winterliche, beinahe wunderbare Verhältnisse auf Gwidem- und Belchenflue


Publiziert von Felix Pro , 13. Februar 2012 um 14:00. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum:11 Februar 2012
Wandern Schwierigkeit: T4- - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BL   CH-SO 
Aufstieg: 775 m
Abstieg: 775 m
Strecke:Hägendorf, Parkplatz Tüfelsschlucht (gratis) - Tüfelsschlucht - Oberi Schlucht - Allerheiligenberg - Allerheiligenberg, Höhenklinik und Seniorenzentrum - P. 975 - Wuesthöchi - Gwidemflue - Gwidemhöchi - Belchenflue - Gwidemhöchi - P. 753 - P. 696 - P. 656 - Schlössli - P. 644 - Gnöd - Spitzenrüti - Hägendorf
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Huttwil, Langenthal, Aarwangen, Egerkingen nach Hägendorf
Kartennummer:1088

Auch Rosmarie hat sich uns drei Hikr’s angeschlossen – für sie ist diese Jura-Tour Neuland, während wir die bereits lang anhaltende Kaltfront benutzen, um die Tüfelsschlucht einmal mit viel Eis zu erleben – und wieder einmal die für uns ausnehmend reizvolle Gwidemflue zu überschreiten.

 

Bei mässiger Bise starten wir auf dem grossen, gebührenfreien Parkplatz in Hägendorf, wo sogleich der Wanderweg durch die beiden Schluchten hinauf Richtung unserer beiden Gipfelziele beginnt. Wenige Hundert Meter durch ein EFH-Aussenquartier geht es dem Cholersbach entlang dem Walde zu. Hier, beim Eintritt in diesen, hat sich der Bach zu einem kleinen Tümpel aufgestaut; hier nimmt der wunderschöne Weg durch die untere der beiden Schluchten seinen Anfang.

 

Erst einmal wartet das Bächlein im zur Winterszeit lichteren Wald mit unzähligen kunstvollen eisigen Verzierungen auf, bevor das Tal sich verengt und zur eigentlichen Schlucht wird. Die Tüfelsschlucht ist streckenweise derart eng, dass sie auf Stegen passiert werden muss. Da stellenweise zum Eis gefrorenes Wasser aus den Felsen auf den Steg geflossen ist, ist heute einige Male das Geländer sehr hilfreich beim Bewältigen der Eisflächen. Wie erwartet, liegt die Schlucht im „Windschatten“ – so dürfen wir zahlreiche Fotohalte einschalten ohne eiskalte Hände zu erhalten. Diese Halte „zwingen“ uns die mächtigen Eiskaskaden im mittleren Teil der Schlucht förmlich „auf“: wie die Natur doch Kunstwerke zu schaffen vermag – wir sind ergriffen von deren Schönheit. Tief befriedigt setzen wir unseren Marsch durch die auch ohne Sonnenschein (unter der Nebeldecke) interessante Schlucht fort und gelangen an weiteren hübschen Abschnitten vorbei zur Strasse, welche, von Bärenwil herkommend, die Schlucht quert – und in diejenige einmündet, welche zur Höhenklinik hochführt.

 

Diese Strassenkreuzung überschreitend, setzen wir unsere Wanderung fort mit der Begehung der kurzen, „anmutigeren“ Oberi Schlucht. Dem vereisten Seitenbach entlang gewinnen wir rasch die offene Anhöhe unterhalb der Bärgwirtschaft Allerheiligenberg, welche leider bis Ende Februar Betriebsferien hat. Bereits gegen den Waldrand zu erreicht uns der erwartete Wind – zum Glück nicht in der befürchteten Intensität. So erreichen wir mit erträglicher Kälte den belebten Buurehof und das geschlossene Restaurant. Beatrice, welche ursprünglich auch gern mitgekommen wäre, doch – wie viele andere auch – den Heizungs-Sanitär-Installateur zu Hause erwarten musste, vertröstete uns auf die Cafeteria des etwas höher gelegenen geriatrischen und medizinischen Zentrums.

 

Und wirklich, im Seniorenzentrum Gritt, der Höhenklinik Allerheiligenberg angegliedert, ist die in Aussicht gestellte Kaffeepause zu realisieren; wir tanken Betriebsstoff und Wärme für die nun folgenden Gipfelanstiege. Doch erst folgen wir den spärlichen Spuren Richtung Ost-Grat des Drotziejer; im schön verschneiten Wald, wiederum vom Wind verschont, traversieren wir diesen gänzlich bewaldeten Rücken auf dessen Nordseite.

 

Erfreulicherweise hält sich der Wind auch beim Hinaustreten aus dem Wald auf Wuesthöchi in Grenzen; auch die Schneeverhältnisse sind dergestalt, dass wir gut vorwärtskommen. Sogar die Wolkendecke scheint dünner zu werden: schemenhaft erkennen wir ein erstes Mal heute die Sonne.

Den letzten Abschnitt im offenen Gelände, die Route des offiziellen Weges verlassend, stapfen wir durch etwas tieferen Schnee bis zum Waldrand zum Durchlass, wo der nun anspruchsvolle Teil unserer Tour beginnt.

 

Vom P. 1002 herkommend, signalisiert dieses Tor den Beginn der Spur, welche – in der LK eingezeichnet – im Sommer deutlich sichtbar ist. Heute halten wir uns meistens an die uns bekannte Route; allerdings unter erschwerten Bedingungen. Gerade der letzte Aufschwung zum Gipfelgrat mit den ersten alten Befestigungen ist etwas schwieriger, da steil und mit lockerem, dichtem Schnee gefüllt. Welche Pracht jedoch wieder einmal, das Ankommen auf dem herrlichen felsigen Grat der Gwidemflue! Und pünktlich mit dem Erreichen des Grates guckt die Sonne ein erstes Mal zaghaft durch die Wolken – sie wird uns in der Folge immer öfters und stärker erfreuen, unsere Gratwanderung in schönes Licht tauchen und zusammen mit den fotogenen Föhren tolle Sujets abgeben. Wir erfreuen uns alle ob der wiederum genussvollen Überschreitung – auch wenn wegen der „mehligen“ und ungespurten Schneeverhältnisse streckenweise sehr konzentriert gegangen werden muss. Beim östlichsten der ehemaligen Bunkeranlagen, heute: Ferienhäuschen, geniessen wir windgeschützt und auf gedeckter Terrasse mit Tisch und Bank, unsere Mittagspause – mit zeitweise Sonnenschein.

 

Nach dem für einen 11. obligaten Prosecco machen wir uns auf den Weg zur heutigen Schlüsselstelle: wir sind gespannt, wie sich der teilweise kettengesicherte Abstieg präsentiert. Die ersten Kehren sind recht eingeschneit; die abschüssige Seite verlangt sicheres Gehen bis zum Erreichen der Kette. Hier beginnt das konzentrierte Abwärtsteigen auf den zugeschneiten Treppenstufen und Felsband – die Kette muss halten … ein Abflug wäre wenig bekömmlich. Gut kommen wir hinunter und zuletzt auf dem steilen Grashang zur Gwidemhöchi.

 

Im Abstieg haben wir ja auch das Serpentinenweglein und den nächsten möglichen Gipfel erkennen können – die sonnigen und guten Wetterbedingungen lassen uns sogleich weitermarschieren und die Belchenflue problemlos ersteigen. Ein zwar nicht so weitsichtiger, doch herrlicher Rundblick geniessen wir auf dem Gipfel mit der zerrissenen Fahne, Zeichen davon, dass der Wind hier doch mal noch stärker weht als heute. So halten wir eine kurze Rast auf dem bekannten Südwand-Bänkli ab, welches vom Ski-Club Olten eingerichtet wurde. Von hier aus haben wir in etwa Überblick über die nächste Etappe unserer Tour: wir wollen diesmal den Weg über die Leiter nehmen, welche uns kopfsalat mit seinem Bericht *Bölchen oder die vergebliche Suche nach der Sonne schmackhaft gemacht hat.

 

So streben wir zurück zur Gwidemhöchi; hier werweissen wir, ob wir der Route des Wanderweges folgen oder die direkte Variante hinunter zum Steg nehmen sollen - selbstverständlich nehmen wir die Abkürzung durch teilweise tieferen Schnee und gelangen so wenig vor besagtem Steg wieder auf die offizielle (Sommer)-Route. Es folgt nun ein längerer beschaulicher Gang abwärts durch den lichten, meist sonnendurchfluteten Wald – sogar einen Hasen bekommen wir zu sehen; nach dem Graureiher, Rotmilan und Mäusebussard zu Beginn ein würdiger tierischer Abschluss!

 

Wir sind froh, haben wir diese Abstiegsvariante gewählt: gerade die Passage vor und bei der Leiter ist bemerkenswert: ein kleines, sich verengendes Tälchen mit Eisfall und geländergesichertem Steig leitet zur Steilstufe, welche mit einer zweckmässigen Leiter überwunden wird. Danach treten wir in der Nähe von Fasiswald wieder auf offenes Gelände über – und auf die Strasse, welche uns zum Schlössli führt; hier begann eine ebenso schöne Rundtour in diesem prächtigen Juragebiet *über Horn-, Belchen- und Gwidemflue zum Drotziejer.

 

Kurz danach wechseln wir noch einmal auf den Wanderweg im Wald über und erreichen so Gnöd. Die nun unüberhörbare Autobahn (vor dem Tunnel durch den Hauenstein) unterqueren wir anschliessend und wandern durch das bei Spitzenrüti beginnende EFH-Quartier gemächlich zurück nach Hägendorf.

 

Wieder einmal: die Gwidemflue (mit der Tüfelsschlucht) gefiel bestens – das Ganze hat Wiederholungscharakter … 


Tourengänger: Ursula, Felix, Juergen

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Kommentare (2)


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bidi35 hat gesagt: eine tolle Wanderung...
Gesendet am 13. Februar 2012 um 14:56
...habt ihr da hingelegt, und wunderbare Winter(eis)fotos gemacht.
Nur...die Sonne wollte nicht so recht mitmachen...

LG Heinz

CarpeDiem hat gesagt:
Gesendet am 14. Februar 2012 um 16:20
Was für eine Eispracht...


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