Von der Wilden an die Rote Weißeritz


Publiziert von lainari , 8. Januar 2012 um 13:32.

Region: Welt » Deutschland » Östliche Mittelgebirge » Erzgebirge
Tour Datum:29 Dezember 2011
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 220 m
Abstieg: 220 m
Strecke:17,5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bahn S 3 oder RB 30 von Dresden bis Freital-Hainsberg West
Kartennummer:1:33.000, SK Nr. 04 Weißeritztäler, Tharandter Wald

Jahresabschlusstour 2011
 
Die recht passablen Wetteraussichten für den heutigen Tag wollte ich zu einer kleinen Jahresabschlusstour nutzen. In Pirna stieg ich am Morgen in eine S-Bahn der Linie S 1 und fuhr bis Dresden-Hauptbahnhof. Dort auf die Regionalbahn RB 30 umgestiegen, erreichte ich nach einer Gesamtzeit von einer Dreiviertelstunde den Haltepunkt Freital-Hainsberg West. Hier begab ich mich auf die Straßenbrücke und überquerte die Wilde Weißeritz. Dahinter bog ich nach rechts in den Leitenweg ein. Leicht steigend führte dieser am rechten Weißeritztalhang entlang. Nach einer Weile kamen unterhalb die recht großzügigen Anlagen des Bahnhofes Tharandt in den Blick. Ein Abzweig kündigte den Abstieg nach Tharandt an. Auf einem schmaleren Pfad stieg ich hinab und überquerte abschließend die Bahnstrecke. Dabei konnte ich bereits den weiteren Wegverlauf überblicken, an einer Kreuzung links abgebogen, beginnt unmittelbar dort der Aufstieg zur Bergkirche und zur Burgruine Tharandt, die gemeinsam auf einem Felssporn liegen. Dietrich von Meißen ließ die Burg Tharandt um 1200 errichten. Letzte Bewohnerin der Burg war bis zu ihrem Tod 1510 Sidonie von Böhmen (Zděnka z Poděbrad). Seither verfiel die Burg. Die verbliebenen Reste werden nun ab und an konserviert. Nach der Besichtigung und einer kleinen Pause stieg ich wieder hinab und lief weiter im Weißeritztal aufwärts. Innerorts noch an der Straße wechselte der Wanderweg dann auf einen Fahrweg und später einen Fußpfad links der Wilden Weißeritz. Unterwegs passierte ich das Wasserkraftwerk Tharandt. Unter der folgenden Bahnbrücke hindurch, änderte der Wanderweg ab einer Straßenbrücke die Richtung und verlief jetzt am rechten Talhang nordwärts ansteigend. Mit Erreichen der Höhe der Talkante wechselte der Wegverlauf wieder in die ursprüngliche südliche Richtung. Nach einer Weile folgte rechts der Abzweig zum Aussichtspunkt Waldblick. Hier setzte ein starker böiger Wind ein, so dass sich der Aufenthalt im kleinen Holzhäuschen alles andere als idyllisch gestaltete. So setzte ich meinen Weg fort. Aus dem Wald herausgetreten, ging es zwischen Feldern ostwärts über die Hochfläche. Das am höchsten Punkt stehende Windrad hatte gut zu tun. Dahinter fiel der Wanderweg wieder ab. Rechts abgebogen kam ich in Lübau an.
 
Ich durchquerte das Örtchen und folgte der Ausschilderung ins Lübauer Gründel hinunter. Im Zuge von privaten Holzfällarbeiten hatte sich der Pfad hinter dem eingesetzten Kleintraktor in eine Schlammwüste verwandelt. Ich wühlte mich durch und erreichte das Tal der Roten Weißeritz. Hier wandte ich mich talwärts und gelangte später zur Rabenauer Mühle und dem Bahnhof Rabenau. Ab hier musste ich mich auf der Wanderautobahn einreihen. Die Schulferien und der Urlaub vieler Leute zwischen Weihnachten und Neujahr führten zu erhöhter Frequenz. Und dies auch bei den Gesichtsmuskeln - ein gewisses Schmunzeln war nicht zu unterdrücken, rechneten doch einige der Wanderer im weiteren Wegverlauf - zumindest der Optik ihrer Ausstattung nach - mit mindestens einem Viertausender. Ich löste mich vom Wanderweg und wechselte über das Bahngleis um auf dem Gelände zwischen einer Flussschleife der Roten Weißeritz eine geruhsame Mittagspause zu verbringen. Nach der Durchfahrt des Zuges packte ich zusammen und lief weiter. Dann passierte ich das Wasserkraftwerk Rabenauer Grund. Das Familienoberhaupt einer vor mir laufenden Familie schaffte es während 15 Minuten 5 Telefonate mit dem Handy zu führen und lamentierte dabei ständig über mangelhaften Empfang. So kann man auch wandern - muss man zum Glück aber nicht. In Freital-Coßmannsdorf traf ich nun auf die pulsierende Zivilisation. Zunächst kam das gut besuchte Freizeitzentrum mit seiner Eislaufbahn, dann der Einkaufspark - sämtliche Parkplätze belegt, kreisende Fahrzeuge, eine verstopfte Zufahrt, volle Tüten und Taschen - Konsumflaute herrschte hier sicherlich gerade nicht! Ich ließ den Trubel hinter mir und bog an der zentralen Kreuzung nach links und lief abschließend zum Haltepunkt Freital-Hainsberg West. Die zufällig kurz darauf eintreffende RB 30 brachte mich nach Dresden-Hauptbahnhof und die S 1 zurück nach Pirna.
 
Diese Route berührt eigentlich nur das Erzgebirgsvorland, da sie aber gut zu den zwei Touren passt, die ich vorab schon weiter oben in dieser Region unternommen hatte, habe ich sie unter Erzgebirge eingeordnet.

Tourengänger: lainari


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Geodaten
 8975.kml

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Kommentare (2)


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Felix Pro hat gesagt: die Gegend kenn ich ja wirklich nicht ...
Gesendet am 8. Januar 2012 um 17:04
doch stimmunsgvolle, wunderschöne Bilder hast du da mit nach Hause gebracht!

lg Felix

lainari hat gesagt: RE: Wirklich nicht?
Gesendet am 8. Januar 2012 um 17:42
Immerhin ist ja 1/4 der Strecke eine Hikr-Zweitbegehung ;-)
Es freut mich, dass Dir der Bilderbogen gefallen hat!
Ich dachte auch, dass diese Runde gerade von den Umständen her passen könnte - die geplanten Winterwanderungen hängen mangels weißer Ware in der Warteschleife...

Lg lainari


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