Herbstliche Jurawanderung von Moutier bis Bellelay


Publiziert von Baeremanni Pro , 30. Oktober 2011 um 19:33.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Berner Jura
Tour Datum:29 Oktober 2011
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 7:15
Aufstieg: 1264 m
Abstieg: 857 m
Strecke:Moutier - Montagne de Moutier - Le Perceux - Le Pichoux - Sornetan - Bellelay
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Problemlos mit öV (Bahn)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Ab Bellelay nur sehr wenige Postbusse pro Tag. Es wären eigentlich auch "PubliCars" zu bestellen. Dies ist aber nur während den Bürozeiten möglich. Samstagnachmittag also nicht möglich. Zitat aus Fahrplanseite 21.141: Lundi–vendredi sauf fêtes générales PubliCar entre 6h45–12h00 et 13h15–18h15. Appel gratuit 0800 55 30 00, Dazu Regionalcode 4
Kartennummer:223T Delémont / 222T Clos du Doubs

Immer noch ist schönes Wanderwetter. Allzuweit reisen wollte ich aber auch nicht. Da kam mir die Idee mit dem Besuch des Montagne der Moutier gerade recht. Zumal ich heute Samstag eine ausgezeichnete Bahnverbindung nach Moutier habe. Nur eine Stunde Fahrzeit und ich bin schon am „Akklimatisationskaffee“ in Moutier. Es ist noch fast finster und so gedulde ich mich eine halbe Stunde ehe ich lostipple.
So manchmal schon wenn ich in Moutier umgestiegen bin, habe ich zum Pavillon hochgeschaut und mir vorgestellt, wie von dort die Sicht in die Schluss der Birs wäre. Laut Wanderkarte geht ein Wanderweg vom „Baselseitigen“  Stadtrand fast direkt dort hinauf. Also los. Doch  „Freude herrscht“, 100 Meter von der Strasse weg ist dieser gesperrt. Ich will nichts riskieren, kehre um und gehe zurück in die Stadt. Nach der Karte ist oberhalb des Spitales ein weiterer Weg zum „Pavillon“. Ein Wegweiser zeigt die Strasse an zum Spital, kurz nach diesem führt eine Treppe hoch zum Château. Über Treppen komme ich zum Schlossplatz. Ein flotter Polizist bestätigt mir, dass ich auf dem rechten Weg bin und gibt mir noch einen Typ für eine Abkürzung. Nach nicht ganz einer halben Stunde bin ich beim Pavillon. Ein schöner Blick über Moutier.
Den „Irrläufer“ habe ich aus dem GPS-Track (Habe GPS-Gerät im Rucksack eingeschaltet gehabt) gelöscht. Den korrigierten Weg möchte ich aber zum Nachwandern empfehlen.

Vom Pavillon geht es nun etwa 50-60 Meter zurück. Dort zweigt ein nicht markierter Weg ostwärts ab.
Laut einer Joggerin geht dieser zu einem weiteren Aussichtspunkt, welcher einen eindrücklichen Blick in die Schlucht hinunter bietet. Sogar ein Fernrohr (Telescope) ist vorhanden, mit welchem sich die Saurierspuren an einer Felswand betrachten lassen. Laut Infotafel soll diese Stelle vor Millionen von Jahren einmal am Meeresstrand gelegen haben.  Beste Zeit zur Betrachtung dieser Stelle soll allerdings am späteren Nachmittag sein, wenn die Sonne von Westen an diese Wand scheint. Zur Illustration ist vor Ort aber ein Abguss einer solchen Trittspur vorhanden. Die Kerle haben offenbar auf recht grossem Fuss gelebt.
Der weitere Weg führt nun zurück zur Abzweigung, geht nun aber bergauf weiter nach Les Golats (P.755) und quert dann ein kleines Tälchen. Ich habe mich dort auf die Wegweiser verlassen und komme erst am Waldrand oberhalb P. 724 wieder auf den Wanderweg in der SwissMap Online eingezeichneten Weg.  Aber was soll‘s, die Höhe muss man so oder so gewinnen, ob man dies nun auf Umwegen oder Abkürzungen, zumal ungefährliches Gelände, sei dahingestellt. Aber jetz kommt man auf einem schmalen Pfad so recht zum Schwitzen. Auf eine Distanz von knapp 2 Km geht es etwa 150 Meter hoch. Kurz nach dem Waldausgang kommt der durstige Wanderer zum Berggasthof „Aux Arsattes“.  Klar, dass ich dort einen Kaffee bekomme, bis aber der Bauer endlich kommt könnte man die ganze Wirtschaft ausräumen. Ich gebe mir Mühe, französisch zu sprechen, bekomme aber berndeutsch Antwort.
Mein Weg geht weiter, nun allerdings auf einem Asphaltsträsschen. Doch kurz vor dem Wald zweigt ein Wanderweg fast genau nördlich ab in Richtung Montagne de Moutier. Man muss den Weg schon etwas suchen, zumal viel frisches Laub liegt. Die Krete des Montagne de Moutier erreicht man gerade am Waldausgang, etwa 150 Meter östlich der grossen Antenne (Flugfunkfeuer  für Basel). Ich gehe nun auf der Krete und über Weiden wieder westwärts, ohne hinüber zum Bergrestaurant zu gehen.
Südlich an der Antenne vorbei und dann wieder in den Wald. Immer schjön auf der Krete finden sich Fussspuren und dann sogar Durchlässe bei den Zäunen. Nun ein kurzes Stück auf dem Fahrweg weiter SW, dann wieder auf die Krete Richtung Les Clos.  Auf dem höchsten Punkt ist ein Chalet, hinter diesem nun mehr oder weniger westwärts, dann nochmals durch eine landwirtschaftliche Siedlung und weiter bis zu P.1102 Pré la Vigne. Nun den südlichen Weg in Richtung le Perceux. Hier stehen reihenweise schöne Ferienhäuser. Allerdings muss man vorher hier etwa 1.5  km auf der Asphaltstrasse gehen.
Es geht weiter bergab bis zu einem weiteren Bergrestaurant „Sur la Côte. Dort über die Strasse bis fast zu einer weiteren Antennenanlage. Von hier nun sehr steil hinunter, in vielen Kehren und durch Felspartien auf einem sehr schmalen Pfade bis nach „Le Pichoux“. (Dies ist das Stück, welches von mir die Bewertung T2 erhielt, gemäss der Regelung, dass die Schlüsselstelle für die ganze Route Geltung hat).
Nun ca. 150 m ein Stück auf der Strasse in Richtung Moutier und dann wieder West hinauf nach Sornetan.  Spätestens hier wollte ich auf das Postauto. Doch mehr als 2 Stunden warten ist nicht meine Sache und so bin ich weitergewandert. Auf einer Forstrasse zieht sich nun der Weg nördlich unter dem Moron durch. Bitte auf der Fortstrasse bleiben, auch wenn diese langweilig erscheint. Ich habe es fertiggebracht bei Le Tache einen Nebenweg zu nehmen, musste dies dann aber bald wieder mit einem Steilaufstieg büssen. Nach fast 3 km im dichten Wald kommt der Waldausgang bei „La Grosse Fin“. Dass die Haltestelle gerade beim Friedhof steht ist schon etwas makaber, ich übersetze doch mit „Das dicke Ende“.
Noch einige Hundert Meter und ich stehe vor dem Hotel „l’Ours“. Doch bevor ich mich hinter ein kühles Blondes setze schaue ich bei der Post vorbei. Da wäre doch tatsächlich ein Publicar, der eine Stunde früher fahren würde. Aber bestellen ist nur während der Bürozeit möglich. (Siehe „Zufahrt zum Ankunftspunkt“)
Nun, was wollte ich anders, ich musste halt ins Hotel zu einem guten Schluck Gerstensaft bis dann endlich das Postauto kam.
Aber trotz dem kleinen Ungemach, nicht der Gerstensaft, es war eine tolle Wanderung. Und dann erst noch eine, welche nicht schon x-mal im Hikr beschrieben ist.
Mit Freude darf ich feststellen, dass ich damit den Hundersten Bericht im Hikr geschrieben habe!

Tourengänger: Baeremanni

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Kommentare (3)


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Henrik hat gesagt: ..interessant z. Z.
Gesendet am 30. Oktober 2011 um 19:47
wie
> „Akklimatisationskaffee“
sich auch in vers. andern Bericht niederschlägt...z.B. bei bidi35 oder laponia et.al...

bidi35 hat gesagt: RE:..interessant z. Z.
Gesendet am 30. Oktober 2011 um 21:53
Ja Henrik, du kommst ja auch bald in unser Alter, wo der Start gemächlich angegangen wird...nach dem "Doping"....

svada hat gesagt: Sackgasse
Gesendet am 10. November 2011 um 22:12
Gut zu wissen, dass ich nicht der einzige bin oder war, der ebenfalls an der gleichen Stelle den "Freude herrscht"-Moment erleben durfte.


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