Rund um den Wildstrubel - mein erster 3000er!!!


Publiziert von Bombo , 17. Oktober 2007 um 00:24.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:12 Oktober 2007
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 3 Tage
Strecke:Sunnbühl - Roter Totz - Lämmerenhütte - Schwarzhorn - Col des Outannes - Pointe de la Plaine Morte - Pointe de Vatseret - Weisshornlücke - Wildstrubelhütte - Ammertenpass - Ammertenspitz - Engstligenalp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Wir haben in Spiez (Autobahn Richtung Bern / Thun / Spiez) parkiert, da wir so verschiedene Tour-Endpunkte uns offen halten konnten. Schlussendlich hätte jedoch Fruttigen am meisten Sinn gemacht.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Von der Engstligenalp mit der Seilbahn hinunter, dann mit Bus nach Adelboden, umsteigen auf anderen Bus nach Fruttigen. Mit Zug nach Spiez. Zufahrt Spiez siehe Ausgangspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:Lämmerenhütte, Wildstrubelhütten
Kartennummer:1267 "Gemmi"

Bei traumhaftem Herbstwetter durfte ich mit Simon (ein baldiger Hikr) diese Prachtstour erleben. Die Tourvorbereitung - welche zu einer reibungslosen und unfallfreien Tour umgesetzt wurde - übernahm er, weshalb ich mich bei ihm an dieser Stelle herzlich bedanke.

Tag 1

Mit Auto bis nach Spiez (im SBB-Parkhaus parkiert man günstiger, wenn man ein Bahnticket vorweisen kann) mit dem Zug nach Kandersteg - Bus nach Talstation Seilbahn Sunnbühl - Seilbahn bis Sunnbühl. SW auf breitem Wanderweg (Alpstrasse) nach Schwarenbach (2060), SW auf die erste Felsstufe (weiss-rot-weiss) und dann W hoch zur Rote Chumme (2628). Weglos richtung S an der Ostseite des Tälli Gletschers hoch zum Grat der Rote Totz Lücke. Abstecher nach N auf den Roter Totz (2840)(wir wählten die leichte Kletterei, man kan jedoch problemlos zu Fuss von der Ostflanke den Gipfel besteigen). Weiter zur Rote Totz Lücke (weiss-blau-weiss) und hinunter richtung SW zur Lämmerenhütte (2501). Unterwegs eine grosse Gemsen-Herde, diverse Steinböcke sowie einen Steinadler beobachtet. Uebernachtung in der sympathischen Lämmerenhütte (man beachte die vielen mit Liebe erstellen Steinmannlis!).

Tag 2

Abmarsch richtung SW (dem Steinpfad nach Richtung Wildstrubel Gletscher), dann links hinunter zum Bach (Brücke!) und auf neuem weiss-rot-weissem Wanderweg an der Ostflanke des Lämmeren Gletschers hoch zum Schwarzhorn (3105) - mein erster 3000er ist geschafft! Unterwegs klettert man noch unproblematisch über eine im Fels montierte Leiter und Brücke (ähnlich wie Klettersteig, jedoch brauchts hier keine Sicherung) - Spannung ist somit garantiert. Hinunter richtung SW auf der Nordseite des "Les Outannes"-Tales weglos in den Geröllhalden. Zeugen eines markantes Felssturzes - so was haben wir (und werden wir hoffentlich auch nie wieder) in unserem Leben noch nie gesehen. Ettliche Kubikmeter Stein lösten sich plötzlich auf der anderen Talseite und brachten so einen Teil einer Felswand zum Einstürzen. Glücklicherweise waren wir nicht 15 Min. vorher dort auf dem Wanderweg , denn dieser führte genau an der Stelle durch, wo die grössten Brocken liegen blieben. Glück gehabt, sagt man da wohl. Weiter ging's weglos direkt hoch richtung Col des Outannes (der offizielle Weg würde südlich um den Mont Bonvin gehen, wir wählten jedoch die massiv anstrengendere direkte Variante). Einem Schneehasen haben wir wohl den Schreck des Lebens eingejagt (sorry...), auf jeden Fall hoppelte dieser in einer Rekordzeit direkt hoch zum Felsband... Wenig später überflog uns auch wieder ein Steinadler - ob's wohl der gleiche war, welchen wir bereits am 1. Tag unserer Tour beobachteten? Das endlose Traversieren der steilen Geröllhalden ging ziemlich in die Beine, dazu kamen etliche Ueberquerungen von ausgetrockneten steilen Bachrinnen - last but not least beobachtete uns auch noch ne Steinbock-Mutter mit ihren 2 Jungen ("wie kann man sich nur so dämlich anstellen und auf 2 Pfoten den Berg hinauf balancieren - dafür hat man doch 4 und springt von Stein zu Stein..."). Während dieser Traversierung begegnet man einem halben Minenfeld - man sieht, dass das Militär hier omnipräsent ist und die Geschosse lieber verschiesst als dann auch wieder einsammelt und entsorgt... Die Freude wurde später nochmals kurz getrübt durch die endlosen Abbruch-Abfälle eines Skiliftes, welcher einmal zum Col des Outannes geführt hat. Da liegen ganze 2 Skilift-Tragseile, Betonsockel wurden einfach stehen gelassen und immer wieder Plastikabfälle, so weit das Auge reicht. Unglaublich, was man in Tälern, wo angeblich keine Menschen hoch wandern, alles liegen lässt. Auf dem Col des Outannes (2794) angekommen gings westlich weiter auf der schneelosen Skipiste hoch zum Pte de la Plaine Morte (2927). Geniale Fernsicht, unglaubliches Panorama. Runter richtung NW auf dem Wanderweg und beim Wegweiser hoch auf den Pte de Vatseret (2812). Schöne Aussicht auf den Glacier de la Plaine Morte. Das auf den Karten eingezeichnete Seeli ist übrigens definitiv verschwunden. Auf dem gleichen Weg wieder runter und anschliessend hoch zur Wisshorelücke (2852). Kurzer Abstecher richtung SW zum Aussichtspunkt (2885)(grosses Steinmannli). Anschliessend NW zur Wildstrubelhütte (sehr unfreundliche Hüttenbewirtung, absolut kein Gespür für die Gäste und nebst dem angewendeten rauhen Ton kommt noch eine überhebliche Geldgier dazu!). Die schöne klare Abendstimmung wärmte das Herz jedoch wieder auf.

Tag 3

Gerade vorweg: Wildstrubelhütten - Engstligenalp wird in der Hütte mit 7 Std. angegeben - Simon und ich sind 2 sehr sportliche Wanderer, machen nur wenige Raste und konnten nicht mal so dieses Zeitziel einhalten. Wären diese 7 Std realistisch gewesen, so hätten wir uns noch über 1 Std. den Bauch bräunen können, daraus wurde jedoch nichts und sogar der Landjäger konnte nicht mal vollumfänglich verdaut werden. Fazit: genügend Zeit einrechnen: 8 Std oder ein bisschen weniger sind realistisch.

Von den Wildstrubelhütten hinunter richtung Rawil-Seeli (Zwischenstation der Militärseilbahn), nach O über den Sattel richtung Flueseeli. Hinauf auf den Flueseehöri (2134) und nach N hinunter zum Punkt 1405. Von dort könnte man in wenigen Minuten zu den 7-Brunnen laufen, wir wählten aus Zeitgründen jedoch den Weg richtung NE, welcher uns hoch zur Ammertenhütte und Ammertenpass (2443) füehrt. Zwecks "überschüssiger Energie" Gipfelsprint auf den Ammertenspitz (2613, Privatbesitz, keine Hunde erlaubt!!), kurzes Verschnaufen und "im schnellen Galopp" runter zur Engstligenalp. Mit den letzten Sonnenstrahlen und dem letzten Bähnli hinunter nach "Unter dem Birg", per Bus richtung Adelboden, umsteigen auf anderen Bus und weiter richtung Spiez. Währschaften (Riesen Cordonbleu) und günstigen Znacht (CHF 20.00) im Bahnhoff-Buffet genossen - sehr empfehlenswert.

Fazit: eine traumhafte Rundtour mit vielen Tierbegegnungen und Hüttenerlebnisse. Bleibt man immer auf den offiziellen Wegen, so grenzt die Tour an eine leichte T4-Wanderung. Für "weiss-rot-weiss"-Liebhaber, welche es sich gewohnt sind, auf relativ einfachen Wegen ihr Fernziel zu erreichen, sei erwähnt, dass gerade der Weg hinauf auf das Schwarzhorn wie auch der Weg zum Flueseeli und Ammertenpass Steilheits-Grade aufweisen, welche dem einen oder anderen einen kalten Rücken bescheren könnten.

Tourengänger: Bombo

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Kommentare (4)


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Taka hat gesagt: Herzliche Gratulation...
Gesendet am 17. Oktober 2007 um 18:43
...zum ersten 3000er! Es werden bestimmt noch viele folgen :-) Schöne Tour hast Du gemacht

Gruss Taka

Bombo hat gesagt: RE:Herzliche Gratulation...
Gesendet am 18. Oktober 2007 um 00:25
Danke Taka, freue mich wirklich darüber. Hoffe auch, dass das nun so weitergeht, aber ohne Seilkenntnisse (zur Zeit noch) ist das gar nicht so einfach... :-)

Mach's guet,
Bombo

Taka hat gesagt: RE:Herzliche Gratulation...
Gesendet am 18. Oktober 2007 um 19:16
Hey Bombo

Es gibt noch etliche T3 / T4 Wanderdreitausenderohne Seil zu erklimmen;-)

Beste Grüsse& Good hike
Taka

Bombo hat gesagt: RE:Herzliche Gratulation...
Gesendet am 18. Oktober 2007 um 23:28
Ja das stimmt, hab ich jetzt auch gemerkt... :-)wenn du mal noch zwei drei interessante ideen hast, her damit (nur stichworte oder bezug auf eine tour). ab in die höhe! :-)

mahalo und gruss
bombo


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