Mulhacén (3482m), Sierra Nevada


Publiziert von Tef Pro , 16. Januar 2012 um 19:06.

Region: Welt » Spanien » Andalusien » Granada
Tour Datum: 3 Januar 2012
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Aufstieg: 2050 m
Abstieg: 2050 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Kommt man aus Richtung der Alpujarra Dörfer, muß man die erste Straße links ins Oberdorf nehmen und kommt so zu einem Plaz mit Parkplätze
Kartennummer: Sierra Nevada La Alpujarra, 1:40000 Editorial Alpina

Winterbesteigung auf den höchsten Berg (Festland)-Spaniens bei sehr wenig Schnee.
Bereits zwei Tage zuvor vom Tajo de los Machos konnten wir den ultralangen Rücken betrachten, der sich über Kilometer vom Hoya de Portillo hinzieht - das sah uns ziemlich fad und eintönig aus und da die Schneehöhe es zuließ, suchten wir uns den wohl schönsten Anstieg von Süden heraus: von Trevélez über die Siete Lagunas hinauf zum Gipfel und im Abstieg über den langen Rücken bis zum Mirador de Trevélez und von dort dann steil zurück zum Ausgangspunkt.
Höhepunkt der Tour war ganz klar der äußerst abwechslungsreiche Aufstieg: zuerst auf einem schönen Maultierpfad durch Kulturlandschaft, weiter oben dann das sehr schöne Tal des Hundearschflusses und noch ne Stufe höher die winterliche Hochebene um die Laguna Honderas.
Lawinen muß man momntan nicht fürchten und selbst bei viel Schnee ist zumindest der Rückenanstieg machbar. Aber Steigeisen gehören ins Gepäck. Denn es gibt immer wieder vereiste Stellen, die kaum von anderem Schnee zu unterscheiden sind.
Die Steilstufe oberhalb der Laguna (die Schlüsselstelle des Aufstieges) kann auch eine Pickel erforderlich machen, heute ging es ganz gut ohne.
Schlüsselstelle im Abstieg ist die Steilstufe hinter dem Mirador de Trevélez, hier kann es bei mehr Schnee heikel werden.
Ansonsten ist die Tour nicht schwer, aber sehr lang. Und auch die Höhe kann sich bemerkbar machen, vor allem wenn man auf 0m nächtigt.
Los geht es im schönen Alpujarra Dorf Trevélez (berühmt für seinen leckeren Schinken). Man folgt den Schildern "Siete Lagunas" durch die Gassen und landet, wenn man alles richtig gemacht hat, auf einen gepflasterten Maultierpfad.
Auf diesem geht es nun durch schöne Kulturlandschaft mit alten Cortijos, Kühen, Pferden eine gute halbe Stunde taleinwärts, bis man bei einem Felsen links den Hang hinauf muß (Schild und gute Markierungen).
Nun geht es in Serpentinen etwa 200 Hm den Hang hinauf, dann knickt der Pfad nachr rechts und verläuft eine Weile parallel zum Hang, bis wir auf ein kleines Wäldchen aus jungen (und bereits fast wieder abgestorbenen) Kiefern zusteueren. Durch dieses geht es, nun wieder bergan, hindurch und weiter schräg nach links empor, bis wir zu den Ruinen des Cortijo Campiñuela (2400m) kommen (Schild und Tafel), wo wir bei einem grandiosen Rundumblick eine kurze Pause einlegen.
Der Weiterweg ist nun gut zu sehen: wir queren die Hänge (einige problemlose Schneefelder) und nähern uns dem Río Culo de Perro, was übersetzt Hundearsch Fluß bedeutet, warum auch immer. Schließlich erreichen wir ihn bei einem wunderschönen kleinen Tälchen. Hier überqueren wir den Hundearsch und steigen auf der anderen Seite schräg nach rechts den Grasrücken empor.
Wir nähern uns nun der Steilstufe unterhalb der Siete Lagunas. Normalerweise rauschen hier Wasserfälle zu Tale, nun ist alles unter Schnee und Eis. Der Pfad führt etwas links der Mitte über Geröll bergan, Schneefeldern können wir meist ausweichen.
Oben öffnet sich dann das grandiose Hochtal der Siete Lagunas: vor uns die zugefrorene Laguna Hondera (2890m), links der Rücken zum Mulhacén, rechts der Rücken zum Alcazaba. Leider weht genau hier ein eisges Lüfterl, so daß wir nach kurzer Pause weitergehen.
Nun gilt es die Steilstufe links zu überwinden. Dazu legen wir unsere Steigeisen an. Mit diesem steigen wir zügig die Schneeflanke hinauf. Oben lehnt sich das Gelände dann zurück und wir steigen nach rechts den langen Rücken empor. Auch hier leisten die Steigeisen gute Dienste, da der Schnee immer wieder vereiste Stellen aufweist. Schließlich kommt von links der lange Rücken vom Hoya de Portillo hinzu und kurz hinterm Mulhacén II vereinen sich diese.
Nun ist es nicht mehr weit: noch durch eine Mulde und dann die letzte Steigung zum höchsten Punkt. Die Aussicht sucht natürlich ihresgleichen: heute ist es so klar, daß man ganz Südspanien überblickt, dazu übers Meer nach Afrika! Es ist gar nicht mal so kalt, so daß wir unsere Gipfelpause in der Sonne genießen können.
Danach steigen wir immer mit Blick aufs Meer den langen und sehr breiten Südrücken hinab. Nach dem Mulhacén II mit Steinmandl wirds mal kurz etwas steiler, dann geht's meist wieder gemächlich dahin. Schließlich kommt von rechts noch die Piste hinzu und wir treffen auf Wanderschilder. Trevélez ist ausgeschildert. Noch ein kurzes Stück auf der Piste, dann geht es links weg zum Mirador de Trevélez.
Da wir ab hier in den Schatten eintauchen werden, rasten wir nochmal, ehe es hinab geht. Das erste Stück ist sehr steil und kann bei viel Schnee oder Eis durchaus Probleme bereiten. Heute müssen wir nur ein kurzes Schneefeld queren, danach können wir über Schotter den Steilhang abfahren. Dahinter wird es wieder flacher und in zahlreihen Serpentinen geht es zum sichtbaren Dorf hinab. Man passiert eine Ruine, kurz darauf in einem Grashang geht es nicht gerade, sondern links ab (ist aber gut markiert).
Schließlich erreichen wir eine Piste, die mehrmals überquert wird und wir gelangen wieder in kultivierten Bereich mit Pflasterwegen. Zuletzt müssen wir noch in ein kleines aber tief eingeschinttenes Bachbettt absteigen und auf der anderen Seite wieder hoch und erreichen so die Häuser von Trevélez. Über kleine Gassen sind wir bald am Ausgangspunkt.

Tourengänger: Tef

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Kommentare (1)


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pame hat gesagt: Interessant...
Gesendet am 23. Januar 2013 um 08:58
...wie wenig Schnee auf ueber 3000m im Winter liegt. Ich war ja ein paar Wochen vorher auch in Andalusien und hab mir ueberlegt, ob ich die Tour auf den Mulhacen versuchen soll. Die vielen Hoehenmeter haben mich aber dann etwas abgeschreckt :-).


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