Auf und um den Mürtschenstock


Publiziert von Zaza , 7. Oktober 2007 um 20:34.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 7 Oktober 2007
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Schilt-Mürtschengruppe 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1900 m
Abstieg: 1900 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Zug bis Ziegelbrücke, Bus bis Filzbach/Obstalden
Kartennummer:1134, 1154

Mit dem Ruchen Mürtschen hatte ich noch eine Rechnung offen. Vor ein paar Jahren, als der Glarner Führer von Peter Straub und die T-Wanderskala des SAC ganz neu waren, las ich mit Freude, dass es da offenbar eine Wanderroute auf den Ruchen gäbe. In Gchasseten fanden wir damals den Einstieg zu dieser Route nicht und befanden sie als Schmaus für lebensmüde Alpinisten. Immerhin lag als "Trostgipfel" noch der Fulen drin. Der Bericht von Delta deutete aber darauf hin, dass die ZS-Route durchs Westcouloir womöglich gar nicht so wild wäre.

Man startet in Filzbach und folgt dem Wanderweg via Talsee und Spaneggsee bis Hummel. Nun biegt man links ab und steigt die grosse Schutthalde hinauf in die Richtung des auf der Karte gut erkennbaren Couloirs. Achtung, es hat diverse Couloirs, nicht in diejenigen weiter rechts einbiegen! Im Aufstieg hält man sich natürlich an die wenigen grösseren Felsbrocken und die grasigen Stellen. Das Colouir weist im oberen Teil leidliche Trittspuren auf, nur auf kurzen Abschnitten könnte man von einem Pfad sprechen. Man hält auf die Scharte links eines Turmes im Südgrat zu. Der Aufstieg auf den Südgrat ist die Schlüsselstelle des Aufstiegs. Man stösst auf ein Fixseil, das weiter oben zu einem Stahlseil führt. Die ersten 2-3 Meter am Stahlseil sind heikel, weil gute Tritte fehlen. Darum umging ich das etwas links (II, 1 Haken, vermutlich die alte Normalroute). Oben auf dem Grat findet sich eine Schlinge um einen Felsbrocken, so dass man im Abstieg allenfalls eine "main courante" anbringen könnte. Nun kraxelt man, den Steinmännern folgend, zuerst rechts des Grates, dann kurz links ausweichend auf den aussichtsreichen Gipfel des Ruchen.

Das neue Gipfelbuch zeigt, dass der Ruchen nicht mehr so selten besucht wird, offenbar meist auf dieser Route oder im Rahmen der Gesamtüberschreitung. Noch mehr scheint der Fulen besucht zu werden, heute schienen etwa 10 Personen unterwegs zu sein.

Der Abstieg zur Mürtschenfurggel ging recht rasch: Wenn man sieht, dass niemand in der Flanke steckt, kann man stellenweise auf dem Geröll hinunter rutschen. Man stösst dann auf eine undeutliche Spur, die praktisch ohen Höhenverlust zum Pass führt. Von da ging es via Ober Mürtschen und Robmen nach Obstalden, so dass sich eine schöne Umrundung dieses eindrücklichen Massives ergab. Fehlt also noch der Stock (aka "böser Mürtschen")...naja, noch etwas üben!

Alternative Abstiege: Nach Fronalp unter Stafel (Bus auf Anfrage) oder nach Merlen im Murgtal (Autostop)

Material: Ein Helm ist ratsam. Allenfalls Reepschnur.

Schwierigkeit: Klassisches T6, würde ich sagen. Wäre m.E. geeignet als Referenztour für T6.

 

 


Tourengänger: Zaza

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Kommentare (2)


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Delta Pro hat gesagt: Mürtscher Mürtschen
Gesendet am 11. Oktober 2007 um 14:29
Gratulation zum Ruchen!
Jetzt, nachdem der "Master of T6" die Route abgecheckt hat, kann man die Bewertung T6 wohl definitv gelten lassen.
Für den Stock bietet sich die Mitnahme eines Seils an (gute Sicherungsmöglichkeiten im Bös Band). Dann sollte es mit Deiner "Übung" durchaus drin liegen. ;-)
War in den letzten Tagen etwas in Deinem Heim, dem Tessin unterwegs - ebenfalls sehr schön!
Gruss

Zaza hat gesagt: RE:Mürtscher Mürtschen
Gesendet am 11. Oktober 2007 um 19:01
Merci vielmals, die Tour hat mir sehr gut gefallen, auch wenn sie im Vergleich zur N-S-Überschreitung doch eher "Petit Biscuit" sein dürfte...

Ich dachte mir, dass ich nächstes Jahr mal den Aufstieg von Tros zur Jägernase versuchen könnte. Wenn dann der Stock zu bös aussieht, kann man ja immer noch weiter zum Fulen gehen. Mal sehen, ob sich dann ein Teilnehmer findet, der Freude an solchen Dingen hat.

Da muss ich leider noch ein paar Jahre warten, bis das Tessin mein Heim werden kann...aber schön ist's immer wieder. Ich bin gespannt auf deine Berichte und Bilder!

Grüsse, zaza


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