Das Lagginhorn habe ich mir genau vor einem Jahr auf der gegenüberliegenden Seite vom Nadelhorn angeschaut. Mein Seilpartner sagte mir damals, "im Herbst wenn der Grat aper ist kannst du dort hochwandern".
Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf und nun habe ich heute diesen Berg in Angriff genommen, bevor es schneit. Gestartet bin ich in Saas Grund mit der ersten Gondel und bin dann auf der unschönen Pistentrassee abgestiegen bis man zum Lagginhorngletscher hinübertraversieren kann. Die Rippe, welche man queren muss ist mit Kabeln gesichert, aber die Kraxlerei ist harmlos. Der Laggingletscher selber ist fast vollständig mit Geröll überdeckt, aber ich habe dennoch ein paar Spalten gesehen. Mit etwas Spürsinn fällt auch hier irgendwann jemand rein.......
Nach der Überquerung des Gletschers kommt der eigentliche Aufstieg über den WSW-Grat. Schöne Blöcke können erturnt werden oder werden umgangen. Eine Platte ist tatsächlich sehr schön zu queren, es hat genügend kleine Trittchen, so dass man nicht abrutscht. Abgesehen von den Blöcken sieht man den Pfad fast immer, auch viele Steinmännchen zieren die Anpeilpunkte. An den Gipfelfelsen angekommen beschliesse ich die Steigeisen anzuziehen, ich bin mir noch nicht schlüssig, ob ich über das Firnfeld oder den schuttigen Grat aufsteigen will. Ich schaue empor und überlege..... da sehe ich einen Bergsteiger herunterkommen, der mir bekannt vorkommt. Ich überlege.... das Lagginhorn hat er schon gemacht, ist er es wirklich? Da ruft
Cyrill schon: Hoi Fenek! - Was für eine Überraschung und wir freuen uns über das unerwartete Treffen.
Ich habe dann das Firnfeld gewählt, es ist etwas eisig aber eigentlich unproblematisch. Zuletzt muss man über wenige Felsen steigen und steht dann auf dem schmalen Gipfel. Uii, wieder ein riesiges Nebelmeer im Süden und ein prächtiges Panorama. Leider wie erwartet ein Volksauflauf auf dem Gipfel, aber schliesslich ist es jedem gegönnt die Gipfelfreude zu geniessen.
Beim Abstieg steigen dann recht rasch Nebelbänke und Wolken empor und bald ist der Berg eingehüllt in den Wolken. Ich habe wetterbedingt grosses Glück gehabt und freue mich still und leise über meinen Solo Viertausender.

















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