und wieder Traumsichten auf dem Chli Schnierenhireli


Publiziert von Felix Pro , 19. Januar 2012 um 17:25. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Emmental
Tour Datum:18 Januar 2012
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-LU   Brienzergrat 
Aufstieg: 965 m
Abstieg: 965 m
Strecke:Hinder Schönisei - P. 1136 - Mirenegg - P. 1495 - P. 1771 - Chli Schnierenhireli - Obers Läger - Ällgäuw - P. 1495 - Mirrenegg, Alp - P. 1136 - Hinder Schönisei
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW via Sumiswald, Langnau, Schangnau und Kemmeribodenbad; hier sind 5 Fr. Gebühr zu entrichten für die Fahrt nach Hinder Schönisei
Kartennummer:1189, 1209 - 254 S

Endlich – fand Annerös mal Zeit, um mit uns auf eine (winterliche) Tour zu kommen; und erst noch auf Ursi’s Lieblingsberg, das Chli Schnierenhireli! Toll – es sollen weitere Highlights folgen!
 

Nach dem Bezahlen der 5 Fr. im Kemmeribodenbad fahren wir an ansehnlichen, grossen Eiszapfen-„Feldern“ vorbei zum Start; wir sind die ersten, welche heute ab Hinder Schönisei den doch längeren Aufstieg unter die Skis resp. Schneeschuhe nehmen. Nach den -11° vor der Zahlstelle sind nun die -6° erträglich; und schnell einmal sind die „Betriebstemperaturen“ erreicht. Zügig geht es aufwärts auf der Forst- und Alpstrasse bis vor P. 1203, wo der vorgeschriebene Aufstiegsweg Richtung Alpgebiet der Mirrenegg führt. Wir lassen die Alp im Aufstieg rechts liegen und begehen die nun wieder flachere Moorlandschaft bis zu P. 1495.

 

Hier steilt das Gelände auf, die Hangtraverse ist zudem von einem kleinen Rutsch her etwas ruppig; doch „gleitig“ geht es weiter – lange verbleiben wir im Schatten, und schalten dann etwas südlich von Obers Läger einen Znünihalt ein. (Die zwei Frauen werden auf der Abfahrt dort vorbeirauschen …)

Doch erst gilt es, den steileren Hang zu P. 1771 weit ausholend zu bezwingen, bevor es auf der flacheren Kuppe zum ersten Mal die ersten Sonnenstrahlen zu geniessen gibt. Hier geht es nun, wieder im Schatten, über dem markanten Felsband in westsüdwestlicher Richtung zum grossen Kessel zwischen den beiden Hirelis.

 

Mit fortschreitendem Aufstieg wird der Hang steiler; ein recht gutes Trassée ist hilfreich. Doch nach einem kurzen flacheren Zwischenbödeli geht’s erst Recht zur Sache; erst beim Skidepot erwartet uns wieder für nur kurze Zeit ein sonniges (Aus)-Ruhe-Plätzchen; die letzten Meter dazu sind bereits vereist, also recht schwierig zu begehen – die geschätzten zwanzig Höhenmeter zum Gipfel des Chli Schnierenhirelis werden zur Schlüsselstelle: ich habe die Schneeschuhe beim Skidepot abgezogen – und versuche in meinen weichen Treckingschuhen auf den zwischen Gras und eisigem Schnee dem Grat entlang vorhandenen Spuren mühsam den Gipfel zu erreichen. Zum Glück trägt Ursula mit dem „Ausbauen“ der Spuren etwas zur Verbesserung der Situation bei – und: ohne Pickel wäre ich kaum hinaufgelangt …

Doch oben: welch ein Traum! Dieser überwältigende Blick zum Tannhorn rüber, zum Brienzersee runter, zu den „versammelten" Berner Grossen – und zurück zu Hohgant und Schratteflue – jedes Mal stellt dies für uns ein Erlebnis der Sonderklasse dar! So geniessen wir die Gipfelrast ausgiebig (gut 1 ½ Stunden) – und bemerken beim Eintrag ins Gipfelbuch, dass unser Tourenfreund Dominik am 14. Januar hier war – und den Behälter wieder freigeschaufelt hat …

Nicht nur die Sicht in die Berge und die Landschaft ist beinahe einzigartig; nein, auch der Blick ins Gelände fasziniert: da tummeln sich zahlreiche Gämsen unter uns am Südhang – eine vollführt Kapriolen auf dem Schneefeld – und schwebt ein Jungadler elegant unter uns durch. Achtunggebietend und beeindruckend sind auch die Abbruchstellen der grossen Rutsche: einzelne gut meterhohe Schneemassen scheinen auf den weiteren Rutsch zu warten …

 

Während sich auf dem Schnierenhireli wohl zwei Dutzend Gipfelstürmer ablösen, geniessen wir die Ruhe alleine auf dem Chline „Nachbarn“; und ich erörtere einmal mehr, welche benachbarten Gipfelziele ich angehen möchte (selbstverständlich im Sommer): Ällgäuwhoren, Tannhorn, Briefehörnli mit Burg – ja evtl. der gesamte Brienzergrat locken …

 

Nun, erst gilt es – für mich wohl etwas anspruchsvoller, da mit Schneeschuhen und nach wie vor nicht voll belastbarem Knie unterwegs – die Schlüsselstelle im Abwärtsgang zu bewältigen; auch die weiteren ersten Dutzend Höhenmeter sind nicht ganz ohne, machen mir doch die wechselnden Verhältnisse (mal schöner Pulver, dann wieder leichter Bruchharst) doch zu schaffen.

 

Noch vor P. 1771 vereinbaren wir, dass wir uns an der Sonne auf Mirrenegg treffen – die zwei Abfahrerinnen treffen ob Obers Läger und Ällgäuw herrliche Verhältnisse an und sind dementsprechend schnell und erfreut unterwegs.

 

Während ich dem Aufstiegsweg folge, geniessen die beiden Frauen die hier sehr guten Schneeverhältnisse – und sind selbstverständlich einiges vor mir auf der Alp Mirrenegg. Hier setzen wir uns auf einer improvisierten Bank an die Sonne und geniessen die Wärme, den Zvieri – und den erfolgreichen Tag.

Wir können uns auch hier kaum sattsehen an der Kulisse: Der Grat vom Tannhorn zu unserem Gipfel und weiter Richtung Augstmatthorn, auch die nördlich dominierenden Hohgant und Schibegütsch mit der Schratteflue begeistern uns immer wieder; diese letzteren sind dann unsere steten Wegbegleiter bis hinunter nach Hinder Schönisei, wo wir glücklich ob des traumhaften Tourentages uns wieder auf die Heimfahrt machen. 


Tourengänger: Ursula, Felix


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Kommentare (2)


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bidi35 hat gesagt: da habt ihr...
Gesendet am 19. Januar 2012 um 18:41
...mit dem "Chline Nachbar" eine gute Wahl getroffen...auif dem Schnierenhörnli hättet ihr wohl fast Platzkarten lösen müssen;-)

Supertour mit wunderbaren Bildern...gratuliere.

LG Heinz

Felix Pro hat gesagt: RE: da habt ihr...
Gesendet am 19. Januar 2012 um 18:57
Danke lieber Heinz

für deine lobenden Zeilen!
Und: es ist wirklich so, dass sich das Chli weitaus mehr lohnt - auch wenn es dieses Mal bestimmt schwieriger zu erreichen war - die Sitzgelegenheit mit Seeblick ist einmalig.

lg Felix


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