Wildgärst 2890m mit Hund


Publiziert von Lulubusi , 17. Januar 2012 um 22:09.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Oberhasli
Tour Datum:14 Januar 2012
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 1435 m
Abstieg: 1435 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Schwarzwaldalp via Meiringen
Kartennummer:LK 1:25000 BL1209 Brienz / BL 1229 Grindelwald / LK 1:50000 BL254S Interlaken

Skitour auf den Wildgärst 2890m mit Hundi

Die Schwarzwaldalp bietet sich für so einige Schneeschuh oder Skitouren an. Schneeschuhtouren habe ich schon einige in diesem Gebiet hinter mir, deshalb war nun eine Skitour an der Reihe.

Vor einer Woche habe ich bereits mit einem Freund aus München einen Versuch gestartet, den Wildgärst zu bezwingen was auf Grund der schlechten Witterung bei der Alp Breitenboden in einem Abbruch endete.

Heute versuchte ich es Solo bzw. mit meiner treuen Begleiterin, Hündin Schyla. Zum ersten mal in diesem Winter hatte ich das Gefühl, dass es Winter ist! Die Temperatur war endlich mal der Jahreszeit angemessen. Minus 15°C zeigte das Thermometer an.

 

Aufstieg:

Gestartet sind wir beim Berggasthaus Schwarzwaldalp P.1456. Die Aufstiegsroute führt auf der rechten Seite des Pfannibachs entlang, bis in den Kessel der Alp Pfanni P.1780. Auf diesem Abschnitt läuft man abwechslungsweise durch Wald oder über offene Weiden. Weiter in Richtung Westen zu P.2009 zwischen Grindelband und Alp Breitenboden. Der Bandspitz kann gut auf dem Rückweg mitgenommen werden. (Nochmal anfellen und hoch)

 

Der Talachse folgend linksseitig an der Hundsflüe vorbei gelangen wir bald zum Hagleseeli P.2432. Zwischen Hagelseeli und P.2009 ist zum ersten mal eine etwas steiler Passage zu überwinden.

 

Bereits vor dem Hagelseeli wird es flach. So geht es auch hinüber ins Tal westlich vom Schrybershörnli und zum Blau Gletscherli. Ab jetzt steigt das Gelände wieder stärker an. Im Schatten des imposanten Schwarzhorns, was den Wildgärst um gut 40m überragt erreichen wir schon nach kurzer Zeit den Übergang Wart P.2704.

 

Nun erreicht man über die Südwestflanke in einem letzten Aufstieg den Wildgärst P.2890. Ich stieg bis etwa 2800m hoch und erstellte hier ein Skidepot. Der Schnee auf der Flanke war völlig zerblasen, was die Steine hervortreten lies und ein weiterkommen mit Skiern verunmöglichte. Glücklicherweise wird die Kuppe des Wildgärstes ab 2800m immer flacher was das weiterkommen zu Fuss einfach macht.

In der Flanke selbst war der Schnee durch den Wind so hart gepresst, dass Harscheisen eine sehr angenehme Hilfe waren und doch etwas Sicherheit vermittelten.

 

Auf dem Gipfel geniesse ich die absolut Geniale Aussicht und die Gipfelfreude. Diese ist immer wieder ein ganz spezielle Erlebnis.

 

Abfahrt:

Nach dem wir vom Gipfel retour sind und uns wieder beim Skidepot befinden, genehmigen wir uns eine Verpflegungspause, bevor wir uns abwärtsbegeben.

Von unserem Standpunkt müssen wir nach links in die Flanke hinein queren. Trotz aller Vorsicht, hat es einige male sehr unangenehme an den Skiern gekratzt.

 

Die Flanke selbst konnte ich leider nicht Abfahren. Wäre eine wirklich spassige Sache gewesen. Doch mein Hundi hätte dabei ernsthaft Mühe bekommen. Fahre ich schneller, springt sie mir hinterher, was sehr gefährlich geworden wäre.

Weniger die Steilheit des Geländes war problematische, vielmehr der Harte Schnee. Hätte sie nur einen kleinen Stolperer gehabt und gestürzt wäre dieser Sturz nur schwerlich aufzuhalten gewesen, was zu ernsthaften Verletzungen führen könnte. Gesundheit geht vor, also abrutschen.

 

Ab dem Übergang Wart P.2704 konnten wir dann zwei Gänge hochschalten. Über leicht verharschten Schnee bis Blau Gletscherli. In einem weiten Rechtsbogen fahren wir auf die Rampe südlich vom Schrybershörnli und biegen in das Tal Wischbääch ein. Grosse Neuschneelawinen zeigten sich vorallem von der Schwarzhoren Seite. Die Gefahrenzonen können mit etwas gesundem Menschenverstand meist umfahren werden.

 

Dem Geissbach folgend vernichten wir Höhenmeter für Höhenmeter. Ich voraus und Schyla hinterher. P.2291 lassen wir hinter uns, fahren weiter ab bis ca.2200m. Ab hier wenden wir uns nach Osten zu P.1941 oberhalb Lüsegg und gelangen schliesslich durch ein paar unschwierige Waldpassagen zur Alp Bidem P.1699. Von hier folgen wir der Strasse die von der Grossen Scheidegg zur Schwarzwaldalp führt.

Ursprünglich war meine Idee im Wischbäch noch mal anzufellen und hoch zum Bandspitz zu steigen. Der Harsch zeigte allerdings Wirkung. Schyla hatte eine offene Pfote, was sie sich aber nicht anmerken liesse und tapfer weiter stapfte. Ich Dödel hatte die Bootis vergessen. Deshalb verzichtete ich auf einen zweiten Gipfel.

 

In der Schwarzwaldalp angekommen, genehmigte ich mir eine Getränk im Berggastaus und fuhr dann im eiskalten Auto zurück.

Die Schwarzwaldalp ist eben doch die Kühltruhe des Berneroberlandes.

 

Tour im Alleingang

 

Startpunkt:

Schwarzwaldalp P.1456

 

Ziel:

Wildgärst 2890m

 

Anforderungen:

Keine besonderen Ansprüche. Gipfelflanke erfordert sicheres Gehen und abfahren, da teilweise sehr Hart und eisig. Hänge sind einigemal um die 30°

 

Hangrichtung:

Nord, Ost, Südost

 

Lawinengefahr:

Schneebrettgefahr von der Nordseite des Widderfeldgrätli. Gefahr von Nassschneelawinen bei zu warmer Witterung im Tal von Wischbääch.

 

Material:

Übliche Skitourenausrüstung

 

Fazit:

*      Schöne Tagestour in sehr abwechslungsreichem Gelände.

*      Oft und viel begangen.

*      Fantastische Aussicht auf dem Wildgärst.

*      Tour kann auch von First aus begangen werden.

*      Auf Grund der Sonneneinstrahlung vielfach Harsch

*      Gipfelflanke kann unterumständen nicht befahren werden.

*      Diverse kombinierungsmöglichkeiten

*      Einkehrmöglichkeit auf der Schwarzwaldalp

 

Genaue Route:

Schwarzwaldalp P.1456, Pfannibach, Alp Pfanni P.1780, Hagelseeli, P.2432, Blau Gletscherli, Wart P.2704, Wildgärst P.2890, Wart P.2704, Blau Gletscherli, Tal Wischbääch, P.2291, P.1941, Alp Bidem P.1699, Schwarzwaldalp P.1456 


Tourengänger: Lulubusi


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