Schnuppern am Selun (2204.8 m), Schneeschuhtour von Starkenbach zur Selamatt


Publiziert von Renaiolo , 16. Januar 2012 um 19:09.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:15 Januar 2012
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Churfirsten 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 871 m
Abstieg: 354 m
Strecke:Säss (Starkenbach 906 m) - P. 1048 - Seluner Wald - Bergstation Selunerbahn (1579 m) - Strichboden (1636 m) - Breitenalp (Alp Rugg, Alp Altstofel) - P 1599 - Thurtalerstofel - Lochhütte (1486 m) - Mittelstofel (1472 m) - Zinggen - Bergstation Alp Sellamatt (1390 m)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW-Fahrt Züri-Oberland über den Ricken bis Starkenbach (gebührenpflichtiger Parkplatz direkt bei der Talstation der Selunerbahn, Fr. 5.00 ins Kässeli werfen), von der Alp Sellamatt mit der Sesselbahn (in einer Gondel!) nach Alt St. Johann hinunter, mit dem Postauto zurück bis Starkenbach (5 Minuten-Fahrt), Rückfahrt ab P
Kartennummer:map.geo.admin.ch

Eigentlich hatten wir für heute eine ganz andere Tour geplant (Glatten und/oder Rau Stöckli im hintersten Brisital SZ) hier, motiviert von maeni. Weil es aber unsere erste Schneeschuhtour in diesem Winter werden sollte, und wir uns nicht mit 6 bis 7 Stunden „überfordern“ wollten, fuhren wir ins nahe Toggenburg (der Heimat von Doris), genauer nach Starkenbach. Hier wollten wir mal den Selun (2204.8 m) „beschnuppern“. Start etwas nach neun Uhr, bei minus 9 Grad und schattenhalb, ziemlich steiler Aufstieg auf guter Spur in Serpentinen durch den Seluner Wald bis zur Bergstation der Selunerbahn. Hier oben angekommen, begrüssten uns (endlich) die ersten Sonnenstrahlen. Das waren zwei anstrengende Stunden, so dass wir uns jetzt die verdiente Pause gönnten. Bei dieser Gelegenheit genussvoller (und sehnsüchtiger!) Blick hoch zum Selun, dessen Gipfel 600 Hm höher thronte. Nach unserer Rechnung müssten wir ab hier für den Auf- und Abstieg noch ca. 4 Stunden rechnen. Kam noch der Wiederabstieg ins Tal dazu - zusammengezählt also ca. 7 Stunden. Schnell  war uns klar, dass es beim Beschnuppern bleiben musste (wir kommen wieder, Selun!), schliesslich wollten wir nicht (not)biwakieren (hihi...). Zusätzlich waren wir etwas ernüchtert über die Ameisenkolonne, welche sich den langgezogenen Rücken bis zum Gipfel bewegte - an diesem wunderbaren Tourensonntag hatten verständlicherweise viele, natürlich vor allem Skitüreler - die gleiche Idee. Das Gipfelerlebnis gönnten wir allen von Herzen. Also zogen wir weiter bei der Antennenanlage vorbei über die Breitenalp (Alp Rugg, Alp Altstofel). Nicht schlecht staunten wir über die unglaublichen Schneemassen (bestimmt um 1.5 m) und auch über die massiven Wächten, welche sich in diesem Gelände für uns nicht erwartet gebildet haben - also war Vorsicht angebracht (LVS eingeschaltet…).  Beim Punkt 1599 bot sich uns (und einem anderen Pärchen, übrigens den einzigen, die uns auf dieser Strecke begegneten!) ein wunderbar sonnig gelegener Rastplatz (mit Sitzbank) an. Hier gabs allerlei Leckereien aus dem Rucksack (hmhmhm…). Von hier aus beobachteten wir die Kolonnen der Gipfelstürmer zum Brisi (2279 m), sowie dessen spektakulärer N-Abfahrt. Gestärkt zogen wir weiter, immer die wunderschönen Zacken der sieben Churfirstengipfel über uns, Richtung Selamatt  zur einmalig schön eingeschneiten Lochhütte (1486 m), dann über Mittelstofel (1472 m) bis Zinggen, wo wir definitiv wieder in der „Zivilisation“ angekommen sind (viele Alpinfahrer tummelten sich vor dem Restaurant). Wir zogen es vor, die Hütte rechts liegen zu lassen und durch den Tiefschnee hinunter zu trampeln zur Bergstation Alp Selamatt (1390 m). Hier gönnten wir uns zum Abschluss ein Käfeli an der Bar in den letzten Sonnenstrahlen (mittlerweile war es halbdrei). Dann die letzte Etappe der gemütlichen Art: Talfahrt mit der Sesselbahn (oder wahlweise mit der Gondel) für neun Franken pro Person (Halbtax, versteht sich!). Zum Glück steckte das Postauto im Stau, welcher sich durch Alt St. Johann bildete, so dass wir die Strecke nach Starkenbach (ca. 1.5 km) nicht per pedes zurück legen mussten. Hier (schon wieder schattenhalb) bereits wieder um minus 8 Grad! Zufrieden über eine wunderschöne Tour im einmalig eingeschneiten Obertoggenburg zu den Füssen der Churfirsten, fuhren wir nach Hause. Hier erwarteten uns die nach einer solchen Tour obligaten wunderbaren Spaghetti alla Doris (inkl. einer dazu passen Flasche Roten... selbstverständlich).
 
Noch eine Anmerkung betreffend Spuren:
Im Aufstieg durch den Selunerwald war mit wenigen Ausnahmen ausreichend Platz, um neben der Skispur zu laufen. Ab Bergstation Selunerbahn bis kurz vor Zinggen waren die Schneeverhältnisse derart „wahnsinnig“, dass wir uns bis auf wenige Ausnahmen eine eigene Spur legten - verbunden mit viiiiiiiel Vergnügen (der Kraftaufwand hielt sich in Grenzen)!).

Parameter:
Lawinengefahr gering-mässig
Strecke: 9.7 km
Aufstieg: 871 m
Abstieg: 354 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 12 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 19 Min.

Tourengänger: Renaiolo


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Geodaten
 9074.kml TRACK Starkenbach-Selamatt

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Kommentare (2)


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Willem hat gesagt: 3 in 1
Gesendet am 16. Januar 2012 um 21:40

Schöner Bericht, prächtige Landschaft und herrliche Bilder!

Vielen Dank und liebe Grüsse,
Willem

Renaiolo hat gesagt: RE:3 in 1
Gesendet am 16. Januar 2012 um 21:43
Dankeschon, lieber Willem! Und herzliche Grüsse, Ruedi


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