Gross Muttenhorn (3099m) und Tällistock (2875m)


Publiziert von Daenu , 22. Januar 2012 um 12:17.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:16 Juli 2011
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS 
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 2100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Postauto ab Realp (tw. bereits ab Göschenen)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Zug nach Andermatt - Göschenen
Kartennummer:1231, 1251, 1250

Im Frühling fiel mir bei der Abfahrt über den Muttengletscher dieser schöne, lange Grat auf. Nach etwas Recherche war klar: Der Ostgrat aufs Gross Muttenhorn ist machbar und soll diesen Sommer begangen werden. So stehen wir also an diesem Morgen auf dem Furkapass. Der Wind bläst stark, die Föhnwalze ist nur eine Bergkette weiter im Süden am Pizzo Rotondo.

Furkapass-Deieren - T3
Wir überqueren den Parkplatz, steigen das Bord hinunter und folgen dem Wanderweg nach links und leicht ansteigend in Richtung des Stotzigen Firsten. Wir überqueren eine Ebene mit drei kleinen Seen, dann geht es etwas steiler bergan und schon stehen wir auf dem Übergang ins Muttentäli. Wir steigen nur kurz ab, dann verlassen wir den Weg nach rechts und folgen Wegspuren dem Hang entlang. Nachdem wir P.2638 etwas westlich passiert haben geht es schon bald steil über Grashalden abwärts. Hier treffen wir wieder auf einzelne Markierungen - vermutlich sind wir etwas zu hoch gequert und der Weg verläuft etwas tiefer zwischen P.2616 und P.2638 hindurch. Egal, wir sind am Bach unten und überqueren ihn.

Deieren-Ostgrat-Gross Muttenhorn - T5-
Auf der gegenüberliegenden Seite steigen wir die Moräne hoch. Oben angekommen sehen wir, dass wir etwas zu hoch sind, denn auf der anderen Seite fällt die Moräne steil ab. Wir folgen der Moräne einige Meter talwärts, bis wir über Geröll und Blöcke zum Bach absteigen können. Auf der anderen Seite wieder hoch, eine weitere Mulde queren, dann stehen wir am Beginn des Grates etwas unterhalb von P.2611. Einigen Steinmännchen folgend steigen wir etwas links vom Grat hoch, dann gewinnen wir die Gratschneide über eine Grashalde. Wir halten uns möglichst nahe beim Grat, Hindernisse übersteigen wir direkt oder umgehen sie auf der grasigen Südseite. Der Grat wird zunehmend steiler, er ist aber kaum ausgesetzt. Wir erklimmen ein steiles Grasbord und kommen in die Felsen. Nach links queren wir um ein Eck herum. Den folgenden Grataufschwung umgehen wir in erdigem Schutt auf der rechten Seite - es ist nass und etwas rutschig. Kurz darauf stehen wir auf dem Vorgipfel und schreiten über einige Felsblöcke zum Gipfel des Gross Muttenhorn.

Gross Muttenhorn-Tällilücke (P.2769) - T5, II
Wir folgen dem Weg durch Geröll und Kies hinunter zu einem kleinen Sattel bei P.3005. Der folgende felsige Gratabschnitt könnte südlich umgangen werden. Wir bevorzugen die Direttissima (I): Zuerst steigen wir links am ersten Felsen vorbei, dann queren wir zwischen den Felsen auf die Nordseite (Kratzspuren von Steigeisen). Zuerst steigen wir einige Meter ab, dann gleich wieder hoch in eine Scharte und auf die Südseite zurück (gleich nach dem grossen Felsen). Kurzer Abstieg im Fels in eine Rinne und auf der anderen Seite im Geröll wieder hoch. Nun wird der Grat wieder breiter.

Der Weg führt nun über das Bödeli unterhalb von P.2985 und folgt dann alles dem Grat. Zahlreiche Auf- und Abstiege wechseln sich ab. Bei P.2799 verlassen wir den Weg und steigen nach rechts über Gras und Fels auf den Rücken auf, dann folgen wir ihm über Geröll - vorbei an einer Ruine vermutlich militärischen Ursprungs. Der Grat zum Tällistock hat von unten abweisend ausgesehen. Selbst die engsten Stellen lassen sich jedoch gut begehen und wir erreichen den höchsten Punkt ohne grosse Schwierigkeiten.

Der Westgipfel ist schon nah, dann kommt das befürchtete Hindernis: der Grat fällt steil in einen kleinen Sattel ab. Wir sondieren, ob der direkte Abstieg möglich ist und steigen von Block zu Block ab. Bald stehen wir oberhalb eines 5-6m hohen Felsens - Ende der Fahnenstange. Auf einem leicht abfallenden Band können wir nun nach rechts queren, danach durch eine Art Kamin die fehlenden rund 4m abklettern (II). Geschafft! Von unten sehen wir auf der südlichen Seite Wegspuren in den Grasbändern, vermutlich wäre diese Route einfacher gewesen. Vom Sattel zum Westgipfel sind es nur noch ein paar Schritte. Der Abstieg in die Tällilücke (P.2769) ist zwar steil, aber ohne besondere Schwierigkeiten.

Man kann beim Abstieg vom Gross Muttenhorn die Kletterstellen und den Tälllistock auslassen, dann sinkt die Schwierigkeit auf T4.

Tällilücke (P.2769)-Oberwald - T2
Wir folgen dem Wanderweg über den Tälligrat, resp. meistens etwas rechts davon über grüne Alpwiesen. Beim Kreuz  (P.2508) dreht der Weg etwas gegen Süden, danach im Zick-Zack über Galestafel zum Hungerberg hinunter. Wir überqueren die kleine Ebene zur Kapelle hinüber und steigen an den Weilern Bärg und Gere vorbei ins Tal hinunter. Bei P.1427 erreichen wir die Strasse, folgen ihr ins Dorf hinein und weiter zum Rotten. Ihm folgen wir auf einem kleinen Strässchen bis zum Bahnhof.


Tourengänger: Daenu


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