Mutschen (2122 m) - Einsame Skitour im Alpstein


Publiziert von marmotta , 12. Januar 2012 um 20:37.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:12 Januar 2012
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-SG 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Wildhaus - Gamplüt - Alp Fros - Alp Tesel - Alp Grueb - Mutschensattel - Mutschen retour
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Wildhaus, Post
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Wildhaus, Post
Kartennummer:LK 1115 Säntis (1:25.000) oder 237 S Walenstadt (1:50.000)

Der Mutschen (2122 m) ist kein klassischer Skitourengipfel - dafür sind die Zustiege zu lang und vor allem über weite Strecken zu flach. Jedoch bietet er einen überragenden Ausblick sowohl hinunter ins Rheintal als auch in den Alpstein sowie weit in die Österreichischen Alpen. Aufgrund von zwei steileren Stufen und der Gefahr, die bei viel Neuschnee und starker Erwärmung von den steilen Hängen links und rechts des Tälchens ausgeht, durch das praktisch der gesamte Zustieg von der Toggenburger Seite aus führt, sollte man die Tour dennoch nur bei einigermassen sicheren Verhältnissen durchführen.
 
Nach einer knapp 2-wöchigen Periode mit eher durchzogenem Wetter und viel Neuschnee in den Bergen lacht endlich wieder die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Obwohl meine Hand noch immer schmerzt, kann ich dem Lockruf der tief verschneiten Berge nicht widerstehen und nehme -nach reiflicher Überlegung- sogar die Skis und nicht die Schneeschuhe mit. Ich hoffe, noch ein wenig Pulverschnee vorzufinden, im übrigen will ich nach Erreichen des Gipfels nicht unnötig lang durch das schattige Teseltal zurücklaufen. Auch wenn ich wahrlich kein Skifahrer bin - aber mit den langen Latten unter den Füssen ist man im "downhill" einfach bedeutend schneller und es ist erst noch lässiger als mit den Schneeschuhen, vorausgesetzt die Schneequalität stimmt einigermassen…
 
Apropos Schneequalität: Das schattige Tälchen hinunter zur Alp Tesel ist ein absoluter (Geheim-)Tipp. Wenn nach einem Wärmeeinbruch oder nach mehreren sonnigen Tagen andernorts bereits der Deckel droht, findet man dort meist noch besten Pulver. Dies war mir bekannt. Was mich dann aber doch ziemlich überraschte, war die Tatsache, dass ich die Landschaft bereits kurz nach der Alp Fros völlig unberührt vorfand. Ich "durfte" also die erste Spur durch das einsame Tälchen zwischen der Alp Tesel und dem Mutschen legen - und hinterher die Hänge mit ersten Spuren verunstalten (von "verzieren" kann bei mir ja wohl kaum die Rede sein). Auch bei der Abfahrt begegnete mir kein anderer Tourengänger. Erst bei der Alp Tesel stiess ich auf eine Gruppe Schneeschuhgänger, die jedoch -meiner Spur folgend- nur bis dorthin gelaufen waren.
 
Überhaupt scheint die Gegend rund um Gamplüt fest in der Hand der Schneeschuhfraktion zu sein: Ausser mir sah ich keinen einzigen Skitourengänger, wohl aber Dutzende von Schneeschuhwanderern.
 
Am Mutschensattel empfing mich ein infernalischer Sturm, der über den Schnee fegte, dass einem Hören und Sehen verging. Der Sturm peitschte mir die Schneekristalle ins Gesicht, die angeblichen 5 ° C plus fühlten sich an wie 10 ° C minus. Nach dem kurzen Abstecher auf den Mutschengipfel (zu Fuss, da alles komlett abgeblasen ist), wo ich doch tatsächlich den ersten Gipfelbucheintrag im noch jungen Jahr 2012 setzte, hatte ich es sehr eilig, die Felle runterzureissen und in den Rucksack zu packen. Ich machte mir noch nicht mal die Mühe, sie in das Fellsäckchen zu fieseln. Auf die eigentlich geplante Besteigung des Roslenfirsts verzichtete ich - schade, geniesst man von dort doch einen einzigartigen Blick auf die Kreuzberge, noch besser als vom Mutschensattel oder -gipfel.
 
Der Schnee liess sich -abgesehen vom teils abgeblasenen, teils windgepressten und mit eisigen Stellen garnierten Hang direkt unter dem Mutschensattel- sehr gut fahren. Grösstenteils Pulver, stellenweise windbearbeitet. Kurz vor der Alp Grueb ist eine kurze Gegensteigung zu bewältigen und ab der Alp Tesel wird´s ziemlich zäh…
 
An den steilen Hängen von Chreialp- und Gätterifirst waren viele Gleitschneeanrisse und Fischmäuler zu sehen, sobald es warm wird, donnert da einiges runter (ich bin um kurz nach 12.00 Uhr abgefahren, viel später wollte ich da nicht durch). Zwei grosse Gleitschneelawinen waren bereits (gestern?) abgegangen und haben ein Bild der Verwüstung hinterlassen.
 
In Gamplüt bin ich noch auf einen trüben Saft und einen Schlorzifladen eingekehrt. Auch heute, an einem stinknormalen Werktag, war dort die Hölle los, praktisch sämtliche Plätze an den vielen Tischen draussen waren belegt und "natürlich" muss man an solchen Tagen auch etwas Geduld beim Anstehen an der Theke mitbringen.  

Tourengänger: marmotta


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Kommentare (1)


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Berglurch hat gesagt: Daumen hoch
Gesendet am 13. Januar 2012 um 15:20
Und das mit kaputtem Daumen! Schöne Tour bei - zu erkennen in den Fotos - Kaiserwetter!
B.
Lurch


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