Valsolda IT: Rund um den Sasso di Mont – Paradies mit Christrosen am Neujahrstag


Publiziert von Seeger Pro , 2. Januar 2012 um 09:55.

Region: Welt » Italien » Lombardei
Tour Datum: 1 Januar 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1180 m
Abstieg: 1180 m
Strecke:8.09km: Dasio 580m – Pt. 881 – Pune 1031m – Pt. 1196 – Sasso di Mont 1262m – Pt. 1196 – Mascossa – Alpe Mapel 1145m – Pt. 991 – Bedola 947m – retour bis unterhalb Alp Mapel – Abstieg entlang der Ostflanke des Sasso di Mont – Dasio 580m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Lugano Richtung St. Moritz – zwischen Mamette und Cressogno Abzweigung links hoch bis Dasio. Wenige Parkplätze reichen im Winter. Im Sommer vorteilhaft mit Bus.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Kartennummer:Porlezza 1:25'000 oder Swissmap

Lugano mit Glitter und Gloria. Doch gleich um den Monte Bre herum  –  nach der Grenze Richtung Menaggio/Comersee –  erwartet  sein Besucher ein traumhaftes Wandergebiet mit Anhöhen bis 1000m über dem Luganersee. Wenig bekannt und dennoch ein schön ausgebautes und markiertes Wanderwegnetz mit moderaten Schwierigkeiten. Durch die Südlage und relativ geringe Höhe für Wanderungen in der Winterzeit geeignet. Skeptisch zog ich aus – begeistert kehrte ich heim. Ich habe es Frank Seeger von www.alpi-ticinesi.ch zu verdanken, dass ich das Valsolda kennen lernen durfte.  Auch dass ich den Sasso noch geschafft habe.
Traumwetter am Neujahrstag. Von der Kirche in Dasio 580m ertönt Liturgiegesang der Neujahrsmesse. Wir steigen durch die engen Gassen des hübschen, typisch italienischen  Dorfes an dessen oberen Rand und wählen einen nicht markierten, teils recht ausgeprägten Weg in linker Richtung (westlich) um den Sasso di Mont herum. (Auf der LK Porlezza eingetragen). Blühende Christrosen! Dies am Neujahrstag. Allmählich gewinnen wir an Höhe und somit Aussicht auf den Luganersee. Die Kuppe  Pt. 881 lassen wir rechts liegen und ersteigen in der Flanke, die Ruinen von Pune 1031m streifend, den kleinen bewaldeten Sattel mit dem Pt. 1196.
„Mach Du den Gipfel ohne mich!“, so ich. „Sind ja nur 60 Höhenmeterchen“, so Frank  – Und schon steigen wir auf dem alpinen rw-markierten Weg im Gegenuhrzeigersinn zum  Sasso di Mont 1262m (T4). Kalksteinformation wie die Dente delle Vecchia, deren höchster Turm gleich wie Du auf Du gegenüber steht. Tatsächlich lohnt sich der Besuch des mit einem grossen Eisenkreuz bekränzten Berg. Sensationeller Tiefblick auf Dasio, Loggia….bis zum Luganersee. Grigne – Monte Generoso – San Salvatore in der  „näheren Umgebung“, Monte Rosa, Monviso (!) und links davon eine ganz „rekordverdächtige“ Kette am Horizont (könnte in der Nähe von Nizza sein!). What a wonderful world! Mittagessen: Menü 1 mit zweitägigen Bürli. Torta di pane zum Dessert.
Abstieg zurück zum Pt. 1196, diesmal Teile über den Grat statt in der Südflanke. Nun stehen uns zwei Wege zur Alpe Mapel 1145m zur Verfügung. Wir wählen den oberen mit einem kleinen Anstieg und folgender beinahe horizontalen Traverse über Pt. 1196 – Mascossa. Die sehr gut unterhaltene Alp besteht aus einem gut verschlossenen, massiven Steinhaus mit neuem Dach. (Die alten handgemachten Coppi liegen auf einem Haufen daneben). Der grosse Anbau gegen Süden diente einem Unterstand für Vierbeiner. Jetzt Holzschopf. ALLERBESTES TRINKWASSER und Sitzbank mit Tisch. Fantastischer Blick zum Sasso di Mont und den imposanten Felsabbrüchen der Cima di Noga 1511m. Nach einer kurzen Rauchpause mit Androhung wie gewohnt (Insider-war nicht so schlimm) verlassen wir diesen wirtlichen Ort.
Voll Tatendrang stürzen wir uns ins nächste Unternehmen: Alpe Mapel 1145m – Pt. 991 – Bedola 947m – retour bis unterhalb Alp Mapel. Von der Alp wenige Meter hinunter und dann links.Warntafeln eines Naturreservates bringen uns etwas durcheinander, da gleichzeitig die Markierungen des Wanderweges neu gestrichen wurden. Im Nachhinein rekonstruieren wir, dass diese ein Gebiet oberhalb des Weges betreffen und im Allgemeinen (wie üblich) die markierten Wege vom Banngebiet ausgeschlossen werden. Die Wege sind nummeriert mit  z.B.: 36 und 25, oder gar 5. Die dazugehörige Landkarte fehlt uns. Doch die LK Porlezza ist genug aufschlussreich. In Bedola sind wichtige Wasserfassungen und dementsprechend ist auch der Verbindungsweg mit Dasio sehr breit und gut unterhalten (T2). Uns ist dieser zu einfach. Deshalb traversieren wir zum Sasso di Mont zurück auf einem Weglein ganz nach unserem Gusto.
Und nun in die Tiefe entlang der Ostflanke des Sasso di Mont. Viele Heutransportseile neueren Datums lassen auf eine nicht allzu lang zurückliegende Nutzung dieses Hanges schliessen. Aufgepasst: Manchmal ist es ratsam, den Kopf nicht zu hoch zu tragen (wie übrigens im Leben allgemein auch). Es sind nämlich ein ganzes Netz vonTiefliegern….oder Tieffliegern – wie man es auch nennen will.
Unter Absingen von Weihnachtsliedern zottle ich meinen lieben Kollegen nach (das englische „O HOLY NIGHT“ vom Cambridgechor ist nach Tagen noch voll in meinem Kopfe/Ohren präsent. Oder Susan Boyle, oder PCCB oder Les choristes mit JBM, oder LIBERA). Stehende Ovationen in Dasio 580m.
Man mag mich vielleicht für etwas verrückt erklären. Aber es ist der Ausdruck einer tief empfundenen Inneren Zufriedenheit.
ICH WÜNSCHE ALLEN EIN GUTES NEUES JAHR MIT VIEL ELAN UND MUT, SICH IMMER WIEDER AUFS NEUE ZU BEGEISTERN !
P.S.: Im HIKR über Val Solda zu lesen (italienisch) von rambaldi
http://www.hikr.org/tour/post34367.html
 (  :
 

Tourengänger: Seeger


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