Rotstock am Eigerwestgrat, …wohl Saisonende- Tour 2011


Publiziert von alpinbachi , 8. Oktober 2011 um 16:12.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum: 6 Oktober 2011
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Auto oder ÖV nach Lauterbrunnen oder Grindelwald und mit der Zahnradbahn auf die kleine Scheidegg. Retour 54.-/ bzw. 27.- mit GA ab Lauterbrunnen 20.-
Kartennummer:1:25 000 Grindelwald 1229

Beschrieb der Tour: 6. Oktober 2011, wohl die letzte Tour über 2500m ohne Schneekontakt und mit T-Shirt. Mit dem Rotstock, ein würdiger Saisonabschluss. Leider bin ich immer noch am Kämpfen mit dem Husten, deshalb zwangsläufig eine eher bescheidene Tour betreffend Länge und Höhemeter… Wobei ja nicht die Leistung entscheidend ist über die Schönheit einer Bergtour. Der Rotstock ist für mich jetzt nach drei Besteigungen immer noch einer der spektakulärsten und faszinierendsten Gipfel meines Repertoires. Zum einen ist es die Lage. Genau genommen ein Vorgipfel an West Grat des weltberühmten Eigers. Der „normale“ Aufstieg entspricht genau dem alpinen Wandern welches mir am besten gefällt. Wild, felsig, viele Kraxelstellen aber nur wenig ausgesetzt und/oder heikel. Auf dem flachen Gipfel geht es zT überhängend hunderte von Meter in die tiefe. Die Aussicht ist gewaltig und im „Rücken“ hautnah Mönch und Jungfrau. Auch der Klettersteig, welcher am äussersten Rand der Nordwand, echtes Eiger- Feeling vermittelt gefällt mir sehr gut. Extrem wild, düster und mächtig. Frustrierend nur, wenn man aus der Ferne betrachtet in welch kleinem, bescheidenen Abschnitt man sich von der grossen Wand befunden hat. Der Steig ist zu Beginn steil und hat viele Leitern, aber keine Querungen, somit auch nach meinem Geschmack. Fazit: Der Rotstock, egal ob via Klettersteig oder Normalroute ist für jeden schwindelfreien und trittsicheren Alpinwanderer | in ein unvergessliches lohnendes Erlebnis. Ev. auch in Verbindung mit der Guggihütte *Guggihütte SAC in unmittelbarer Nähe und ähnlichem Aufstieg.
Schwierigkeit: Der hier beschriebene Auf und Abstieg über den untersten Teil des Eiger West Grat ist ein T4. Klettert man die gesicherten Felsstufen dann ein I, ev. ein paar ein II. Die Stufen sind nur ein paar Meter hoch, jedoch zum Teil steil.
Der in der Variante beschriebene Klettersteig ist nach Hüsler: K2
Schlüsselstelle: Keine eigentliche Schlüsselstelle. Etwa in der Mitte des Aufstieges werden die Felstreppen etwas steiler und es sind vermehrt Seile angebracht. Man muss auf den Felsplatten etwas achtgeben auf feines Geröll auf den Felsplatten, Rutschgefahr.
Beim Klettersteig gleich zu Beginn eine Serie mit Leitern. Ab dem Stollenloch wird es einfacher.
Routen Beschrieb: Ab der belebten kleinen Scheidegg auf einfachem Weg (T1) Richtung Station Eiger Gletscher. Bei der Verzweigung, den Moränenweg wählen. Dieser nun folgen bis ans Ende zu einer Infotafel. Von dort sieht man die Weg Spur im Geröll welche zu den Felstreppen Richtung Rotstock führt. Angeschrieben ist dieser Aufstieg nirgends. Neu sind jedoch die blau-weiss Markierungen. Diese erleichtern etwas den Abstieg, da die Steinmänchen etwas verloren gehen in der Fels, Stein und Geröllwüste…
Der Aufstieg bzw. auch Abstieg lässt auch Freiraum für einen eigene Route. Jedoch braucht man so deutlich mehr Zeit und die kurzen Aufschwünge sind zT fast senkrecht. So gesehen ist die Idealroute wohl die markierte, welche mit einigen Seilsicherungen, die beim Abstieg hilfreich sind ausgestattet ist. Unterhalb des Gipfels trifft man auf den  Ausstieg des Klettersteigs. Nun etwas ausgesetzt auf den flachen Gipfel des Rotstockes mit Gipfelkreuz und Buch. Der Gipfel bietet nebst grossartigem Panorama ein herrlichen Blick zu Eiger, Mönch und Jungfrau und jähe Tiefblicke über die überhängenden Felsen hinunter zum viel bewanderten Eigertrail.
Variante über den Klettersteig: Beim Bau der Bahn zum Jungfraujoch gab es eine erste Haltestelle namens Rotstock. Damals vor gut hundert Jahren schuf man ein Klettersteig ähnlicher Pfad auf den Rotstock. Später nach der Eröffnung des Jungfrau Jochs wurde die Station Rotstock geschlossen und der Steig geriet in Vergessenheit. Erst in jüngster Zeit mit dem Klettersteig Boom wurde dieser alte Pfad wieder restauriert und neu gesichert. Zudem vom Eigertrail her erschlossen mit einigen Leitern bis zum Stollenloch.
Empfehlenswerte Rundtour: Kleine Scheidegg, Station Eiger Gletscher, Auf dem Eigertrail bis zum Einstieg Rotstock Klettersteig, Rotstock Gipfel, Abstieg durch oben beschriebene Route retour zur kleinen Scheidegg. Total etwa 5Std. Die letzten Bilder im Bericht sind von so einer Tour anno 2003. Man beachte den Schnee, trotz August und Rekord Hitze Sommer 03….
Verhältnisse: Wohl der letzte richtig schöne warme Herbsttag. Blauer Himmel, keine Wolke, ab Mitte Nachmittig innert kürzester Zeit war alles zu. Nun ist der Rotstock unter einer dicken Schneeschicht und macht den Winterschlaf….
Foto: Sony DSC WX10, Bearbeitet im Photoshop CS5
Links: www.alpinbachi.ch

Tourengänger: alpinbachi


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Kommentare (2)


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Felix Pro hat gesagt: grandioses Finale!
Gesendet am 8. Oktober 2011 um 16:36
schon länger steht dieses Unternehmen auch bei uns auf der Wunschliste - nun perfekt dokumentiert.

Exzellente Fotos mit aussergewöhnlicher Bildqualität!

Vielen Dank und liebe Grüsse

Felix

alpinbachi hat gesagt: RE:grandioses Finale!
Gesendet am 14. Oktober 2011 um 10:26
... Kann ich Euch nur empfehlen, via Steig rauf und Eigerwestgrat runter. Wird aber wohl mindestens noch 9 Monate dauern… LG Bachi


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