Matterhorn - ein Bubentraum bei Traumverhältnissen


Publiziert von petitNic , 10. Oktober 2011 um 17:51. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum: 5 Oktober 2011
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1250 m
Strecke:Hörnligrat
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Hörnlihütte ist (noch) per Seilbahn (Station Schwarzsee-Paradise) fast direkt erreichbar. Es bleiben lediglich 2h Anmarschzeit.
Unterkunftmöglichkeiten:Die Hörnlihütte ist nicht bewartet und hat einen relativ geräumigen Winterraum. Bei diesem Ansturm ist aber dieser auch etwas zu klein. Kochzeug, Wasser, Schlafsack und Mätteli empfehle ich zur Mitnahme.

Einmalig gute Sommerverhältnisse bei geschlossener Hütte. Das verhiess eine einmalige Gelegenheit, das Höri zu "Unzeiten" (sh. Silbernagel-Führer) zu besteigen. Für Alpin_Rise der 1000ste Gipfel und für mich eine willkommene Ablenkung von der Stellensuche, machten wir uns relativ spontan auf den Weg und es hat sich mehr als gelohnt!
Wie schon [u  Bombo] sagte: Es ist bezüglich Route das meiste schon klar! Ich möchte hier darum gerne auf einige wenige Punkte hinweisen:

- Hütte: Klar ist es nicht der kuscheligste Winterraum, den man sich vorstellen kann. Bei den entrüsteten Berichten machten wir uns allerdings auf einen mit Abfall gefüllten Bunker gefasst. Wir schleppten unsere Schlafsäcke, Mätteli, je 5-6l Wasser und das Kochzeug mit rauf. Dort angekommen war die Überraschung eher Positiv: Es liegt im ersten Stock und hat Fenster (bei den modernen Winterräumen leider kein Muss mehr...). Das Matterhorn scheint besonders viele Menschen aller Art anzuziehen, weshalb der Winterraum der Hörnlihütte für den Hüttenwart wohl zu den frustrierendsten gehören muss - bei dem ein Schild "bitte Abfälle wieder selber ins Tal tragen" wohl nur von einer Minderheit umgesetzt wird (welche später angesichts der Abfallberge auch nicht mehr mitmacht). Ich war etwas überrascht davon, dass hinter der Glasscheibe der Türe zum Rest der Hütte ein Aufkleber "Metall!!" auf die Metalltüre geklebt worden ist. Offenbar muss diese Metalltüre allzu neugierige Bergsteiger von einer Penetration in den Rest der Hütte abhalten. Allerdins scheint der Aufkleber "Metall!!!" notwendig geworden zu sein, weil immer wieder Leute zuerst diese Scheibe einschlugen, um erst danach zu merken, dass auch gut ausgerüstete Bergsteiger nicht durch Metalltüren reisen können.
Also unser Fazit: Bei mehr als 30 Leuten ist der Winterraum sicher ungemütlich, bei uns waren weniger als 20 Gäste anwesend. Allerdings liegt diese Ungemütlichkeit garantiert zum grossen Teil an Bergsteigern, die sich vor uns wie Wildsäue verhalten haben müssen. Ausserdem hat die Hütte auch bei Bewartung Wassermangel - wie will man da im Winterraum Wasser anbieten?

- Routenfindung: Wir haben gleich am Nachmittag die erste Stunde am Grat durchgeklettert (bis zum Anfang älwe Fad)  und das hat sich mehr als gelohnt! Man kann sich schon erste Male verklettern und weiter oben einen Teil des Gepäcks deponieren.
Wir hatten Silbernagels Führer für die Route und abgesehen von der Anzahl der unteren Couloirs (das dritte ist als zweites bezeichnet und das zweite als erstes und das erste ist nicht im Topo) stimmt er relativ gut. Das unterste "No!", bei dem man sich verklettern kann erkennt man an einer grünen Reepschnur:
Falls ihr im ersten Teil des Grates in einer Flanke an eine alleinstehende grünen Reepschnur gerät seid ihr falsch! Dreht um, kommt etwa fünf Meter zurück und klettert dort senkrecht hoch auf den Grat!

- Zeit: Wir sind um 5:15 losgezogen und waren bis zur Solvayhütte (7.00, 15min Pause) im Dunkeln. Um ca. 9:15 waren wir auf dem Gipfel, gönnten uns einen Abstecher zum Italienergipfel undeine  lange Pause von fast einer Stunde. Sodann brauchten für abwärts etwas mehr als 4h (Hörnlihütte an ca. 14.30) - also eine h länger als rauf, da wir etwas mehr sicherten und auch eine harmlose kleine Hochgebirgsstrickerei an den oberen fixen Seilen miterleben durften. Wir nehmens locker, kommen einiges vor der letze Bahn im Schwarzsee (16.50) an und schlendern um 17 Uhr durch Zermatt zu Bier und Bahn, prosit!

- Nebensaisonfreuden: Es ist eine superschöne Tour aber ein grosser Brocken! Es waren an dem Tag wohl etwa 30 Bergsteiger am Berg unterwegs, die sich gut verteilten, wir waren praktisch immer für uns unterwegs. Auf der ganzen Strecke dachten wir oft daran, wie extrem unangenehm es sein Muss, sich diese Route mit hunderten entnervten Touristen am Anschlag teilen zu müssen...

Nic: wir habens extrem genossen! Rise: jep, thx!

Tourengänger: Alpin_Rise, petitNic


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T6 ZS III
5 Okt 11
Does it Matter, Horn? · Alpin_Rise

Kommentare (3)


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Alpinist hat gesagt:
Gesendet am 10. Oktober 2011 um 18:05
Gratulation zum Horu :-)

Gut beschrieben, auf das nötigste beschrenkt, so macht lesen spass.

Hammer Tour

gruäss

Bombo hat gesagt:
Gesendet am 10. Oktober 2011 um 19:16
Gratuliere Euch beiden - da kommen auch bei mir Erinnerungen hoch, welche garantiert zu den schönsten in diesem Jahr gehören! Schon bei uns gab es einige, welche die Nordwand aussuchten - scheint wohl "en vogue" zu sein :-)

Bravo & Gruess
Bombo

hgu hat gesagt: Gratulation...
Gesendet am 12. Oktober 2011 um 13:40
...zu diesem tollen Berg.

Gruss hgu


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