In der Zweisprachigkeit unterwegs


Publiziert von Henrik , 7. Oktober 2007 um 23:47.

Region: Welt » Schweiz » Jura
Tour Datum: 7 Oktober 2007
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 560 m
Abstieg: 400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:Jura 1970/ 4

Der Jura ist von den Agglos Zürich/Basel schnell erreicht: wir trafen uns in Olten, fuhren nach Biel, bestiegen dort das Schiff und liessen uns nach Ligerz bringen. Vom Landungssteg bis zum Funi sind es zwei Minuten, unter der Bahn hindurch und schon sassen wir in einem modernen Kasten (ohne Gegengewicht), der uns hinauf nach Préles brachte - durch die Weinreben, so heisst auch die Standseilbahn also: vinifuni (das GA ist voll gültig!).

In Preles (Bergstation) setzten wir uns zuerst in die Buvette - um in der Tiefe im Dunst den Bielersee samt der korsettierten Aare mal ganz anders wahrzunehmen. Alsbald folgten wir der Strasse ins Dorf und dort auf dem Platz "Au Milieu du Village" den Weg auf den Mont Sujet zu suchen. Hier steht 2 h 35 m. Wir folgten der ausgezeichneten Beschilderung und standen nach gut einer halben Stunde vor einer der ältesten romanischen Kirche im Jura, in Diesse, die 1185 erbaut wurde - schlicht und ergreifend lohnenswert! Kurze Zeit später steigt der Weg sachte an und hält Steigung bis zum Mont Sujet mit 1382 m Höhe. Lichter Buchenwald, später in der Höhe die gebleichten Stämme und zerzauste Fichten und Föhren, weit auseinanderstehend, gewellte Weiden und der Hmmel über uns knallblau. Die Wegzeichen sind nicht zu übersehen, etwas verbogen - aber mit der Karte (Jura-Serie  1970) immer noch übereinstimmend! Auf dem Mont Sujet (auf der Karte als Sitzberg ausgewiesen) setzten wir uns an die Sonne, ein frischer Wind aus Südwesten liess uns etwas Gänsehaut aufkommen - aufdringliche Jura-Pferde, die hier grasen, und die unbeschlagene Hufe hatten (...), stiebitzten Brosamen und liessen sich erst durch strenge Rufe vertreiben. Auf breiten Wirtschaftswegen gelangt man nach 1 1/2 Stunden nach Prés-d'Orvin, wo Anschluss besteht nach Biel/Bienne. Die Sprachgrenze schlängelt sich in der Region am Fusse des Chasseral munter im Zickzack umher - in Preles begrüsste ich, vermuteterweise, da der Ortnamen französisch klang eine Frau auf Französisch, Sie wünschte mir "en guete Morge" auf Berndeutsch. Später wiederholte sich das Mitten im Dorf noch ein paar Mal, aber in umgekehrter Folge. Apropos Chasseral - vom Sitzberg ist die Relaisstation wuchtig zu sehen.


Tourengänger: Henrik

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