"Alte Südwand" am Altmann


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 10. Oktober 2007 um 18:09.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 7 Oktober 2007
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: VI (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI   CH-SG 
Aufstieg: 1200 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Wildhaus Post Der Altmann kann auch von cff logo Brülisau, cff logo Wasserauen oder vom cff logo Säntis erreicht werden.

Gleich nach Säntis und Hohem Kasten ist der Altmann wohl der bekannteste und populärste Berg im Alpstein. Von Norden kann der dritthöchste Alpstein-Gipfel vom geübten Bergwanderer über den glattpolierten Normalweg leicht bestiegen werden (T5, I).
Die stark gegliederte, 250m hohe Südwand ist ein Paradies für Kletterer - Routen vom 2. bis 8. Grad in bestem, rauem Kalk und unterschiedlicher Absicherung bieten sich an. Darunter die Alte Südwand, die wir heute unter die Sohlen nehmen wollen.


Alte Südwand? Routen, die „Alt“ im Namen führen, sind vielfach entweder schön, populär und speckig oder dann ziemlich abschreckend, da nicht mehr dem Geschmack des „modernen Kletterers“ entsprechend. Die Alte Südwand am Altmann ist jedoch eine ausserordentlich genussreiche Route in festem, rauem Kalk und kaum abgeklettert. Seit neustem ist sie  mit Bohrhaken massvoll saniert, es wurden mehrheitlich alte NH ersetzt: Zwischendurch darf darum auch der eine Keil oder andere Friend gezückt werden.

Herbstlich-stimmige Kletterei durch eine wunderbaren Wand - gekrönt von einem einmaligen Sonnenuntergang.


Zustieg von Wildhaus mit Pause auf der Zwinglipasshütte zum Wandfuss in gemütlichen 4 Stunden. Am Einstieg zum Südkamin sonnen sich etwa 15 kapitale Steinböcke, die den Weg nur widerwillig freigeben.

Die Route beginnt mit einem Zustieg durch den Südkamin: Zuerst über eine kleine Wandstufe (2a nach Führer, eher 3a) nach links und dann nach rechts in den eigentlichen Südkamin. Nach etwa 50m, wo der Kamin abflacht nach links in die eigentliche Route.
1. Sl 2a Einfach in einer Rinne mit etwas Schutt und Gras zum ersten Stand. (2 Bh)
2. Sl 4a aufsteigend nach rechts, dann in bestem Kalk gerade hinauf zum Stand
3. Sl 5a An Schuppen in einer Verschneidung sehr schön gerade hinauf. Der neue Stand ist etwas weiter oben als im Topo gezeichnet (2Bh)
4. Sl 3c auf der Rippe oder in Verschneidung links davon hinauf. (Diese Sl kann mit der dritten zusammenghängt werden)
5. Sl  4b In zerfurchtem, rauem Kalk links übers „Ohr“ hinauf. Ziemlich tricky und schwieriger als 4b, eher 5a/b
6. Sl 5c+ Die Schlüsselseillänge ist ein 25m langer Riss. Zuerst grossgriffig bis zum 1. Bolt, dann klemmend, piazzend und spreizend, bis zum Schluss nicht ganz einfach rechts hinaus in grosse Nische. Stand ca. 10m rechts oberhalb. Mit 4 Bh auf über 30m gut, aber nicht übermässig abgesichert, mit schwerem Rucksack doch recht anspruchsvoll,  A0 würde nicht viel helfen, etwa. 5c obl.
7. Sl 4b Ein Zückerchen zum Schluss: auf einer Rippe gerade hinauf und schöner Riss zum Abschluss. Stand an 1 Bolt und Schlinge auf Gipfelgrat.
Nun 90m über Gipfelgrat zum Hauptgipfel, T5 I.

Fantastische Gipfelstimmung mit unendlichem Nebelmeer... Darum beschliessen wir, bis zum Sonnenuntergang zu bleiben. Atemberaubend!
Abstieg beim Eindunkeln über den Normalweg und per Geröllsurf in einer guten halben Stunde zur Zwinglipasshütte.


Tourengänger: Alpin_Rise, Bergzottel

Galerie


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Kommentare (1)


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Omega3 hat gesagt: Herrlich
Gesendet am 10. Oktober 2007 um 21:52
Grossartige Fotos, Kompliment!

Lieber Gruss
Martin


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