines der beiden Hochlager (Berlin und Colera) sieht? Also GPS raus geholt und track geladen: Doch stimmt, es geht genau hier weiter. Schön daß ich dieses Gerät nicht umsonst gekauft habe.
7.2. Berlin-Mulas in 2h
8.2. Mulas-Horcones

Infos zum Organisatorischen:
Beste Besteigungchancen hat man vom 15.12.- 31.1., kommt auch darin zum Ausdruck, daß das Permit in dieser Zeit am teuersten ist, in der Saison 2011/12 waren es 3000 Pesos, ca. 600 €. (vor 2 Jahren nur etwa ein Drittel) Ich hatte mich im Herbst 2011 erkundigt, ob Permits nur bis zu einer Höchstzahl vergeben werden und die Auskunft erhalten, daß für diese Saison keine Limitierung vorgesehen war. Immerhin hörte sich das so an, daß solcherlei Überlegungen in der Zukunft doch umgesetzt werden könnten. Bislang ist es erforderlich, das Permit persönlich in Mendoza, Touristeninformation für die Provinz,  Av. San Martin 1143, zu kaufen. Man kriegt es nicht am Parkeingang, auch kann man es sich nicht besorgen lassen, man muß somit über Mendoza anreisen. Ausreisen kann man aber auch direkt über Santiago, worüber die meisten Flüge gehen. Vom Parkeingang ist es etwa gleich weit nach Santiago wie nach Mendoza. Wir haben uns aber für Mendoza auch als Rückreiseflughafen entschieden, da wir auch einen Mietwagen genommen haben.
Wir hatten insgesamt 4 Wochen Urlaub genommen, abzüglich der 4 Flugtage blieben also vor Ort 3,5 Wochen. Vor einer Besteigung sollte man mindestens 14-17 Übernachtungen über der sogenannten Schwellenhöhe d.h. > 2500-3000m gehabt haben. Und falls dann das Wetter nicht paßt, was am Aconcagua vor allem heißt der Sturm viel zu stark ist, oder eine Erkältung dazwischen kommt  etc., braucht man ein paar Reservetage und somit erscheinen 4 Wochen Urlaub sinnvoll. Wir haben eine ganze Reihe von Leuten getroffen, die zum zweiten oder dritten Versuch angereist waren. Oft wurde abgebrochen, weil jemand höhenkrank wurde oder das Wetter nicht paßte. Aber Schlechtwetter dauert am Aconcagua meist nur wenige Tage und die Chance, nicht höhenkrank zu werden, ist eben wesentlich größer, wenn man sich ausreichend akklimatisiert. Ferner sind die verschiedenen Formen der Höhenkrankheit nur die Spitze des Eisberges "schlechte Akklimatisation". Ich habe oft einen wesentlichen Unterschied meiner Steiggeschwindigkeiten je nach Güte der Akklimatisation festgestellt, was direkten Einfluß auf die Gipfelchance hat. Aus all diesen Gründen halte ich eben einen 4-Wochen Zeitplan für erforderlich.
Man muß einen Vertrag zur Toilettennutzung in den beiden bewirtschafteteten Lagern, Confluencia und Plaza de Mulas, schließen. An Anbietern, z.B. in den Sportgeschäften Mendozas, mangelt es nicht, es gibt eine diesbezügliche Adressliste in der Touristeninfo. Wenn man sich einige Tage das Essen bucht, ist die Toilettennutzung inbegriffen, auch für die Tage, an denen man sich selbst versorgt.
Man kann in diesen Lagern auch in den großen Schlafzelten dieser Veranstalter nächtigen, diese Zelte haben meist Stockbetten mit Matratzen 4-15 Personen/Großzelt.
Ab Mulas erhält man von den Parkrangern einen Plastikbeutel in die man seinen Koot entleeren muß. Es wird darauf hingewiesen, daß bei Verlust des Beutels oder Abgabe eines leeren Beutels ein deftiges Bußgeld zu zahlen ist. Diese Bedingung wird die wenigsten spontan erfreuen, aber wenn man später die zum Teil grausam versch....      Lager sieht, leuchtet der Sinn dieser Maßnahme ein. Ich habe keinen Überblick, wieviele sich daran halten, wieviele nicht und wie es aussähe, wenn sich niemand daran hielte. Jedenfalls war uns diese Vorschrift bekannt und wir haben uns nicht auf den einen ausgehändigten dünnen Beutel verlassen, sondern entsprechend strapazierfähige Beutel mitgenommen.
Maultiertransport kostet für 1 Tier, das 60 kg trägt: 100 USD vom Parkeingang nach Confluencia 170 USD nach Mulas (die Tiere kommen unbepackt von unten und nehmen das Gepäck dann in Confluencia) 170 USD für den Rückweg, den man an einem Tag von Mulas zum Parkeingang macht.
Wir hatten zu zweit 51 kg Gepäck plus die beiden Tagesrucksäcke zu 4-5 kg.
Die Maultiere gehen nur bis Mulas, ab dort wird auch ein Trägertransport angeboten, der aber deutlich teurer ist, haben wir nicht benötigt. Durch das (verbreitete) Anlegen von Depots in den Hochlagern während der Akklimatisation beschränkt sich das maximale Gewicht auf ca. 15kg/ Person beim Weg zu den Hochlagern.
Ausdrücklich warnen möchte ich vor manchen Pauschalangeboten einiger Anbieter z..B alle Transfers, Hotels in Mendoza, Maultiertransport, Mahlzeiten in den Lagern zu 1150 USD/Person ab minimal 3 Personen, angeboten von LANKO.    Der Preis ist wesentlich höher als bei Einzelbuchung.
Überhaupt darf man von diesen Anbietern nicht zu viel erwarten: Ich hatte mit mehreren in email-Kontakt gestanden, hätte mir einen Teil der Ausrüstung auch gern geliehen, aber ich erhielt meist nur auf 3 von 5 gestellten Fragen eine Antwort und die wiederum waren auch nicht eindeutig. Z.T. wurde offenkundig, daß Antworten von unterschiedlichen Mitarbeitern des Anbieters kamen und unvereinbar miteinander waren. Deshalb habe ich den email-Kontakt beendet, hier alle Ausrüstung besorgt und in Mendoza dann die Vertäge gemacht. Diese sind immerhin korrekt durchgeführt worden.
Sehr zu empfehlen ist das Buch Höhe x Bergsteigen von Thomas Lämmle
ISBN 3-00-028885-6 vom DAV Summit Club wegen der klaren praxisrelevanten Empfehlungen zur Taktik der Akklimatisation,  Vorbeugung von Erkrankungen, Erkennen von Symtomen, etc. Wenn man sich zm ersten Mal in diese Höhe aufmacht und ohne Führer geht, wie wir es gemacht haben, eigentlich ein Muß.

Ausrüstungsliste
Zelt: Montain 25 von The North Face:  Hervorragend
Schlafsack: Stephanie hatte einen Vaude "Ice Wall Expedition 200", der unbefriedigend war. Ich hatte einen "Iceline" von Mountain Equipment. Wesentlich teurer, aber eben auch gut
Isomatte: dicke profilierte von THERAREST, keine selbstaufblasende
Schuhe: Expeditionsschalenschuhe sind obligat, wir hatten Scarpa Phantom 6000: Gut, dennoch zumindest in den ersten Std. des Gipfeltages kalte Zehen; das lag aber wohl weniger an der Marke, ein Bergführer erzählte uns, er trage deshalb generell lieber die jeweiligen 8000er-Modelle der Firmen. O.K., diese sind allerdings noch schwerer, klobiger.
Steigeisen: obligat notwendig, aber keine besonderen Anforderungen
Pickel: Wir hatten einen dabei, kam aber nicht zum Einsatz. Ich würde aber wieder einen mitnehmen, könnte mir immerhin vorstellen, das andere Bedingungen ihn schon erforderten.
Socken: Zuunterst ganz dünne Seiden- oder Polypropylensocken, dann Dampfsperrensocken oder Mülltüte, dann dicke Merinowollsocken
Hosenkombi: Am Gipfeltag dicke lange Fleeceunterhose von Polartec , Berghose von Mammut, Goretexhose als Windschutz (notwendig). Das reicht, Daunenhosen sind in dieser Höhe noch nicht notwendig
Oberkörper: Langes Merinowolleunterhemd (Smartwool oder Icebreaker), dünne Dauenenunterziehjacke, dickes Fleece, Millet Daunenjacke "Expert  Down Jacket" mit ca. 420 g Daune. Habe damit vom Beginn des Gipfeltages bis zu eben diesem immer eine wohltuende Wärme gehabt und nicht geschwitzt. Für den unteren Teil leichte Regenjacke: Precip Jacket von Marmot
Kopf: Fleecemütze für die Nächte in den Hochlagern und am Gipfeltag unter der Kaputze der Daunenjacke. Ferner Sturmmaske, am Gipfeltag nicht benutzt, aber an anderen stürmischen Tagen, an denen die Dauenjacke zu warm gewesen wäre. Immer ein Halstuch mit Kordelzug am oberen Ende, um immer den Mund und manchmal zusätzlich die Nase zu schützen. (Sehr zu empfehlen, machen die Einheimischen fast alle, Schleimheute trocknen sonst aus). Schließlich noch Sonnencappy, das ich auch weit oben noch auf die Mütze gesetzt habe, da die Kappe einen zusätzlichen Schutz vor der doch intensiven Sonnenstrahlung bot.
Handschuhe: Redline Mitt von Montain Equipment, wasserdichte Fingerhandschuhe, dünneUnterziehhandschuhe
GPS: Hatte mir das Etrex 30 von Garmin besorgt, hat bei den Bedingungen/Temperaturen gut funktioniert
Uribag (faltbare Urinflasche) von Ayvita Versandapotheke www.ayvita.de
Urinflasche mit Trichter für Frauen gab´s bei Globetrotter
Biwaksack: Mountain Equipment Bivi Ultralight (100g)
Wieder verwendbare Handwärmer
Wasserdichte Packsäcke für Schlafsäcke und Kleidung
Kocher: Gaskocher mit Vorrichtung, auf der die Gasflasche auf den Kopf gestellt wird (Gas wird in der Höhe flüssig)
Gletscherbrille, evtl. zusätzlich Skibrille für Sturm
Trekkingstöcke von Leki (ultraleicht)
Aluflasche, die nachts als Wärmflasche dient
Karten gibt es in Mendoza direkt gegenüber der Touristeninfo

Zum Schluß noch Folgendes: Wir hatten im Vorfeld von Leuten, die in den letzten 15 Jahren da waren, viel Negatives über den Aconcagua gehört, vor allem über Massen von verantwortungslos schnell aufsteigenden und somit schwer höhenkranken Bergsteigern. Im Netz gibt es ja auch genügend solche Berichte. Das hätte unsere Pläne auch fast geändert. Tatsächlich haben wir dergleichen nicht erlebt, vielleicht hat ein Umdenken stattgefunden, vielleicht hatten wir auch nur Glück.  Die Besteigung war jedenfalls eindrucksvoll und befriedigend, wir können sie sehr empfehlen.





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Comments (8)


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fjohn says:
Sent 22 February 2012, 11h09
Gratuliere zum Aconcagua!

Hättest du vielleicht noch ein paar Fotos zum einstellen?

Gruss,

Florian

Nordeifler says: RE:
Sent 23 February 2012, 11h08
Die waren schon fertig untertitelt, dann habe ich festgestelt, daß 2M/ Bild wirklich sehr wenig ist. Muß mich jetzt um den Pro-Zugang kümmern, kann deshalb ein paar Tage dauern.
Gruß
Nordeifler

Sputnik Pro says: Super!
Sent 22 February 2012, 12h57
Hallo und Gratulation zum höchsen Südamerikaner! Da ich in 2 Jahren den Gipfel plane, danke ich schon für die Infos im Bericht. Hast du noch Fotos?

Ein Kollege (André Haangard) war vor etwa einer Woche auch oben, vielleicht habt ihr euch ja unterwegs getroffen :-)

Viele Grüsse,

Andrej

Nordeifler says: RE:Super!
Sent 23 February 2012, 11h26
Hallo, kommen Deine Kollegen aus Stuttgart und Tuttlingen?
Wir haben auch 2 Jahre im voraus geplant, insbesondere was Ausrüstung anbelangt habe ich gestaunt, wie viele praxisrelevante Unterschiede bei Daunenjacken, Schuhen Zelten etc. existieren.
Übrigens war es im Winter sehr schwierig, das Zelt zu bekommen, für das wir uns entschieden haben. North Face selbst hätte meinen Bergsportladen nicht mehr rechtzeitig beliefert und alle mir bekannten Bergsportläden einschließlich der internetshops hatten es nicht vorrätig, es hat ein paar Stunden internetsuche und Telefonate gedauert es doch noch zu bekommen. Die Zelte werden von TNF wohl nicht im Winter produziert.

Gruß
Nordeifler

Vauacht says: RE:Super!
Sent 24 February 2012, 09h26
Gratulation zum Aconcagua! Spitzenleistung!

Und besonders dickes Danke fuer die detaillierte Materialbeschreibung und Beurteilung. Anhand Deiner Ausfuehrungen werde ich mich asap um ein Zelt kuemmern, evtl ja auch das TNF Mountain 25, denn wenn es am Aconcagua funktiert dann duerfte es auch am Ojos gute Dienste leisten.

\Roland

Sputnik Pro says: Material 6000er
Sent 24 February 2012, 20h55
Hallo, nein meine Kollegen kommen aus Schweden wobei einer von ihnen Schweizer ist.

Im November werde ich nach Ecuador gehen um meinen ersten 6000er zu besteigen, da werde ich mir sicher einiges an benötigtem Material schon kaufen. Nun habe ich ja einige gute Tips von dir bekommen, danke!

Gruss,

Andrej

Cubemaster says: Gratulation
Sent 7 March 2012, 22h38
Ich gratuliere zu diesem Erfolg und dem schönen Bericht. Vieles habe ich ganz genauso empfunden bzw. erlebt. (Der Rhytmus 3x tief atmen für einen Schritt hat bei mir auch super funktioniert.) Wir sind im Januar 2011 oben gewesen, standen am Gipfel aber leider im Nebel. Danke für die schönen Fotos, jetzt weiss ich endlich auch, wie es da oben aussieht...
Und übrigens: Du solltest den Aconcagua als Wegpunkt hinzufügen, sonst findet man deinen tollen Bericht nicht!

Nordeifler says: RE:Wegpunkt
Sent 8 March 2012, 22h15
Danke, auch für den Tip mit dem Wegpunkt.
Nordeifler


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