Mount Meru


Publiziert von frmat , 5. Januar 2012 um 18:08.

Region: Welt » Tansania
Tour Datum:17 Juli 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: EAT 
Zeitbedarf: 4 Tage
Aufstieg: 3300 m
Abstieg: 3300 m

1. Tag: Vor mir liegt ein Haufen bestehend aus Lebensmitteln, Koch- und Bergausrüstung. Einige lautstark diskutierende Afrikaner versuchen Ordnung in das Durcheinander zu bringen. Es sind unsere Träger, die uns die nächsten Tage bei der Besteigung des Mount Meru das Gepäck übernehmen und gerade versuchen, dieses gerecht aufzuteilen. Ich habe keine Ahnung wie sie in dem Chaos alles wiederfinden.

Gegen Mittag marschieren wir bei strömendem Regen los. Wir, das ist eine Gruppe von Tschechen, mein Führer Orest, ein Ranger mit Flinte, die sich nur noch als Wurfgeschoss eignet, und ich. Bevor er uns mit dem Ding vor einem Büffel beschützt lacht sich das Tier tot!

Der Weg führt vom Momella Gate durch die afrikanische Feuchtsavanne hinauf zur Hütte. Über die Fahrstraße erreichen wir "pole pole" nach 3h die Miriakamba Hut auf 2500m. Dort spielt sich das gleiche Chaos ab wie am Gate, nur mit noch mehr Trägern von den anderen Gruppen. Das ist Afrika =) Während ich versuche meine Klamotten einigermaßen zu trocknen bekommen wir auch schon ein wirklich sehr gutes Essen serviert. Generell muss man sagen, dass man als Tourist wirklich so sehr verwöhnt wird, dass es einem schon fast peinlich ist.


2. Tag: Gleiches Spiel wie am Vortag. Es kübelt wie aus Eimern. Der Weg Richtung Saddle Hut ist tiptop ausgebaut. Eine Riesentreppe durch den Regenwald. Nach wenigen Minuten überholt mich ein Träger mit Flipflops. Davon hab ich vorher viel gehört, er war aber der einzige der keine Schuhe hatte.

Nach ca. 1h löste sich der Nebel plötzlich auf. Zumersten Mal zeigten sich die Gipfel des Meru. Weitere 2h später erreichten wir die Saddle Hut auf 3500m. Diese wurde gerade um einige Hütten erweitert. Zur Akklimatisation bestiegen wir noch den Little Meru. Lohnt sich unglaublich, der ganze Gipfelkrater steht einem gegenüber! Gegen 18h war dann Schlafenszeit angesagt, gegen Mitternacht sollte es losgehen.


3. Tag: 0h Aufstehen, 0:15h Porridge. Nein, ich habe doch keinen Hunger ;) Das einzige Essen was nicht ganz mein Fall war... Nun ging es also los. Schweigend stiegen wir die ersten 300Hm zum Rhinopoint auf, an dem neben einem Schild einige Knochen dekorativ gestaltet wurden. Angeblich sollen diese von einem "Rhino" stammen. Ab da wird der Weg deutlich anspruchsvoller. Durch Blockgelände geht es zunächst 50m bergab und hinüber zu Kraterand, dem man mehr oder weniger direkt bis zu Gipfel folgt. Die letzten 100Hm sind leichte Kletterei, dann steht man nach 4-5h stolz auf dem Gipfel des Mount Meru. Uns empfing dort eisiger Wind und beißende Kälte.

Obwohl der Meru nur der kleine Bruder des Kili ist, sollte man auch hier die Regeln der Akklimatisation beherzigen: Langsam gehen, viel trinken, und nach Möglichkeit keinen Alkohol. Die Flasche Wodka vom Vortag gepaart mit den kalten Verhältnissen ließ drei der Tschechen jedenfalls vorzeitig umkehren bzw. gleich auf der Hütte ;)

Nach einer kurzen Gipfelrast stiegen wir wieder runter zur Miriakamba Hut in den heiß geliebten Regenwald. Er sollte mich noch öfter nerven...


4. Tag: Ein Wunder, aber es regnete heute morgen NICHT. Bei bestem Wetter gab es Frühstück auf der Terrasse der Hütte und anschließend noch einen gemütlichen Abstieg zum Gate. Diesmal wählten wir den deutlich kürzeren, weil direkten Weg (Wanderweg). Dabei geht es mitten durch die Savanne und man kann mit etwas Glück viele Tiere wie Giraffen und Affen beobachten. Auf jeden Fall schöner als die Fahrstraße!


Insgesamt ist der Meru eine tolle Tour. Im Nachhinein fand ich ihn sogar anspruchsvoller als den Kili. Zum einen weil an Letzterem wirklich Traumbedingungen vorherrschten, und weil man den Meru noch ohne Akklimatisation besteigt. Immerhin ist er über 4500m hoch und lässt damit die meisten Alpengipfel unter sich. Mein Guide sollte recht behalten: "If you climb Meru, Kili is no problem."

Jambo

Tourengänger: frmat


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