Orsalìa (Alpe und Pizzo)


Publiziert von Zaza , 24. September 2007 um 12:26.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:22 September 2007
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo Biela   Gruppo Pizzo Solögna 
Aufstieg: 2000 m
Abstieg: 1100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bus Bignasco - Foroglio (Zuschlagspflichtig, fährt bis Ende Oktober)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus Bosco Gurin - Cevio
Kartennummer:1271, 1291

Um dem Ziel, alle Alpwege im Val Bavona abzuklappern, näher zu kommen, musste auch die Alpe d’Orsalìa einmal besucht werden. In meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich, dass dieser Weg noch einigermassen passabel sein könnte, weil die Alp „erst“ 1960 aufgegeben wurde. Aufgrund der Hanglage hätte ich es besser wissen müssen...

Man startet in Foroglio und folgt zunächst dem guten Wanderweg bis Calnègia. Hier biegt man links ab und steigt in die Rinne ein, die genau von Norden herunterzieht. Sie wird lokal als Crös d’Orsalìa bezeichnet. Diese Rinne bleibt (gerade im Herbst) lange feucht und sie ist stark verkrautet, so dass der Aufstieg eher unangenehm ist. Dennoch ist es am sinnvollsten, bis auf etwa 1600 m in dieser Rinne zu bleiben. Man kann aber auch auf den Spuren des alten, verschwundenen Alpweges auf etwa 1400 m rechts abbiegen und durch Erlenfluren und über plattige Bachläufe hinweg zum Corte di Fondo (Ruinen) queren. Von hier quert man ansteigend retour bis in die Rinne, die man auf etwa 1600 m wieder erreicht. Dieser Abstecher ist sehr mühsam und nur für Freunde von Erlen zu empfehlen. Man trifft nun jenseits der Rinne auf eine Weganlage mit überwachsenen Treppen, die zum schön gelegenen Corte di Mezzo führt. Von hier empfiehlt es sich, aufmerksam die Spur zu suchen, die nach Corte di Cima führt. Sobald man sie verliert, steckt man sofort wieder im Erlengestrüpp.

Die Hütte von Corte di Cima ist intakt und verschlossen. Die Besitzer kommen vermutlich von oben her oder dann per Heli zur Hütte. Weiter oben endet die hohe Vegetation und man erreicht in Kürze den wunderschönen Lago d’Orsalìa und, durch ein steiniges Tälchen, die Bocchetta d’Orsalìa. Hier beginnt ein Schafweg, der zuerst etwas links, später genau über den Grat bis zum Pizzo d’Orsalìa führt. Der Gipfel bietet eine sehr schöne Aussicht ins Val Calnègia und zum Basòdino, der von Süden einen völlig ungewohnten Anblick bietet. Wer nicht nur klettergewandt ist, sondern auch selber die Sicherungen setzen kann, der kann die Besteigung über die Nordkante ins Auge fassen (5a). Für Details vgl. den schönen Führer "Best of keepwild climbs" von Christoph Blum und Daniel Silbernagel.

Man braucht nicht bis zum Pass zurück zu kehren, sondern kann direkt durch die Flanke den Schwarzsee erreichen, von wo ein markierter Pfad in Kürze nach Bosco Gurin leitet.

Update Oktober 2009: Gemäss neueren Infos soll der alte Alpweg im Sommer 2009 geputzt und wieder besser begehbar geworden sein


Tourengänger: Zaza, Aurora

Galerie


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