Hike & Bike: Überschreitung Felsberger Calanda (2697m)


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 17. September 2007 um 13:21.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Calanda
Tour Datum:16 September 2007
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Mountainbike Schwierigkeit: L - Leicht fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: Calanda   CH-GR   CH-SG 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 2300 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Felsberg Parkplätze gleich beim Werkhof, wo das Strässchen beginnt
Unterkunftmöglichkeiten:Calandahütte SAC

Der Calanda ist DER beherrschende Berg bei Chur und zugleich Hausberg der ältesten Schweizer Stadt. Trotzdem gibt’s keinen Churer Calanda; die vier Hauptgipfel tragen Namen kleiner Ortschaften direkt am Fusse des Calandas. Für mich ist der Calanda nun ein Hausberg geworden, Zeit für eine nähere Bekanntschaft.

Anstrengende, aber lohnende Kombitour auf den neuen Hausberg. Viele Höhenmeter, grandiose Fernsicht und totale Einsamkeit - was will man mehr?

Wie groebermann hier entscheide ich mich für die Bike & Hike Variante, um die untersten, waldbestandenen 1500 hm hinter mich zu bringen. Start reichlich spät in Felsberg (564m), wo das Strässchen zum Felsberger Älpli auch gleich brutal ansteigt. 1500hm auf 10km Distanz, puh! Bis zu P. 729 ist es geteert, und im Mittelteil um Unterberg glücklicherweise ein wenig flacher, so finde ich doch noch einen Rhythmus. Da ich im Gegensatz zu Groebermann kein Bikespezialist bin, schiebe ich mein Gefährt des öfteren. Nach knapp 3 schweisstreibenden Stunden erreiche das Felsberger Älpli (2026m).

Mein Ziel, den Felsberger Calanda (2696m) schleiche ich von hinten zur Überschreitung an. Ins wilde Haldensteiner Tal und auf ca. 2200m über eine steile Schrofenflanke (T4) zum Tüfels Chilchli. Der neckische Gipfelaufbau (T4) aus losen Blöcken ist nicht weiter teuflisch und von Süden leicht begehbar. Auch auf dem Weiterweg über den Nordgrat zum Felsberger Calanda begegnet mich der Hörelimaa nicht.

Auf Wegspuren in der Ostflanke oder auf dem Grat selbst bis zum Gipfelaufbau, der „Schlüsselstelle“ der Tour. Man steigt linkerhand etwa 100 m weit leicht ab, bis ein steiles Band (sog "Gemspfad") den Aufstieg auf die flachen Calandaböden ermöglicht. Unangehnehm blockig-brüchig und erdig (T5). Auf der LK 1:25000 ist diese Route als Wegspur eingezeichnet, warum bloss? In umgekehrer Richtung steigt man dort ab, wo der Normalweg erstmals den nördlichen Abbruch der Calandaböden berührt.
In wenigen Minuten zum Felsberger Calanda. Sehr schöne Aussicht, auch auf die Ameisen am Haldensteiner Calanda. Ich begegne selbst an diesem schönen Septembersonntag auf der ganzen Tour keiner Menschenseele!

Abstieg über die Normalroute durch den „Kamin“ (T4) auf der Südseite der Calandaböden  und über schönes, feines Geröll runtergesurft. Weglos über Weiden zur Älplihütte.
Jetzt kommt der angenehme Teil des Abstiegs: endlose Bikeabfahrt nach Felsberg mit genügend Pausen, um die Aussicht auf den Talboden zu geniessen und die Felgen abkühlen zu lassen ;-).

Zu meinem Ärger hab ich wie schon am Tag zuvor die Kamera zu Hause gelassen. Bilder folgen später – war bestimmt nicht zum letzten mal oben!

Tipp: Ein sonniger Oktobertag muss ideal sein, um den Calanda zu besteigen. Leuchtend verfärbte Buchen- und Lärchenwälder, gelbbraune Alpweiden und fantastische Fernsicht. Dazu kühle Temperaturen und ein ebensolches Bier (welches wohl?) danach.

Übrigens gibts in den Flanken oberhalb Felsberg die alten Stollen der goldenen Sonne, einer alten Goldmine. 


Tourengänger: Alpin_Rise

Galerie


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