Nach dem gestrigen Klettertag bei der Monte Leone Hütte stehen wir heute früh auf. Wir frühstücken mit dem Hüttenwart in der Küche, im Aufenthaltsraum darf ein Hund schlafen...... Noch vor Tagesanbruch machen wir uns auf den Weg zum Mäderhorn. Diesen Gipfel erreichen wir bereits nach einer Viertelstunde beim ersten Morgenrot. Nun beginnt der Süd-Westgrat zum Wasenhorn und wir freuen uns auf die bevorstehende Kraxlerei. Zuerst führt der Weg durch Schutt etwas in die Flanke, dann aber steil hinauf auf den Grat. Nur gut, dass wir gestern beim Klettern geübt haben, denn hier hat es bereits ein, zwei luftige Quergänge mit kleinen Tritten. Konzentriert steigen wir empor, immer wieder ist der Grat schmal oder ausgesetzt. Im oberen Teil finden wir Rauhreif auf den Felsen und nun heisst es erst recht aufpassen! Doch schon nach kurzer Zeit stehen wir unvermittelt vor dem Gipfelkreuz. Eineinhalb Stunden nach Aufbruch geniessen wir bereits die Gipfelrast. Um uns herum erwacht die Gebirgswelt und einmal mehr kann ich mich nicht satt sehen an den Gipfeln die erst rot, dann immer heller werden bis sie schlussendlich gleissend weiss strahlen.
Nun steigen wir noch einige Meter weiter und erreichen den höchsten Punkt der mit einem Steinmann und Holzpfahl markiert ist. Von hier aus sehen wir weit in die Poebene hinab und auf eine gewaltiges Nebelmeer. Wir können uns kaum satt sehen, doch schliesslich schleicht die Kälte unter die Wäsche und nur ungern verlassen wir diesen schönen Gipfel.
Laut Führer ist der Abstieg 40m westlich durch ein Couloir. Dieses ist sehr steil, völlig Schuttübersät und schon bei wenigen Schritten treten wir eine ordentliche Gerölllawine los. Dieser Abstieg ist nicht zu empfehlen, vielmehr kann man beim Holzpfahl etwa 10m nordöstlich direkt über die Südschulter hinabsteigen. Hier ist der Fels fester, weniger loses Geröll und schon bald erreicht man die ersten Wegspuren. Nach einer Stunde erreichen wir die Hütte und lassen uns an der Sonne wärmen.
Nach einer Znüni Pause steigen wir gemütlich ab zum Simplonpass und treten unsere Heimreise an.
Das Wasenhorn kann ich wärmstens empfehlen wegen seiner sehr schönen Rundsicht, aber die Besteigung erfordert etwas Geschick und Schwindelfreiheit! Schliesslich wartet wieder ein Gipfelschatz und ein Leckerli. Es lohnt sich auf alle Fälle. Übrigens lässt sich die Tour auch leicht in einem Tag vom Simplonpass aus machen.



















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