Bös Fulen 2802m *via Nordwest Wand* Hikr Erstbesteigung


Publiziert von Alpinist , 22. November 2011 um 06:16.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:14 November 2011
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SZ   Glärnischgruppe   Ortstockgruppe 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Kartennummer:SwissMap

Zum Gipfel:
Der Bös Fulen 2802m ist ein Grenzberg zu den Kantonen Schwyz und Glarus, der höchste punkt der Gemeinde Muotathal und der höchste punkt vom Kt.Schwyz, mit dementsprechend schöner Aussicht. Der Fels ist leider brüchig, deshalb werden praktisch nur die Südostflanke (durch den Kamin) und der Nordostgrat die Normalroute (durch das Band) begangen.

Intro:
3 Jahre ist es her, als mir der Gedanke zum ersten Mal kam den Bös Fulen 2802m durch die Nordwerst-Wand zu besteigen.
Damals am 15.November 2008 war ich auf der Twärenen 2319m und machte dieses (Bild) von der Bös Fulen Wand, doch leider hatte die Wand viel zu viel Schnee um genau eine mögliche Route zu finden, auch mit dem Fernglas war es schwer zu definieren wo es Bänder hat, wo es Felswände hat.
Der Gedanke ging mir nicht aus dem Kopf. Mehrmals habe ich in diese Wand geschaut, auf anderen Bergtouren wo ich in die Wand sehen konnte machte ich mir Gedanken zu einer möglichen Route. So auch am 11.November 2011 als wir die Druesberg Süd direkt Variante ab Himmelbach machten (Bericht lesen) zeigt sich der Bös Fulen von seiner schönsten Seite die Nordwest-Wand. Der Schnee nördlich vom Druesberg und Forstberg war hart gefroren, ich merkte mir auf welcher Höhe dies war und machte auf der Karte den Abgleich mit der Höhe an der Bös Fulen NW-Wand.
Als wir abstiegen im Tritt zu den Heuberighüttli hatte die Wand das beste Sonnenlicht (Bild) um eine mögliche Route zu finden, mit Fernglas und super zoom mit dem Fotoapparat ging’s nun zu Hause ernsthaft zur Routenplanung über.
Die Wand ist sehr brüchig darum braucht es für eine mögliche besteigung Schnee, entweder besteigt man die Wand im Frühjahr wenn es noch Altschnee hat, oder wie heute wenn der Schnee hart ist. Dank dem dass es vor einigen Wochen bis weit in höhere Lagen regnete und der Schnee wieder gefrieren konnte.

Zustieg zur Wand:
Ab der Alp Tor 1701m (Karte) auf der Alpstrasse kurz durch das Gross Mälchtal einwärts bis zum Pt.1774 (Karte), hier weiter auf dem markiertem Bergweg, der auf der Südwest Seite vom Chratzerengrat durchs Band (Bild) zum Chratzerenfurggeli Pt.2167 (Karte) führt. Kurz dem Weg runter in östlicher Richtung bis ca 2080m, dann nach rechts auf den ausgeprägten Geländerücken weiter abwärts bis ca 2000m, weiter in die Mulde zur Chratzerenteuffi, auf der Geröllhalde weiter in östlicher Richtung bis man die rechten Begrenzungsfelsen auf einem Band queren kann zum Büchel (Brunalpäli 1912) (Karte).
Ab hier in die Mulde runter und weiter ansteigend über Guppiertes Gelände in östlicher Richtung und auf der Nordseite vom Schafbüchel Pt.2152 vorbei zur Geröllhalde Nordwestlich am Bös Fulen.

Aufstieg, Bös Fulen Nordwest Wand:
Die Beschreibung erfolgt zu den herrschenden Verhältnisse am aktuellen Touren Tag!!
Es kann dadurch gut möglich sein, dass die jeweiligen Schneefelder, Schneemenge, Beschaffenheit vom Schnee, Couloirs, Felsen usw zu einem anderen Datum ganz andere Verhältnisse aufweisen!

Wandhöhe 500m. Neigung 45°-50°.

Aufsteigend durch die Geröllhalde (Bild / Karte) hatte ich eine fast geschlossene, harte tragende Schneedecke angetroffen, dadurch habe ich Pickel, Steigeisen und Helm montiert. Das Band welches in die Nordwest Wand leitet ist sehr gut zu erkennen (Bild). Der Schnee reichte bis anfangs vom Band, dann war es aper und brüchig (Bild), doch wenig später präsentierte sich das Band von der aller schönsten Seite, perfekter harter Schnee, einwandfrei. Man bleibt alles in diesem Band, bis sich ein Couloir ähnliches Band weiter nach oben zieht, weiter oben wenig nach links queren und hinter einem kleinen Felszahn durch, die Wand wird nun Trychter ähnlich und viele kleinere und grössere Fels und Schuttbänder. Anschliessend eher auf der linken Seite hochsteigen, bis das grössere hohe Felsband zu sehen ist, oberhalb von diesem Felsband befinden sich die 3 Türme. Man steigt auf dieses Felsband hoch und quert auf dem Band nach rechts bis unterhalb vom 3ten Turm (Bild) der aber nur schwer zu erkennen ist man erhält den ersten Eindruck, dass es dort nicht hoch gehen kann, da der Turm mit der Wand sehr gut getarnt ist! Aufsteigen hinter diesem Turm im Couloir (Bild) wenig klettern (II) brüchig, oberhalb vom Turm 3 kommt man zu einer Rinne (Bild), dieser schräg hoch folgend wird nach oben immer weniger und verschwindet schliesslich in den Felsen, weiter in gleicher Richtung bis es links steil abfallend wird, man befindet sich nun auf der ersten Rippe, dieser direkt (II) über einige Meter, später im Ausstiegs Schneefeld richtung Nordostgrat folgend bis das Gelände etwas plattiger wird, man kommt zum Quergang, unterhalb von diesem fällt das brüchige Gelände in einer Felswand sehr steil ab, einige Meter im Quergang nach links bis die Wand nicht mehr plattig ist, man gelangt zur zweiten Rippe (II+) und direkt hoch zum Nordostgrat wo man auf die Normalroute trifft. Auf dem langen Nordostgrat (Bild) der zum Teil ziemlich ausgesetzt ist, kurz vor dem Gipfel (Bild) muss wenig in eine kleine Lücke abgestiegen werden, leicht kletternd (II+) zum Gipfel vom Bös Fulen.

Abstieg und Rückweg:
Auf der Normalroute dem Nordostgrat zurück und über die Südost-Flanke runter, weiter in Südwestlicher Richtung zum Fulenplänggeli (Karte) querend Südwestlich am Grisset zum Pt.2312 (Karte) und runter zur Brunalpälihöchi 2207m (Karte) weiter in Westlicher Richtung über sehr Guppiertes Gelände zu dem Grüenen Blätz, nun etwas ansteigend in Nordwestlicher Richtung auf die Erhebung ca 2340m (Karte) Südwestlich vom Pfannenstock. Hier nicht zu tief weiter in Nördlicher Richtung in die Lücke (Karte) zwischen Pfannenstock 2573m und Chli Pfannenstock 2342m. Weiter in Nördlicher Richtung, auch hier ist zu achten, dass man nicht zu tief geht, eine Rinne zwingt einem diese etwas oberhalb zu umgehen, anschliessend in ca Nordwestlicher Richtung absteigend bis ca 2260m abdrehend in Nordöstlicher Richtung zum Chratzerenfurggeli Pt.2167 (Karte) anschliessend wieder auf dem markiertem Bergweg zur Alp Tor 1701m (Karte).

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Sehr lange Tour, insgesamt 11Stunden unterwegs mit pausen usw.
Wovon akuell ca 2:15h für die Wand zum Gipfel zu rechnen ist.
Ganze Länge der Tour ca 18km.
04:15 Uhr Start auf der Alp Tor.
07:30 Uhr Am Einstieg Bös Fulen NW-Wand.
09:45 Uhr auf dem Gipfel vom Bös Fulen 2802m.
10:30 Uhr Auf dem Gipfel abmarschiert.
12:15 Uhr Brunalpälihöchi.
13:00 Uhr Südwestlich vom Pfannenstock, längere Pause von ca 30min
14:25 Uhr Chrazerenfurggeli
15:15 Uhr wieder bei der Alp Tor

Und noch viel mehr verschiedene Bergtouren Bilder findest du auf meiner Homepage >>>www.cornelsuter.ch 

Tourengänger: Alpinist


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Geodaten
 8490.kmz

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Kommentare (2)


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maesae hat gesagt: ...gratuliere zur Bös Fulen NW-Wand
Gesendet am 22. November 2011 um 09:57
sieht beindruckend aus, muss ich glaub auch irgendwann machen diese Tour! ;-)

wenn es Wettermässig so weiter geht, muss ich sowieso die Bergsteigerausrüstung nochmals aus dem Keller holen!

Gruess Marcel

Alpinist hat gesagt: RE:...gratuliere zur Bös Fulen NW-Wand
Gesendet am 26. November 2011 um 18:06
Salü Marcel.
Danke.

Momentan kann man als Bergsteiger viele sachen machen, wie Wandern, Bergtouren, Klettern, Hochtouren, Skitouren.
Einfach flexibel sein, macht das Leben intressant :-)

Gruess cornel


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