Leglerhütte SAC (2273 m), genussvolle Geburtstags-Schneeschuhtour


Published by Renaiolo Pro , 13 February 2012, 18h11.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike:11 February 2012
Snowshoe grading: WT3 - Demanding snowshoe hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL 
Time: 2 days
Height gain: 761 m 2496 ft.
Height loss: 747 m 2450 ft.
Route:Mettmenalp-Sunnenberg Furggele-Leglerhütte-zurück
Access to start point:PW aus dem Zürichoberland-A53 (Reichenburg)-A3 bis Ausfahrt Niederurnen-Näfels-Netstal-Glarus-Schwanden, im Zentrum Wegweiser Mettmenbahn, Achtung Bergstrasse ca. 6 km hoch (enge schneebedeckte und teilweise vereiste Strasse - deshalb logischerweise Schneeketten-Obligatorium) bis Talstation Kies (ausreichend P)
Accommodation:http://www.leglerhuette.ch/ (diesmal in der Tödi-Suite!!!)
Maps:map.geo.admin.ch

Seit Mitte Januar laborierten wir an unseren Erkältungen, meine Doris sogar mit einer Mittelohr-Entzündung. Rechtzeitig zu ihrem Geburtstag wieder einigermassen gesund, wagten wir das Vorhaben umzusetzen: eine gemütliche Schneeschuhtour zur Leglerhütte verbunden mit einem ebenso gemütlichen Nachmittag/Abend und einer (kalten!) Nacht in der Tödi-Suite. Das Wetter spielte mit - wunderbar! An die tiefen Temperaturen haben wir uns auch schon seit zwei Wochen gewöhnt. Lediglich die gemeldete Lawinengefahr Stufe 3 (erheblich) liess uns diesen Tag mit Respekt angehen. Also starteten wir bei ca. -12 Grad kurz vor Mittag vom Berggasthaus Mettmenalp - gestärkt von der heissen Schoggi (mit Nussgipfel natürlich…). Ein paar Meter oberhalb des Berggasthauses überquerten wir die ca. 150 m lange Staumauer, resp. die darauf liegende ca. zweieinhalb Meter hohe Schneemauer. Etwas Gratfeeling kam auf - nicht ganz schwindelfreien bietet sich der Umweg über den gefrorenen Garichti-Stausee an. Am anderen Ende der Mauer zog die Spur vorerst ohne stark anzusteigen bei Punkt 1648 m vorbei. Im Vergleich zum letzten Winter, siehe hier führte die Spur nicht dem Sommerwanderweg entlang leicht steigend bis zum Punkt 1768 m, sondern sie führte durch die Ebene Matt, um dann über eine Strecke von 500 m um 110 Meter anzusteigen; diese steile Stelle brachte uns heute zum erstenmal ins Schwitzen - naja, die Wärme war uns willkommen. Auf der Hochebene Alp Ober Stafel (ca. 1780 m) war vorzüglich gespurt, Schneeschuh- und Skitouren-Spur schön getrennt. Erstmals spüren wir nun auch die leichte Bise, und es wurde sonniger - und spürbar kälter. Nach der Alp erneut ein hochwillkommener kurzer Anstieg (Chärpfbrugg), dann durch wunderbares Gelände entlang dem (eingeschneiten) Niderenbach. Die im Sommer hier stehenden mächtigen Felsblöcke liegen unter den gewaltigen Schneemengen versteckt. Der Blick nach rechts zum voll besonnten Matzlengrat und Sunnenberg bestätigt die Richtigkeit unserer Entscheidung, nicht auf dieser Seite hochzulaufen. Die Strecke Matzlenfurggelen-Charpfstäfeli-Hübschböden kannten wir von einer Wanderung im letzten Sommer; sie wäre um diese Tageszeit wohl doch etwas riskant gewesen. Zurück auf unsere Spur: bei Punkt 1925 angekommen, begann es jetzt nochmals zu steigen. Auf der Strecke bis zur Sonnenberg-Furggele (2212 m ) waren über ca. 1400 m ca. 300 Hm zu überwinden. Das war aber ein reines Vergnügen - angesichts der markanten Gipfel Schwarz Tschingel, Unter-Chärpf und Chli-Chärpf - und: das Zwischenziel Sonnenberg-Furggele verspricht ja die geniale Erweiterung des Blicks auf das Glärnischmassiv. Kaum fertig gedacht, haben wir auch schon die letzte steile Stelle (eine vom Wind aufgebaute Wächte) umgangen und standen nun auf 2212 m Höhe. Nun noch die paar Hm über den dem Wind ausgesetzten Rücken hinüber zum Tagesziel, wo wir kurz vor zwei Uhr eintreffen. Zuerst einmal staunten wir von den die Hütte umgebenden Schneemauern hinunter zum ca. 3 m tiefer gelegenen Platz vor der Hütte, wo sich einige Gäste bei 14 Grad an der Sonne (-15 Grad am Schatten) nieder gelassen hatten. Sara und Romano Frei, das Hüttenwart-Ehepaar, erwarteten und begrüssten uns. Nun begann der gemütliche Teil des Tages; die SpielerInnen-Runde (lustige Churerinnen!) an unserem 7er Tisch sorgte dafür, dass der Nachmittag wie im Flug in den Abend überging. Das Essen hier oben war wie gewohnt vorzüglich: leckere hausgemachte Gemüsesuppe, Ragout und Kartoffelstock (mit viiiiel Sosse!), und zu Abschluss was Süsses (Panettone an Vanillesosse) - einfach lecker. Eine tolle Leistung des Dreier-Teams(!) - immerhin war die Hütte voll besetzt, und die Stimmung unter den ca. 60 Gästen war eindrücklich. Dankeschön an Sara, Romano und die dritte im Bunde. Etwas widerwillig machten wir uns um 22 Uhr daran, die Hüttenruhe einzuhalten. Widerwillig deshalb, weil das Thermometer draussen mittlerweile -22 Grad zeigte, und wir in unserem Zimmer ungewohnte(!) „frostige Verhältnisse“ erwarteten. Gut einpackt (mit Mütze und Handschuhen ausgestattet) machten wir die etwas grenzwertige Erfahrung, bei nur gerade 6 Grad Raumtemperatur zu schlafen - und das ganz ohne zu frieren! Nun gut, Doris hat vielleicht schon etwas von meiner Abwärme gezehrt. Der Rest ganz kurz: Sonntagmorgen um halb sieben Wunder-Ausblick in die Alpengipfelwelt, dominiert von Tödi, Clariden, Ortstock, Höch Turm und Glärnisch - schlicht phantastisch! Raus aus den Federn, Berglerfrühstück (mit hausgemachtem Zopf!), um halb neun „Check-out“ (so der Sprachgebrauch auch hier oben) und Abschied. Der Abstieg auf der Aufstiegsroute, noch immer bei schönstem Wetter und bei -18 Grad. Auf dem höchsten Punkt kurz vor Sonnenberg-Furggele wurden wir von der Sonne begrüsst. Nach nur anderthalb Stunden erreichen wir den Ausgangspunkt und streben kurz vor halb elf und bei noch immer -12 Grad direkt in die warme Stube des Berggasthauses Mettmenalp. Stärkung bei Kaffee und Gipfeli, dann kurzer Sprint zur Bergstation der Luftseilbahn, welche uns um Punkt elf Uhr nach Kies hinunter schaukelte. Dort angekommen, verabschiedeten wir uns von der wie immer sehr freundlichen Frau Landolt, der guten Seele der Mettmenbahn.
 
Widmung:
Dieser Bericht ist meiner lieben Doris zum Geburri gewidmet

 
Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich; allerdings hatte es in den letzten Tagen keinen Neuschnee gegeben, und auf dem Hüttenzustieg stellten wir keine kritischen Stellen fest.
 
Aufstieg (Samstag):
Strecke: 5.53 km
Aufstieg: 761 m
Abstieg: 41 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 47 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 41 Min.
 
Abstieg (Sonntag):
Strecke: 5.29 km
Aufstieg: 34 m
Abstieg: 747 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 1 Std. 33 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 34 Min.

Hike partners: Renaiolo

Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Geodata
 9346.kml TRACK 11.02.2012 Leglerhütte-Aufstieg
 9347.kml TRACK 11.02.2012 Leglerhütte-Abbstieg

Gallery


Slideshow Open in a new window · Open in this window


Comments (6)


Post a comment

Willem Pro says: Schön!
Sent 13 February 2012, 18h24
Nachträglich herzliche Glückwünsche zum Geburtstag, zur schönen Tour und zu den wundervollen Winterbilder! Einfach fantastisch, die Abendstimmung bei der Hütte...

LG Willem

Renaiolo Pro says: RE:Schön!
Sent 13 February 2012, 18h28
Lieber Willem, Du bist wirklich schnell. ährend ich noch die Bildtexte uploade, bist Du schon dran. Ganz herzlichen Dank für die Glückwünsche und das Kompliment! LG Ruedi (mit Doris)

alpstein Pro says:
Sent 13 February 2012, 18h47
Auch von mir nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.

Schöne Fotos aus einer Gegend, die ich leider noch zu wenig kenne.

Beste Grüße
Hanspeter

Renaiolo Pro says: RE: Herzliches Dankeschön
Sent 13 February 2012, 19h05
für die Glückwünsche, lieber Hanspeter. Ruedi und Doris

Renaiolo Pro says: RE: Empfehlung
Sent 13 February 2012, 19h09
Gegend, die ich leider noch zu wenig kenne:

Dazu können wir nur sagen: im Glarnerland gibt es sommers wie winters viele schöne Ecken - liegt praktisch vor unserer Haustür. Und vom Bodensee her auch gut zu erreichen... Herzlich, Ruedi

Runner Pro says:
Sent 8 April 2012, 12h01
schöne Tour mit schönen Bildern - super !


Post a comment»